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Düstere Aussichten

Saisonziele der Luckenwalder Ringer rücken in weite Ferne Düstere Aussichten

Das schwarze Wochenende hatte Spuren in der Fläminghalle hinterlassen. Die Zuschauer waren desillusioniert, die Ringer des Luckenwalder SC in einem moralischen Tief angekommen. „Es muss mir etwas einfallen, damit die Jungs wieder zu ihrer Souveränität zurückfinden“, sagte LSC-Trainer Andreas Zabel.

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Keine leichte Aufgabe für die nächsten schweren Wochen, denn beim LSC herrscht Playoff-Alarm. Die Bundesligaringer der Kreisstadt haben am Wochenende einen empfindlichen Rückschlag im Kampf um den Einzug in die diesjährige Finalrunde der deutschen Mannschaftsmeisterschaft hinnehmen müssen. Nur mit einer makellosen Rückrunde ohne Ausrutscher gegen die Kellerkinder und die unmittelbaren Kontrahenten im Duell um den wichtigen Gruppenplatz vier sowie einem Wunder gegen einen der großen Staffeldrei können die Luckenwalder ihr Saisonziel noch erreichen. Am Wochenende verlor der LSC seine beiden Heimkämpfe in der Fläminghalle. Gegen den AC Lichtenfels zogen die Luckenwalder mit 9:24 und 24 Stunden später gegen Vizemeister KSV Köllerbach mit 9:26 den Kürzeren.
Einen Tag nach Halloween präsentierten sich die LSC-Ringer am Freitagabend gegen Lichtenfels besonders gruselig. Schon nach fünf Kämpfen lagen die Hausherren in der Fläminghalle gegen einen Hauptrivalen im Duell um den 4. Staffelplatz mit 4:14 hinten. Auch der weitere Verlauf des Freitagabends gestaltete sich für die LSC-Ringer unerfreulich. Nur Erik Weiß (66/GR) und Martin Obst (84/F) gewannen ihre Duelle. „Es gibt nichts zu beschönigen. Mit dieser Leistung sind wir nicht finalrundentauglich“, erklärte Zabel am Freitagabend.
Wie weit die Luckenwalder Bundesligaringer vom Glanz einstiger glorreicher Zeiten entfernt sind, wurde am Sonnabend deutlich. Die 9:26-Niederlage gegen den KSV Köllerbach spricht Bände. Nur Christoph Bast (66/GR), 2:1 gegen Marc-Antonio von Tugginier, und Nick Matuhin (120/F), 4:0 technisch überlegen gegen Dimitar Kumchev, fuhren Siege für die LSC-Riege ein. Jeweils einen Punkt holten der bulgarische LSC-Neuzugang Stefan Grigorov (55/GR), Martin Obst (84/F) sowie Zoltan Fodor (84/GR), der Ungar in Luckenwalder Diensten.
Ein Kolumnist der MAZ fand nach den Niederlagen deutliche Worte: Das war einfach viel zu wenig, was die Schützlinge von den Trainern Andreas Zabel und Jörn Levermann an diesen beiden Kampfabenden ihren Zuschauern in der Fläminghalle boten. Die Niederlage am Sonnabend gegen den deutschen Vizemeister aus Köllerbach, obwohl man über die Höhe streiten kann, musste man schon einkalkulieren. Aber die Leistung, die die Einheimischen 24 Stunden vorher gegen den Mitkonkurrenten um den 4. Platz, der zur Playoff-Teilnahme berechtigt, gegen Lichtenfels abgeliefert haben war irgendwo schon peinlich.
War das die Stunde der Wahrheit? Wenn ja, müssen die Verantwortlichen vom Verein, vom Stützpunkt und der Nelson-Sport gemeinsam möglichst schnell handeln, um den Schalter umzulegen. Die Chance auf eine erneute Playoff-Teilnahme ist nach den Niederlagen in Aachen und am vergangenen Freitag in Luckenwalde gegen Lichtenfels auf ein Minimum gesunken.
Auch beim LSC ist man sich des Ernstes der Lage bewusst. „Wir müssen jetzt alles gewinnen und Mainz oder Mömbris weghauen“, sieht auch Nelson-Chef Bernd Fassbender die Felle für diese Saison davonschwimmen. Fassbender räumte aber ein: „Wir müssen schon sofort Überlegungen anstellen und an die nächste Saison denken“.
Der Köllerbacher Trainer Thomas Geid war von der hohen Luckenwalder Niederlage gegen Lichtenfels ebenso wie die Zuschauer in der Halle, die den Kampf verfolgt haben, überrascht. „Ich wollte es gar nicht glauben. Das ist für mich unverständlich“, äußerte sich der Saarländer vor dem Gefecht seiner Ringer in der Fläminghalle. Nach dem Sieg seiner Männer traf er dann wohl mit dem Urteil über die momentane Verfassung der meisten Luckenwalder Athleten den Nagel auf den Kopf. „Das habe ich in Luckenwalde bisher noch nie erlebt. Das Feuer von einst auf der Matte ist erloschen. Für meine Begriffe waren die Luckenwalder nicht fit. Sie hatten konditionelle Defizite und es fehlte die nötige Motivation.“
Am Rande des Kampfes trug sich Ungewöhnliches zu in der Luckenwalder Fläminghalle: „Kleiner Junge mit einer Riesensporttasche“, mit dieser Beschreibung schickte die Eventmanagerin Steffi Wenzel, die am Freitag in Abwesenheit von Nelson-Chef Bernd Fassbender das Sagen hatte, den Luckenwalder Taxiunternehmer Schönhals auf dem Flughafen Tegel auf die Suche nach dem 18-jährigen bulgarischen Fliegengewichtler Stefan Grigorov. Schönhals suchte lange vergeblich nach dem Luckenwalder Neuzugang.
Zwischen der Halbzeitpause des Kampfes gegen Lichtenfels und dem Ende der Pressekonferenz hatte es Steffi Wenzel mit ihrem Handy hinbekommen, den Bulgaren ausfindig zu machen und per Taxi nach Luckenwalde zu holen. Ihr Handy glühte. Ausrufen am Hauptschalter der Abfertigungshalle in mehreren Sprachen. Telefonate mit Grigorovs Berater. Auch Teammanager Jörn Schröter, der sich im Urlaub befand, wurde einbezogen.
Die Suche nach dem verlorenen Neuzugang war letztlich erfolgreich. Stefan Grigorov saß auf einer Parkbank. Steffi macht das schon, auf Steffi ist Verlass, so war der einheitliche Tenor derer, die Steffi Wenzel kennen. Und dieser ganze zusätzliche Stress neben dem Kampf. „Was mir noch gefehlt hat, wenn ein Ringer zur Dopingkontrolle gemusst hätte“, sagte Wenzel, die ihre zweite Feuertaufe damit bestanden hatte. „Manchmal fühle ich mich wie eine Ringermutti“, meinte die 26-Jährige.

www.1lsc.de

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