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Abflug zum goldenen Stern

Sterne des Sports Abflug zum goldenen Stern

Daus Blankenfelde-Mahlow erhält den Silbernen Stern des Sports und vertritt Brandenburg beim Bundesausscheid in Berlin. Im januar vergibt Bundespräsident Joachim Gauck die Sterne des Sports in Gold. Für die Tretwerker ist die Auszeichnung eine Bestätigung ihrer Arbeit an einem Radlerpark. Weil sie von ihrer alten Heimstätte vertrieben wurden, mussten sie sich einen neuen Parcours bauen.

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Der Vereinsvorsitzende Manuel Brüssau saust über den Hallen-Parcours.

Quelle: Julian stähle

Potsdam. Der Sportminister gratulierte mit einem Highfive-Handschlag wie es gute Kumpel tun. Die Vertreter des Radsport-Vereins Tretwerk aus Blankenfelde-Mahlow hüpften am Donnerstagabend auf die Bühne und konnten ihr Glück kaum fassen. Der Verein für Mountainbike, BMX-Fahren und Skaten wurde in der Potsdamer Staatskanzlei mit dem „Großen Stern des Sports“ in Silber ausgezeichnet. Die Jury würdigte das große Engagement, mit dem die 50 Tretwerker einen Radlerpark betreiben. „Das ist ein Hammer, damit haben wir nicht gerechnet“, sagte der Vereinsvorsitzende Manuel Brüssau. „Ich bin ganz platt.“

„Da brach eine Welt zusammen.“

Der Sieg auf Landesebene ist die Krönung des 2009 gegründeten Vereins, der vor ein paar Jahren noch vor dem Nichts stand. Bis 2012 drehten die Radsportler auf einem Gelände in Rangsdorf (Teltow-Fläming) ihre Runden. Dort hatten sie einen Parcours angelegt. Der neue Eigentümer kam während eines Rennes und forderte den sofortigen Abbruch. Die Biker mussten ihre Rennstrecke bald aufgeben. „Da brach eine Welt zusammen.“

Vereinseigener Bagger

Bei der Suche nach einer neuen Heimat landeten sie auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz am Jühnsdorfer Weg in Blankenfelde. „Das Gelände lag jahrelang brach, wir mussten sogar Müll entsorgen“, erzählte Brüssau. Nebenan ist ein Natursportplatz. Brüssau: „Wir dachten, da passen wir hin.“ Das Team um Brüssau pachtete das 8000 Quadratmeter große Gelände inklusive zwei Hallen. Mit dem vereinseigenen Bagger schoben die Radsportler auf dem Außengelände Buckelpisten zusammen. „Mit der Schippe werden die Hügel nachgeformt, dann wird alles mit einer Rüttelplatte befestigt.“ Die Trainingsbedingungen sind so gut, dass Aiko Göhler im vergangenen Jahr Weltmeister im Fourcross wurde – eine Disziplin, bei der jeweils vier Fahrer gegeneinander auf einem Rundkurs antreten. „Das ist sportlich der größte Erfolg des Vereins“, sagte Brüssau.

Indoor-Buckelpiste aus Lehm

Auch in den Hallen sind die Tretwerker sehr fleißig. Dort richten sie ebenfalls Kurse her, so können sie auch im Winter trainieren. Brüssau: „Wir haben die einzige BMX-Halle in Deutschland, in der die Hindernisse nicht aus Holz oder Metall bestehen, sondern aus Lehm. So kann man immer nachbessern.“ Das Dach der einen Halle soll ab 2017 saniert werden. Da kommen die 2500 Euro Prämie für den Silbernen Stern ganz recht. „Wir sparen schon lange für das Dach.“ Vielleicht kommt ja im Januar noch eine Finanzspritze. Dann vertritt der RSV Tretwerk das Land Brandenburg beim Bundesausscheid in Berlin. Brüssau: „Mir ist schon ganz flau im Magen.“

Von Ronny Müller

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