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Der lange Weg von Luckenwalde nach Rio

Badminton Der lange Weg von Luckenwalde nach Rio

Carla Nelte, die bei den Sportfüchsen mit dem Badminton spielen begann, bereitet sich derzeit auf ihre ersten Olympischen Spiele vor – aus Brasilien wird sie für die MAZ ihre Erlebnisse schildern. Besonders einen Superstar würde die Athletin gerne treffen.

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Carla Nelte

Luckenwalde. In Mainz wird das Olympiafieber noch einmal zusätzlich steigen, in wenigen Tagen, wenn ein großer Akt für das deutsche Team auf dem Programm steht. „Manchmal kann man das alles immer noch nicht glauben, die Vorfreude ist natürlich sehr groß“, sagt Carla Nelte, „und bei der Einkleidung am 11. Juli wird sich das sicher alles noch einmal steigern.“ Derzeit laufen die Vorbereitungen bei Carla Nelte für ihre ersten Olympischen Spiele, am 11. August werden die Badminton-Wettbewerbe beginnen, bei denen die Athletin im Doppel antreten wird (siehe Infokasten). „Ich freue mich auf alles, auf das gesamte Event. Normalerweise sind wir Badmintonspieler bei den Turnieren ja unter uns, aber in Rio kann man den gesamten Weltsport erleben.“

Der lange, entbehrungsreiche Weg aus Luckenwalde nach Rio de Janeiro, wo sich bei den Olympischen Spielen der Weltsport versammeln wird, begann für siein bei den Sportfüchsen in Luckenwalde. „Mein Vater war dort Trainer und auch meine Mutter hat sich im Bereich Behindertensport engagiert“, berichtet Carla Nelte. Mit 14 Jahren beginnt sie an der Sportschule in Berlin zu lernen und zu trainieren. „Das war der große Schritt in Richtung Leistungssport.“ Nach dem Abitur folgt der Wechsel nach Mühlheim, dort wo im Nationalstützpunkt die deutsche Elite trainiert: Eine Veränderung, die zunächst zu gewaltig erscheint und wo eher nach einer Art Ausschlussverfahren gegangen wird. „Ich war mir nicht sicher, ob der Schritt nicht zu groß ist“, erinnert sich die 25-Jährige, „aber ich wollte mir danach nicht vorwerfen, es nicht probiert zu haben.“ Nachdem sie für den SV Berliner Brauereien und EBT Berlin gespielt hatte, tritt Carla Nelte seit 2009 für den Bundesligisten TV Refrath an.

In den Jahren danach gewinnt sie auch auf der ganz großen internationalen Bühne Medaillen und Titel. Siege werden beispielsweise 2014 im Doppel und Mixed beim Brazil Grand Prix gefeiert. Die beiden größten Erfolge sind die EM-Titel 2012 mit der Damen-Mannschaft und 2013 mit dem gemischten Team.

Vor gut einem Jahr beginnt dann der Qualifikations-Marathon für die Olympischen Spiele, der Nelte und ihre Doppelpartnerin kreuz und quer über den Globus reisen lässt. 28 Turniere bestreitet Carla Nelte mit ihrer Doppelpartnerin um die nötigen Punkte zu sammeln, angetreten wird unter anderem in Peru, Guatemala, Brasilien, Indonesien und China. Der Badminton-Circuit ist inzwischen ein weltumspannendes Geflecht, schwindelerregend hohe Preisgelder werden aber nicht eingestrichen. Für einen Erfolg in der Doppel-Konkurrenz bei einem Grand Prix-Turnier gibt es für das Siegerpaar 4000 Euro Prämie. Carla Nelte, die parallel zum Badminton ein Lehramtsstudium absolviert, kann ihren Sport dank Zuschüssen und Zuwendungen aus einigen Fördertöpfen – unter anderem Stiftungen und der Verein TV Refrath – professionell betreiben. „Ich kann vom Sport leben und komme gut über die Runden. Das hat sich gut entwickelt“, sagt Carla Nelte, „es ist außerdem großer Luxus, sein Hobby zum Beruf machen zu können, die Welt zu bereisen und soviel mitnehmen zu können.“ Nun wartet als eine Art Jackpot das größte Sportereignis der Welt.

Am 4. August steht der Abflug nach Rio – auch ohne Sportgroßereignis ein Traumziel – auf dem Programm, am 5. August wird die Eröffnungsfeier am Zuckerhut stattfinden. Einen Star würde Carla Nelte ganz besonders gerne treffen: Roger Federer, die Tennis-Ikone aus der Schweiz. „Wenn ich ihm über den Weg laufen sollte“, kündigt Carla Nelte an, „werde ich ihn sicher um ein Autogramm bitten. Ich werde auch versuchen, ein Match von ihm zu sehen.“


info: Für die MAZ wird Carla Nelte in unregelmäßigen Abständen in einer Art Tagebuch über ihre Eindrücke und Erlebnisse in Rio berichten

Von Lars Sittig

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