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50.000 Euro für den Karrieretraum

16-Jähriger möchte Kartweltmeister werden 50.000 Euro für den Karrieretraum

Philipp Walsdorf (16) aus Blankenfelde hat ein großes Ziel: Er möchte einmal einen Tourenwagen für einen großen Rennstall fahren. Doch der Weg dorthin ist lang. Eine Chance sieht er in der Kart-Weltmeisterschaft in Le Mans – wenn seinen Eltern nicht bis dahin das Geld ausgeht. Bis er dort antreten kann, finanziert seine Familie die internationalen Kartrennen.

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Philipp Walsdorf (Nr. 84) will in dieser Saison Kurs auf die Kart-Weltmeisterschaft im französischen Le Mans nehmen.

Quelle: privat

Blankenfelde. Philipp Walsdorf aus Blankenfelde tritt in diesem Jahr bei internationalen Kartrennen an, seine Familie unterstützt ihn mit rund 50.000 Euro aus ihren Ersparnissen. Das Ziel des 16-Jährigen ist der Start im Herbst bei der Weltmeisterschaft auf einer legendären Rennstrecke.

Das große Ziel ist Le Mans, wenn im Oktober die Weltmeisterschaften starten, aber bis in den Nordwesten Frankreichs ist es noch ein weiter, hindernisreicher Weg für Familie Walsdorf. „Wir hoffen, dass unser Sohn Philipp dort bei der Kart-Weltmeisterschaft antreten kann“, sagt Corinna Walsdorf „das heißt, wenn uns bis dahin nicht das Geld ausgeht.“

Familie braucht ihre Ersparnisse für den Traum auf

Rund 8000 Euro würde der Start des 16-jährigen Philipp auf dem legendären Asphalt kosten – und aus der Privatkasse der Familie aus Blankenfelde finanziert werden. „Ich bin sehr froh“, sagt Philipp Walsdorf, „dass mich meine Eltern so unterstützen. Ich glaube, ich bin einer der Wenigen aus Berlin und Brandenburg, der sich auf die internationale Bühne begeben hat.“

Philipp Walsdorf trainiert für die Profikarriere

Philipp Walsdorf trainiert für die Profikarriere.

Quelle: privat

Philipp Walsdorf hofft nun, dass Le Mans nicht hinter der finanziellen Schmerzgrenze liegt, denn am Ende dieser Saison, rechnet Mutter Corinna – die bei der Deutschen Rentenversicherung Bund arbeitet – vor, werden für Wettkämpfe und Trainingsreisen 45 000 bis 50 000 Euro in die Rennfahrerlaufbahn geflossen sein. Ein ähnlich schwieriger finanzieller Balance- und Kraftakt, wie eines der kleinen Fahrzeuge bei Tempo 120 auf Kurs zu halten, wenn die Konkurrenz drängelt und sich der Asphalt mit seinen Bodenwellen wie ein bockendes Pferd gegen die Boliden wehrt. „Wir können uns das nur dieses Jahr leisten, wir brauchen dafür unsere Ersparnisse auf“, sagt Corinna Walsdorf über das kostspielige Familienprojekt. „aber Philipps großer Traum ist es, irgendwann einmal einen Tourenwagen für einen professionellen Rennstall zu fahren.“

Rennsport liegt der Familie im Blut

Dem könnte Walsdorf junior, der von seiner Schule, dem Potsdamer Schiller-Gymnasium, unterstützt wird, mit einer neuerlichen erfolgreichen Saison am Steuer eines Karts wieder ein Stückchen näherkommen. Die Ansätze sind vielversprechend, derzeit bewegt sich Philipp Walsdorf in dem Teil der Leistungspyramide, aus dem sich die Hobbyfahrer und Freizeitpiloten verabschiedet haben, aber immer noch so manches Talent im Rennen ist. Roland Rehfeld, ebenfalls in Blankenfelde wohnhaft und Teammanager des renommierten „HTP Kartteams“, für das Philipp in dieser Saison fährt, schätzt ein: „Er ist für mich einer, der mit seiner Art und Weise, an das Thema heranzugehen, sehr vielversprechend ist. Es ist durchaus realistisch, dass er einmal Berufsfahrer wird, beispielsweise in der Liga der Traumsportwagen.“

Auch Philipps Vater Thomas Walsdorf – Wirtschaftsingenieur bei VW – ist früher Kart und Rallye gefahren, Rennleiter und absolviert derzeit ehrenamtlich eine Ausbildung zum Rallyleiter. „Philipp durfte sich aber seinen Sport aussuchen“, betont Mutter Corinna und schmunzelt. Angefangen hatte alles 2010, im Alter von neun Jahren steigt Philipp Walsdorf ins Cockpit und bestreitet Kartslalom-Wettbewerbe. 2011 und 2013 wird er Landesmeister, 2014 und 2015 siegt er in einer ostdeutschen Rennklasse für Junioren auf der Kartrundstrecke. Im vergangenen Jahr wird Walsdorf beim Autoslalom Youngster Cup Berlin-Brandenburg in seiner Klasse Gesamtdritter.

1200 Euro kostet ein Trainingstag

Zwei Rennen in Belgien hat Walsdorf in dieser Saison bereits bestritten, unlängst kam er bei einem gut besetzten internationalen Wettkampf als Siebenter von 33 Startern ins Ziel, fünf hochkarätige Starts stehen noch auf dem Rennprogramm der kommenden Monate. Regelmäßiges Training mit dem Kart ist wegen des Mangels an Gelegenheit schwierig, dreimal pro Woche hält sich Philipp Walsdorf im Fitnessstudio in Form. Das nächste Zwischenziel auf der „Road to Le Mans“ ist Ampfing, in Oberbayern wird er einen wichtigen Stopp auf dem Weg zur WM einlegen, dort steigt er in Kürze bei einem Rennen hinter das Lenkrad. Über Ostern aber wird er noch einmal zum Training in die süddeutsche Kart-Hochburg reisen. Allein. Mutter Corinna und Vater werden erst beim Rennen das Wohnmobil in Gang setzen und in Ampfing den kleinen Blankenfelder Außenposten aufstellen.

1200 Euro kostet allein ein Trainingstag auf der Bahn in Bayern. „Philipp muss vorher auf der Strecke trainiert haben“, sagt Corinna Walsdorf, „sonst macht das ja keinen Sinn. Wir wollen uns nicht vorwerfen müssen, wir hätten nicht alles versucht. Letztendlich will man doch, dass sein Kind glücklich ist und wenn ich sehe, wie sehr sich Philipp freut, wenn er ins Cockpit steigt, dann weiß ich, dass wir genau das Richtige machen.“

Von Lars Sittig

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