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Christian Sprengers Bilderbuch-Karriere

Handball Christian Sprengers Bilderbuch-Karriere

Das Spiel ist aus für Christian Sprenger. Am Wochenende beendete der Rechtsaußen des Handball-Rekordmeisters THW Kiel seine Bilderbuch-Karriere. Der gebürtige Ludwigsfelder blickt zurück – und auf das, was kommt.

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Der letzte Titel: Christian Sprenger stemmt im April 2017 den DHB-Pokal in die Höhe, den er mit Kiel insgesamt viermal gewann.

Quelle: foto: imago

Kiel. Er bleibt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Christian Sprenger, Rechtsaußen des Handball-Rekordmeisters THW Kiel, hat am Wochenende seine Karriere beendet, bleibt dem Verein allerdings erhalten. Der gebürtige Ludwigsfelder (Teltow-Fläming), der beim Ludwigsfelder HC mit dem Handball begann, übernimmt künftig die Aufgabe des Jugend-Koordinators. Nationaltorhüter Andreas Wolff („Ich habe zu ihm aufgeschaut. Eine Legende tritt ab“) schwärmte von einem „empathischen Menschen“, Füchse-Keeper Silvio Heinevetter wünschte seinem Kumpel via Videobotschaft „alles Gute fürs Rentnerleben“.

12 Jahre unter Trainer Gislason

Mit Heinevetter war Sprenger im April 2009 dabei, eine Wohnung in Berlin zu suchen, weil sein Wechsel vom SC Magdeburg zu den Füchsen Berlin irgendwie ausgemachte Sache gewesen sei, berichtete er beim Abschied. „Da guck ich mir mit Silvio also Wohnungen an, da ruft auf einmal Alfred Gislason an: ,Sprengi, haste Bock auf Titel? Pack deine Koffer, du kommst nach Kiel, am 14. Juli geht das Training los.“ Sprenger legte auf, guckte verdutzt, Heinevetter fragte, was wohl los sei, und Sprenger entgegnete: „Ich glaub, ich spiel’ nächstes Jahr beim THW Kiel.“

Der Blick zurück auf die Karriere des 1,90 Meter großen Linkshänders ist imposant: Mehr als 400 Bundesliga-Spiele für SCM und THW (mehr als 1000 Tore), allein bei den Zebras mehr als 800 Tore in Pflichtspielen, sprechen eine deutliche Sprache. Der 34-Jährige gewann in Kiel zweimal die Champions League, wurde fünfmal Meister und viermal Pokalsieger, hatte zuvor mit den Magdeburgern 2007 bereits den EHF-Cup in die Höhe gestemmt.

Künftig Jugend-Koordinator bei den Zebras

Ihn bei den Zebras zu binden, erschien nicht nur Coach Alfred Gislason folgerichtig: „Er hat für den Handball gelebt, ist ein absoluter Mannschaftsspieler. Ich glaube, es wird manchmal nicht genug gewürdigt, welch große Spiele er für uns gemacht hat, zum Beispiel als er im Champions-League-Final-Four 2010 nicht einen Fehlwurf hatte.“ Der Isländer, der Sprenger in Magdeburg und Kiel zwölf Jahre lang trainierte, scherzte: „Keiner hat es so lange mit mir ausgehalten wie Sprengi.“

Im Gespräch wirkt der Ex-Nationalspieler (86 Spiele/185 Tore) aufgeräumt, der dienstälteste Kieler hat sich mit dem Karriereende angefreundet. „Es ist ein Mix aus lachendem und weinendem Auge. Ich bin mittlerweile an dem Punkt, an dem ich mich auf die neue Herausforderung freue. Ich bin fit, spiele momentan natürlich weniger als in der letzten Saison. Es ist ein guter Zeitpunkt. Kiel ist für mich inzwischen zur zweiten Heimat geworden. Ich freue mich, dass ich meine Erfahrung und meine Begeisterung für den Handball jetzt an junge THW-Talente weitergeben und ihnen auf ihrem Weg helfen kann.“

Seit acht Jahren in Kiel

Schon im Sommer hatte Sprenger seinen nächsten Karriere-Schritt und die Liebe zu Kiel angedeutet („Mit 14 bin ich aus Ludwigsfelde nach Magdeburg gegangen, zu Hause ausgezogen. Am Ende der Saison werden es acht Jahre in Kiel sein. Das ist dann auch Heimat“). Als reine Zwischenlösung sieht der B-Lizenz-Trainer seine künftige Rolle beim THW nicht. „Mein Ziel ist es nicht konkret, irgendwann Bundesliga-Trainer zu werden. Ich möchte im nächsten Jahr meine A-Lizenz angehen.“

Jetzt freue er sich „auf den Übergang ins Berufsleben und die Aufgaben für die Zukunft“. „Ich möchte helfen, den Nachwuchs im Verein zu verbessern und irgendwann auch das neue Leistungszentrum gestalten. Darauf haben wir uns für die kommenden drei Jahre geeinigt.“

Dank an die Eltern

Auch seine Heimat vergaß Sprenger nicht. „Ich bin noch regelmäßig in Ludwigsfelde, bei meinen Eltern, meiner Schwester, meinem Neffen.“ Beim offiziellen Abschied in der Kieler Halle bedankte er sich bei seinen Eltern: „Mama und Papa – wenn irgendetwas Wichtiges in eurem Leben los war, war ich meistens nicht da. Aber: Euch gehört mein Herz.“

Von Tamo Schwarz

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