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Bernd Herbert ist Stadionsprecher in Luckenwalde

MAZ-Serie: Die Stimmen Brandenburgs Bernd Herbert ist Stadionsprecher in Luckenwalde

In der MAZ-Serie „Die Stimmen Brandenburgs“ stellen wir diesmal Bernd Herbert vor. Der 71-Jährige ist seit 37 Jahren Stadionsprecher im Werner-Seelenbinder-Stadion in Luckenwalde. Und nicht nur dort am Mikrofon.

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Bernd Herbert als Stadionsprecher bei den diesjährigen Europameisterschaften im Ultra-Steinstoßen in Jüterbog.

Quelle: Foto: Frank Nessler

Luckenwalde. Das erste Mal vergisst man nicht, heißt es. Dies gilt auch für Stadionsprecher. Der Luckenwalder Bernd Herbert hatte seinen ersten Einsatz am Mikrofon bei einer Sportveranstaltung vor mehr als 37 Jahren. Am 8. März 1979 wurde ein Stadionsprecher für das Fußball-Juniorenländerspiel zwischen der DDR und Rumänien gesucht. Die Partie fand im Luckenwalder Werner-Seelenbinder-Stadion, das heute noch den Namen des 1944 von den Nazis hingerichteten Ringers trägt, statt. Herbert, 1979 aktiver Fußballer beim TSV Luckenwalde, wurde der Job am Mikrofon angeboten. Mit den Worten: „Du kannst als Einziger von uns reden“, hat ihm Trainer Günter Dutschke, der ältere Bruder des einstigen Studentenführers Rudi Dutschke, den Sprecherposten schmackhaft gemacht. „Mein loses Mundwerk war wohl schuld“, mutmaßt Herbert. Etwas nervös zu Beginn, meisterte er die Aufgabe mit Bravour.

Auch Länderspiele waren dabei

Der heute 71-Jährige fand jedenfalls Gefallen daran. Bis Ende der 1980er Jahre eher sporadisch, startete Herbert nach der Wende als Sprecher in Luckenwalde durch. Die Heimspiele der Fußballer des FSV 63 im Seelenbinder-Stadion moderiert er seitdem regelmäßig. Unterstützt wird der Mann am Mikrofon von Techniker Gerd Lautenschläger, der für den guten Ton sorgt. Als Höhepunkte seiner Sprechertätigkeit bezeichnet Herbert die internationalen Vergleiche, die in Luckenwalde ausgetragen wurden. Beispielsweise die Fußball-Länderspiele der DFB-Frauen und der Junioren. Besonders stolz ist Herbert auf sein Interview mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der SPD-Politiker war 2014 zu Gast. Doch nicht nur Luckenwalder Fußballspiele werden von ihm moderiert. Jährlich ist Herbert bei den Kids-Skate-Days des SV Fläming-Skate in der Jüterboger Arena als Sprecher zu erleben. In diesem Sommer war er auch bei den Europameisterschaften im Ultra-Steinstoßen in der benachbarten Flämingstadt am Mikrofon.

Akribische Recherche gehört dazu

Zu den Markenzeichen des gelernten Maschinenbauingenieurs, der vor der Rente zuletzt als Leiter Instandhaltung beim Landesbetrieb Straßenwesen tätig war, gehört eine akribische Recherche. „Ich bin nicht der Typ, der nur die Mannschaftsaufstellungen vorliest. Ich will die Zuschauer umfassender informieren“, sagt Herbert. Als Stadionsprecher war er Autodidakt, Inspirationen holte er sich beispielsweise bei Bundesligaspielen oder Großveranstaltungen in Berlin und anderswo. „Da habe ich immer genau zugehört, was die Sprecher so sagen“, erklärt Herbert. Als Einheizer für die Massen versteht sich der 71-Jährige dabei nicht. „Ich bin eher der nüchtern, neutrale Typ“, sagt Herbert.

Nach mehr als 37 Jahren als Stadiosprecher denkt er langsam daran, das Mikrofon aus der Hand zu geben. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich jedoch schwierig. Fündig geworden ist Herbert noch nicht.

Von Frank Neßler

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