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1. VfL Potsdam: Kein Comeback des Schrittmachers

Handball, 3. Liga 1. VfL Potsdam: Kein Comeback des Schrittmachers

Alexander Schmidt, der Co-Trainer des 1. VfL Potsdam, empfängt mit seinem Team in der 3. Handballliga Nord die SG Flensburg-Handewitt II. Beim 34:34-Unentschieden zuletzt in Altenholz lieferte der Linkshänder in ungewohnter Rolle eine furiose Leistung ab und erzielte sieben Treffer. Hinter der starken Leistung steht ein cleverer Schachzug des VfL-Teams.

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Alexander Schmidt (r. ) lieferte beim Remis in Altenholz eine furiose Leistung ab – ein Comeback des Co-Trainers ist aber nicht geplant.

Quelle: www.fotofrick.de

Potsdam. Das große Wort vom Comeback wollte Alexander Schmidt nicht verwenden, trotz seines Gala-Auftritts beim Gastspiel zuletzt in Altenholz: „Das würde ja bedeuten, dass ich regelmäßig wieder auf das Spielfeld zurückkehre“, sagte der Co-Trainer des 1. VfL Potsdam, der als Rechtsaußen sieben Treffer beim überraschenden Unentschieden gegen den Tabellenführer (34:34) geworfen hatte, „aber das ist nicht geplant.“

Ein Einsatz in der 3. Handballliga Nord am Sonntag beim Kellerduell des VfL zu Hause gegen die SG Flensburg-Handewitt II (16 Uhr, MBS Arena) sei zwar tatsächlich möglich, ein dauerhafter Perspektiv-Wechsel aber auf keinen Fall geplant. „Ich habe der Mannschaft nur helfen wollen in einer Situation, in der sicher auch etwas mehr Erfahrung auf der Platte gefragt war. Meine Aufgabe als Co-Trainer macht mir sehr viel Spaß.“

Eine charmante Untertreibung: Schmidt, der seine aktive Laufbahn im Sommer 2016 beendet hatte, seitdem Co-Trainer der Adler ist und lediglich in der vergangenen Saison zu ein paar Kurzeinsätzen kam, hatte dem ungewöhnlichen Potsdamer Coup am vergangenen Sonnabend eine noch ungewöhnlichere Nuance verliehen. Seine sieben Treffer bei acht Wurf-Versuchen hatten maßgeblich dazu beigetragen, die eindeutigen Kräfteverhältnisse zwischen Spitzenreiter und Tabellenletztem, die normalerweise bei Sportarten mit hohen Scorezahlen keine Überraschungen zulassen, auszuhebeln.

Auch mehr als ein Jahr nach dem Ende seiner Laufbahn, in der er seit 2005 beim VfL gespielt hatte, verfügt Schmidt dank regelmäßiger Trainingseinheiten über die nötige Fitness: Bereits seit der Vorbereitung hatte der Linkshänder mittrainiert für den Fall, dass im Zuge des Verjüngungsprozesses beim VfL gestandene Akteure gebraucht werden sollten. Nun war nach fünf Auftakt-Niederlagen der Ernstfall gekommen.

„In unserer Situation haben uns seine Erfahrung und auch seine Qualität im Abschluss sehr geholfen, Alex war von Anfang an so etwas wie unsere Versicherung“, sagt Cheftrainer Daniel Deutsch. Schmidt: „Klar war es schön, helfen zu können, aber die ganze Mannschaft hat gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt und einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wir sind immer noch Tabellenvorletzter“, stellt der 29-Jährige klar, der sozusagen Schrittmacherdienste geleistet und geholfen hatte, in schwerer See die Navigation des Teams zu justieren. Allerdings trauerte auch er angesichts der Potsdamer 34:29-Führung kurz vor dem Ende einem möglichen Sieg nach.

Trotzdem war beim TSV vor den Toren Kiels mit dem ersten Punktgewinn auch ein Wirkungstreffer für Herz und Hirn gelungen. „Derzeit ist es ein Nervenspiel“, sagt Schmidt, der als Lehrer an einer Potsdamer Schule arbeitet, „wir hätten normalerweise den Sack zumachen müssen, trotzdem hat die Mannschaft gesehen, zu was sie in der Lage ist.“ Deutsch: „Es war ja nur ein Unentschieden, aber es war einfach gut, dass wir uns selber gezeigt haben, zu welchem Handball wir in der Lage sind. Das sollte allen Selbstvertrauen für die kommenden Spiele geben.“

Schmidt wird weiter seine Aufgaben als Assistent im Trainerteam um Chefcoach Daniel Deutsch wahrnehmen – und sich und die Akteure auf die Partie vorbereiten, um unter Umständen auch als entlastendes Element auf dem Feld zu helfen. „Wir werden auch langfristig auf Moritz Ende setzen“, sagt Deutsch zur Rechtsaußen-Position, auf der mit dem 18-jährigen Ende ein Talent in den Startlöchern sitzt, das mit seiner enormen Sprungkraft und der langen Flugphase an den im Sommer zum Zweitligisten Elbflorenz Dresden gewechselten Nils Gugisch erinnert.

„Sobald der Knoten bei ihm platzt, werden wir alle viel Freude an ihm haben. Alex ist da, um etwas den Druck zu nehmen und wird daher auch in den nächsten Spielen im Kader sein.“

Von Lars Sittig

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