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VfL-Akteure quälen sich zum Heimsieg

3. Liga, Handball VfL-Akteure quälen sich zum Heimsieg

Nach dem gelungenen Saisonauftakt in Hannover offenbarte der VfL Potsdam beim ersten Heimspiel der Saison gegen Aufsteiger HSV Insel Usedom noch spielerische Schwächen. Dafür überzeugte der Handball-Drittligist mit einer starken Moral und einer guten kämpferischen Leistung. Ein VfL-Akteur erwischte dabei einen Sahnetag.

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Potsdams Christian Schwarz (l.) wird von Patrick Glende hart bedrängt. Trotzdem gelangen dem Kreisläufer acht Tore.

Quelle: Julius Frick

Potsdam . Das ist gerade noch mal gut gegangen. Der VfL Potsdam schlug am Sonntagnachmittag in der 3. Handball-Liga den HSV Insel Usedom mit 26:25 (14:14) und bot dabei alles andere als eine Handballdemonstration. Vor 538 Zuschauern in der MBS-Arena verzettelten sich die Gastgeber immer wieder und rangen den Aufsteiger erst im Schlussspurt nieder. VfL-Trainer Jens Deffke atmete auf. „Wir haben viel investiert. Es war ein schwer erkämpfter Sieg gegen einen unbequemen Gegner“, sagte er.

Potsdams Antreiber Philipp Reuter nahm sich gleich mehrere Fehlwürfe. Im Tor bekam Sebastian Schulz bis zum 6:5 (12.) keinen Ball zu fassen. Die frech und unbekümmert aufspielenden Gäste hielten jederzeit dagegen.

Nach der Pause drohte sogar Schlimmes. Die VfL-Aktionen blieben ohne Esprit, das Tempo fehlte, vieles endete auf beiden Seiten in einem Gewürge. Die Ostseestädter freuten sich diebisch und nutzten die Unentschlossenheit der Hausherren. 15:18 hieß es nach 34 Minuten. Der anstelle von Schulz in der 2. Halbzeit aufgebotene Keeper Matthias Frank schaute ebenfalls den ersten vier Würfen der Usedomer nur hinterher. Als die Insulaner in Unterzahl sogar mit 21:17 in Führung gingen, schien sich eine Überraschung an-zubahnen. Die Gäste hatten in dieser Phase alles in der Hand, doch sie scheiterten an sich selbst. Der Pole Zydron Wojciech drosch einen Siebenmeterball an die Latte (48.) und neun Minuten später wiederum.

Verworfene Siebenmeter des Gegners dienen als Weckruf

Auf der VfL-Bank sprangen alle unter einem Jubelschrei auf. Der erste von den Usedomern vergebene Strafwurf wirkte wie ein Weckruf. Frank im Tor steigerte sich, Julius Dierberg zog unwiderstehlich davon, besorgte Ausgleich und Führung zum 23:22 nach 50 Minuten. Auch Reuter bekam eine sichere Hand bei den Anspielen an die Nebenleute. Daniel Deutsch fand endlich mehr Zutrauen und erzielte in der Schlussphase zwei Tore. Einem gebührte die Krone in der spannenden Schlussphase: Christian Schwarz warf den entscheidenden Treffer zum 26:25, nachdem er von Reuter in Szene gesetzt worden war. Der schwergewichtige Kreisläufer hatte im Gegensatz zu den Mitspielern einen Sahnetag erwischt. Er erzielte acht Tore, davon drei durch Siebenmeter und hatte nicht einen Fehlwurf. „Ja, es lief gut für mich, aber absolut frei von Fehlern war ich in der Deckung auch nicht“, so Schwarz. Zu den zwei vergebenen Siebenmetern der Gäste meinte er: „Die hat Matthias Frank weggeguckt.“

Antreiber Reuter entschuldigte sich bei den Fans. „Das schwache Spiel tut mir leid für die Zuschauer. Durch die Abschlussschwächen vorn wurden wir nervös und bekamen zittrige Hände.“ Eine positive Seite konnte Reuter dem Auftritt der Potsdamer Akteure doch abgewinnen: „Wir haben Moral bewiesen“, sagte er. Und: „Im Vorjahr waren wir mit 0:4 Punkten gestartet, jetzt haben wir 4:0 Zähler.“

Von Detlef Braune

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