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U-23-Vizeeuropameister trainiert in Potsdam

Leichtathletik-Talent setzt auf Burkhard Looks U-23-Vizeeuropameister trainiert in Potsdam

Der U-23-Vizeeuropameister Bernhard Seifert trainiert in Potsdam bei Burkhard Looks. Auf die Anleitung seines erfahrenen Übungsleiters will und kann er nicht verzichten.

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Bernhard Seifert bei der Leichtathletik-WM im August in Moskau.

Quelle: dpa

Potsdam. Bernhard Seifert ist dieser Tage von Pontius zu Pilatus gelaufen. Dabei ist er kein Langstreckler, sondern Speerwerfer und will seinem maladen Rücken beikommen. Der Potsdamer Physiotherapeut Perikles Paschkowski hilft ihm dabei. "Das gesundheitliche Problem schleppe ich schon seit den deutschen Meisterschaften im Frühsommer mit mir herum", sagt Seifert.

Wenngleich Trainer Burkhard Looks von Jena an den Stützpunkt nach Potsdam gewechselt ist, will sein Schützling nicht auf die Anleitung des erfahrenen Übungsleiters verzichten. "Herr Looks schreibt nach wie vor meine Pläne, wir telefonieren regelmäßig." Da jetzt in Thüringen Herbstferien sind, kann Seifert auch im Luftschiffhafen trainieren. Weil der 20-Jährige an der Sportschule in Jena noch sein Abitur im nächsten Frühjahr abschließen will, kam ein sofortiger Wechsel zum SC Potsdam noch nicht infrage. "Das ist aber eine Option für die Zukunft", lässt Seifert durchblicken, dass er auch vom Wohnsitz her seinem Coach folgen könnte. Immerhin studiert Seiferts Freundin Aleksandra in Potsdam.

Seifert ist der Shootingstar im Deutschen Leichtathletik-Verband 2013. "Dass ich mit 20 Jahren schon zur WM fahre, hätte ich nicht gedacht." Aber er bohrte seine Speerspitze immer weiter hinaus in den Rasen. Der deutsche Vizemeister warf bei der U-23-EM in Tampere/Finnland 82,42 Meter und holte Silber. Dabei schlug der 1,90 Meter große und 91 Kilo schwere Recke erstmals seinen zwei Jahre älteren Trainingspartner Thomas Röhler. Das Looks-Duo reiste gemeinsam zur WM. "Moskau war eine tolle Erfahrung für mich. Das wird mir auf meinem weiteren Weg helfen", ist Seifert überzeugt, nachdem er den WM-Finaleinzug der besten Zwölf mit 80,02 Metern nur um 16 Zentimeter verpasst hatte. Aber er war in einer Qualifikationsgruppe mit dem Finnen Tero Pitkämäki, später WM-Zweiter, oder dem Norweger Andreas Thorkildsen, dem zweimaligen Olympiasieger. Das sind Vorbilder für den jungen Mann, der die Stars der Szene meist nur aus dem Fernsehen kannte.

Seifert funkt seit vier Jahren mit Looks auf einer Wellenlänge. Deshalb will er die Verbindung keineswegs kappen. "Wir verstehen uns gut, er weiß, wie ich ticke", sagt er über den 55-jährigen Trainer. Beide sind sich einig: Erstes Ziel für 2014 ist ein gutes Abitur. Das nimmt der Schüler durchaus wörtlich: "Eine 2,0 beim Abschluss ist mein Ziel. In den Sprachen muss ich mich noch verbessern." Erst danach komme der Sport, wobei die EM 2014 in Zürich sicher ein Ziel werden könnte. Die Norm steht bei 82,50 Meter. "Abitur bedeutet für die jungen Sportler Stress, da muss ich im Training Abstriche machen", sagt Looks und unterstützt den Lernwillen seines Zöglings, der aus Hinterrod ganz tief im Thüringer Wald stammt. Am Rennsteig machte dieser nicht nur beim Schneeballwerfen zur Winterszeit auf seinen rasanten Armzug aufmerksam. "Ich habe zunächst in der Leichtathletik alles gemacht, aber das Speerwerfen fasziniert mich am meisten."

Nun nimmt der Hobby-Fotograf die Weiten zur Weltklasse ins Visier. Irgendwann möchte er wie Thorkildsen die 90 Meter übertreffen. Wenn der Rücken mitmacht.

Von Peter Stein

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