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Erste Ausfahrt Königssee

Potsdamer Bob-Team kämpft um seine Olympia-Chance Erste Ausfahrt Königssee

Bundestrainer Christoph Langen hat bei den deutschen Bob-Männern ein Luxusproblem: Es gibt vier gute, reichlich mit WM-Metall dekorierte Mannschaften - darunter auch das Team aus Potsdam. Doch nur drei Teams können Ende November bei der in Calgary beginnenden Weltcup-Saison und im Februar bei den Olympischen Spielen in Sotschi starten. Am Wochenende findet in Königssee der erste nationale Ausscheid statt.

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Der Vierer des SC Potsdam mit Pilot Manuel Machata, Gino Gerhardi, Tino Paasche und Jan Speer (v.r.).

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Bundestrainer Christoph Langen kann bei den deutschen Bob-Männern mit Blick auf den bevorstehenden olympischen Winter einen Grand mit Vieren spielen. Die Mannschaften der Piloten Maximilian Arndt (Oberhof), Thomas Florschütz (Riesa), Francesco Friedrich (Oberbärenburg) und nicht zuletzt von Manuel Machata (Potsdam) haben sich in der jüngeren Vergangenheit allesamt reichlich mit WM-Metall dekoriert. Doch genau darin liegt das (Luxus-)Problem. Denn nur drei Teams dürfen bei der Ende November in Calgary beginnenden Weltcup-Saison als auch im Februar bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi starten. Am Wochenende findet in Königssee der erste nationale Ausscheid statt.

„Dahoam is Dahoam“ gilt für den gebürtigen Bayer Machata. Der Ramsauer, der am Fuße von Watzmann und Jenner groß geworden ist und auf der Kunsteisschlange am idyllischen Königssee schon als Bub mit dem Rodel zu Tale sauste, genießt Heimvorteil. Zudem feierte er hier seine größten Erfolge. Als Shooting-Star wurde er 2011 Weltmeister im Vierer und Vize-Champion im Zweier. Das ist längst Schnee von gestern, weiß er spätestens nach der verkorksten vergangenen Saison. Doch mit einem neuformierten Team gibt der 29-jährige Motorradfreak längst wieder Gas. Jan-Martin Speer, Gino Gerhardi und Tino Paasche komplettieren den flotten Vierer vom SC Potsdam. Die drei Anschieber sammelten in der Vergangenheit ihre Erfahrungen bei der etablierten Konkurrenz. Speer wurde unter anderem mit Arndt 2011 Junioren-Weltmeister und WM-Vierter im Vierer. Gerhardi holte 2013 mit Friedrich ebenso JWM-Gold, sogar doppelt. Und Paasche gehörte vorige Saison zum Florschütz-Team.

Letzterer wird nun in Königssee sowohl im Zweier als auch im Vierer das Kufengefährt auf Touren bringen. „Wir sind alle total heiß“, meint der 25-jährige Sportsoldat, der nach einem Ermüdungsbruch 2011 nicht aufgab und sich weiter quälte. Bei Trainer-Oldie Heinz Rieger (81) hat er sich im Potsdamer Luftschiffhafen fit gemacht. Spezi Speer war auch dabei.

Der 26-Jährige stammt aus dem 470-Einwohner-Örtchen Wirmighausen in Hessen. Der frühere Leichtathlet – „ich habe von Weitsprung bis Speerwurf alles versucht“ – begann 2007 mit dem Bobsport. „Ein Bekannter hat mich überredet und mir hat das auf Anhieb gefallen“, erzählt der Lehramtsstudent. Zwei Jahre später feierte er mit Bronze bei der Junioren-WM im Vierer, in dem auch Gerhardi saß, seinen ersten Erfolg. Nach drei Wintern beim Thüringer Arndt erfolgte im Vorjahr der Wechsel zu Machata.

„Ich habe im Sommer noch nie so gut trainiert wie in diesem Jahr“, meint Speer, der auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Besonders bitter sei das 2012 bei der WM in Lake Placid gewesen. Eine Woche vor Beginn musste er wegen einer Oberschenkelzerrung passen und frustriert vorzeitig heimreisen. Damit ihm das nicht noch einmal passiert, hat er sich in Potsdam regelmäßig in die Hände des Physiotherapeuten Perikles Paschkowski begeben. „Jetzt kann ich wieder voll sprinten, habe keine Schmerzen mehr“, gesteht der 105-Kilo-Recke, der auch von seiner Familie unterstützt wird. Einzig, dass er Freundin Laura, die in Belgien Tiermedizin studiert, nun weniger sieht, wurmt ihn ein bisschen.

„Aber nun geht es um Olympia, da muss man auf manches verzichten können“, findet Speer. „Wenn bei uns alles passt, schaffen wir es“, ist er vor der ersten Ausfahrt Königssee überzeugt. Eine Woche später folgt in Altenberg der zweite Ausscheid.

Von Peter Stein

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