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Auf dem Weg zum achten Titel

Sebastian Warneck startet bei den Deutschen Fahrsport-Meisterschaften, die gleichzeitig als WM-Sichtung gelten Auf dem Weg zum achten Titel

Sebastian Warneck hofft, trotz Dreifachbelastung in Beruf, Familie und Sport den Kopf bei den Deutschen Meisterschaften völlig frei zu haben, um seinen Titel aus dem Vorjahr in Drebkau mit Erfolg verteidigen zu können.

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Sebastian Warneck

Quelle: Hansjürgen Wille

Nunsdorf. Normaler Weise übt er seine sportlichen Aktivitäten im Sitzen aus – mit den Leinen in der Hand auf dem Bock einer Dressurkutsche oder dem Geländewagen. Doch Sebastian Warneck, der siebenmalige Deutsche Meister im Fahrsport, ist auch zu Fuß recht gut unterwegs: Beim jüngsten Berliner Halbmarathon über rund 21 Kilometer kam er bei 32 000 Läufern auf Platz 6064 in der recht beachtlichen Zeit von 1:29,49 Stunden. „Mich würde durchaus auch einmal die doppelte Distanz reizen“, sagt er. Doch momentan haben solche Gedanken keinen Platz, denn seine ganze Aufmerksamkeit richtet sich auf die derzeit in Lähden stattfindenden nationalen Zweispänner-Titelkämpfe, die zugleich eine WM-Sichtung bedeuten.

Bereits am Sonntag machte sich unter Federführung von Stallmeister Torsten Bukoitz der schwere Lkw-Transporter mit der wertvollen Fracht von Nunsdorf in den 500 Kilometer entfernten Ort im nordwestlichsten Zipfel von Niedersachsen auf, damit sich die Pferde an ihre neue Umgebung gewöhnen und außerdem vom ehemaligen Bundestrainer Eckhard Meyer noch den letzten Schliff erhalten konnten. Zum einen handelte es sich um das für den Einsatz vorgesehene B-Namen-Gespann mit Beat me Okydo, Bento und Balos, alle neunjährig und aus Holland stammend, sowie um das ein Jahr ältere und kaum schlechtere Terzett mit den A-Buchstaben Alfred, Aristos und Alexander, auf das im Notfall zugegriffen werden muss, wenn sich eines der angedachten Pferde verletzt oder nicht durch den Veterinär-Check kommen sollte. Treten jedoch keine Probleme auf, soll Bukoitz die A-Version vorstellen.

Dass Warneck, von Beruf Staatsanwalt am Landgericht in Berlin-Moabit, erst am Dienstag nachreisen konnte, liegt daran, dass er sich noch durch einen Berg von Akten wühlen muss. Dennoch hofft er, den Kopf bis zu den Meisterschaften völlig frei zu haben, um seinen Titel aus dem vergangenen Jahr in Drebkau mit Erfolg zu verteidigen. Es wäre dann sein insgesamt achter. „Doch die Konkurrenz hat es in sich, und es wird von Mal zu Mal schwerer zu gewinnen“, meint der in Rangsdorf lebende Familienvater einer acht Monate alten Tochter. Und er hat damit durchaus Recht, denn bei den drei vorangegangenen Turnieren in Blievenstorf, dem tschechischen Nemcice und zuletzt Herford wurde er jeweils „nur“ Zweiter, wobei er in Herford sehr gut in der Dressur und im Gelände zurechtkam, dann aber im sogenannten Kegelfahren, das normalerweise seine Stärke ist, ziemlich daneben lag, drei Bälle bei den Hindernissen abwarf und zudem noch Zeitfehler einstecken musste.

„Daraufhin habe ich in den letzten Trainingseinheiten besonderen Wert auf diesen Teil des Vielseitigkeitsprogramms gelegt“, so Warneck, „zumal die Linienführung durch die Parcoursgestalter immer anspruchsvoller und außerdem ein recht flottes Tempo verlangt wird. Früher waren es 230 Meter pro Minute, heute sind es 250 Meter, die in einem mit vielen Pylonen-Durchfahrten gespickten Kurs zurückzulegen sind. Oft ist es so, dass sich das nach zwei Disziplinen zustande gekommene Zwischenergebnis noch total verändert. Null-Runden sind kaum noch die Regel.“

Vater Reinhardt Töpel, sonst einer der schärfsten Kritiker, zieht tief den Hut vor dem, was sein Sohn in dieser Saison zustande gebracht hat. „Im Gegensatz zu früheren Jahren ist er voll im Beruf eingespannt, hat gerade erst ein Haus gebaut und eine Familie gegründet. Dass er trotz dieser Dreifach-Belastung immer noch mit großer Intension und viel Engagement das tägliche Trainingsprogramm absolviert und darüber hinaus konzentriert in die Turniere geht, das verdient höchste Anerkennung, zumal auch im Fahrsport die Professionalisierung immer mehr zunimmt und es reine Amateure wie er es schwer haben.“

Allerdings wird dem siebenfachen Deutschen Meister in vielfacher Hinsicht der Rücken freigehalten. „Sonst würde ich das alles auch nicht schaffen können“, erklärt Warneck, der bereits um halb sieben in der Frühe an seinem Schreibtisch sitzt und nach der Rückkehr gegen 17 Uhr zunächst in Nunsdorf mit einem oder zwei Gespannen fährt, die ihm zuvor die Stallmannschaft mit Torsten Bukoitz, Przemyslaw Sroka und Tini Bruß fertig gemacht hat, so dass er ohne Verzug ans Werk gehen kann.

Von Hannsjürgen Wille

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