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Auf eigenen Füßen

Austritt aus dem Verband Auf eigenen Füßen

Einige Billardvereine der Region haben den Verband verlassen und sich in einer selbst organisierten Spielklasse formiert. Bereut hat man diesen Schritt noch nicht.

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Die Kugeln rollen bei den Karambol-Billard-Spielern aus Mittenwalde, Baruth und Ludwigsfelde im Ligabetrieb, allerdings nicht mehr unter dem Dach des Verbandes.

Quelle: LARS Sittig

Baruth. Das Treffen, bei dem die richtungsweisende Entscheidung festgezurrt wurde, fand in Ludwigsfelde statt, im City-Treff, in der Spielstätte des Billardclubs 1958 Ludwigsfelde. „Das Thema hatte schon lange gegoren“, sagt Lutz Möbus, der Mannschaftsleiter des Baruther BC 06, „es musste geklärt werden. Alle Vereine haben über die hohen Beitragskosten geklagt und sich gefragt: Wofür zahlen wir und welche Leistungen bekommen wir eigentlich dafür. Da wir uns alle schon lange kennen und gut verstehen, haben wir beschlossen, aus dem Verband auszutreten unsere eigene Hobbyliga zu gründen.“

Nach dem Treffen der Mannschaftsleiter in der Autobauerstadt steht fest: Die Zugehörigkeit bei der Deutschen Billard-Union (DBU), dem zuständigen Verband, wird gekündigt und eine eigene Karambol-Billard-Hobbyliga (siehe Infokasten) gegründet. „Die Beiträge vorher haben deutlich über 200 Euro pro Jahr pro Verein betragen“, sagt Möbus, „und man darf nicht vergessen, dass die Vereine ja auch andere Ausgaben wie die laufenden Kosten für Heizung, Wasser und Strom bestreiten müssen.“ Die Gründungsmitglieder der separaten Billard-Spielklasse sind neben den Vertretungen aus Ludwigsfelde und Baruth auch der ESV Lok Falkenberg und der VBSF Cottbus – diese fünf Clubs hatten auch schon vorher unter dem Dach der DBU die Landes-Meisterschaft ausgespielt.

Inzwischen geht die eigenständige Spielklasse in ihre dritte Spielzeit, am vergangenen Wochenende fiel der Startschuss für die neue Saison. Ende November sollen beim Saisonfinale die letzten Entscheidungen fallen und zum dritten Mal der Sieger der Spielklasse in Eigenregie feststehen.

Den Schritt, sportlich auf eigenen Füßen zu stehen, hat man bei der neun Mitglieder zählenden Billardabteilung des BSV Mittenwalde nicht bedauert. „Wir haben jemanden gewählt, der den Spielbetrieb organisiert“, sagt Uwe Höhnow vom BSV, „das klappt sehr gut.“ Auch Möbus sagt: „Ich habe den Entschluss nie bereut und wir sehen das alle so. Die Schiedsrichter entscheiden bei den Partien. Für Streitigkeiten wäre der Staffelleiter zuständig, aber die gab es noch nie.“ Eine Versicherung für den Spielbetrieb – die unter dem Dach eines Verbandes geboten wird – ist nicht nötig – Billard wird ohne Mitgliedschaft auch in vielen Kneipen oder im Hobbykeller gespielt.

Ein paar Einschränkungen gibt es durch den Austritt aus der DBU schon, die aber nimmt man problemlos in Kauf. Einige Begriffe und Meistertitel sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht mehr verwendet werden, ohne DBU-Mitgliedschaft dürfen Akteure beispielsweise auch nicht mehr bei deutschen Meisterschaften starten. „Wir haben in der Bundesliga und Oberliga gespielt“, sagt Höhnow, „wir wollen jetzt ein bisschen ruhiger treten. Da ist egal, dass wir auch nicht mehr aufstiegsberechtigt sind.“ Möbus sagt: „Es ist alles wir vorher, nur nicht mit diesen hohen Kosten. Wir haben ein Durchschnittsalter von 61 Jahren. Wir wollen einfach nur unseren Sport genießen.“

Von Lars Sittig

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