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Erkundungstour mit der Pressluftflasche

Serie MAZ macht mit Erkundungstour mit der Pressluftflasche

Ungewohnte Umgebung, neue Eindrücke: Bei der Serie „MAZ macht mit“ üben die Mitarbeiter der Sportredaktion zum ersten Mal Sportarten aus: Im Tauch-Selbstversuch hat Redakteur Lars Sittig eine neue Welt entdeckt. Auf dem Grund des Kristallbades wartete bei der Unterwassertour so manch eine überraschende Erfahrung.

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Auf Entdeckungstour: Tauchlehrer Uwe Högner (r.) vom TC Submers und Lars Sittig auf dem Grund des Sportbades der Kristalltherme.

Quelle: privat

Ludwigsfelde. Auf einmal ist sie da, die Unterwasserwelt, die Wucht der Farben schlägt mir entgegen: Eine Art blaue Lagune wölbt sich bis zum Horizont. Nur ein paar Zentimeter unter der Wasseroberfläche des Sportbades in der Kristalltherme Ludwigsfelde wird schlagartig klar, woher die Formulierung kommt: In eine andere Welt eintauchen. Das Gesicht von Uwe Högner ist plötzlich vor mir, dem Tauchlehrer vom „Tauch-Club Submers“ aus Ludwigsfelde, die einmal im Quartal einen Schnupperkurs im Programm haben. Alles okay, fragen seine Finger? Hier unten ist nonverbale Kommunikation gefragt. Ja.

Alles bestens, nur eben völlig ungewohnt. Atmen. Ein. Aus. Ein. Aus. 2000 Liter Luft sind in der Flasche auf dem Rücken. Pressluft, nicht Sauerstoff, wie manch ein Laie vermutet. In einem Kompressor in den Vereinsräumen der Submers, gleich nebenan im „Citytreff“, wird Luft in das Gehäuse gepresst, bis der Druck die 200-fache Stärke der Umgebung erreicht hat. Zwei bis drei Stunden könnte ein erfahrener Taucher unter Wasser bleiben, wenn er ruhig atmet. Schwerelos gleitet, sich mit dem Wasser verbindet. Bei mir aber muss das Becken oben aussehen wie ein Whirlpool.

Atmen. Ein. Aus. Ich habe mit mir selber zu tun. Balance halten, Schwimmzüge, der Kamera entgegen. Aber in den Momenten, in denen die Basisfunktionen in den Hintergrund rücken und die Umgebung in den Vordergrund, ist sie schlagartig spürbar, die Faszination des Sporttauchens. Dieses Gemisch aus ungewohnten visuellen und akustischen Effekten.

Ein Pulk Wasserblasen steigt blubbernd auf. „Immer genug Luft zum Atmen“, habe ich gehört, heißt ein Spruch der Taucher, aber es könnte auch „Glück auf“ oder „Gluck auf“ heißen. Hier unten, wo nicht einmal Whatsapp und Facebook den Weg hinfinden, hat man die Möglichkeit, sich über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens Gedanken zu machen.

Ein Schwarm Schwimmer zieht oben vorüber, da wird mir klar, warum hier unten alles so automatisch entschleunigt: Der Wasserwiderstand lässt kaum hektische Bewegungen zu, die Geräusche werden geschluckt bis eine Art Rausch der Stille eintritt. Das Resultat: Ein Stumm- und Gleitfilm. Das Taucherepos „Im Rausch der Tiefe“ kommt mir in den Sinn, mit dem Schauspieler Jean Reno – obwohl es sich da um Apnoe-Taucher handelt, die mit angehaltenem Atem ohne künstliche Luftversorgung in die Tiefe entschweben.

Das Eintauchen in die Unterwasserwelt fördert Interessantes an die Oberfläche: Es gibt Unterwasserrugby und Unterwasserhockey. In Deutschland sind 177 000 sogenannte Intensivtaucher mit eigener Ausrüstung und 230 000 Gelegenheitstaucher ohne eigene Ausrüstung registriert. Die braucht man auch nicht beim Schnuppertauchen der Submers, dem Neuling wird das Equipment zur Verfügung gestellt.

Letztendlich ist alles physikalisch erklärbar, durch den Brechungswinkel der Brille wirkt die Umgebung um ein Drittel größer. Die Luft strömt durch den Überdruck aus der Flasche und wird durch den Atemregler gesteuert. Trotzdem bleibt bei mir, einem technischen Laien, Ungläubigkeit. Auftauchen. Durchatmen, Sinne sortieren, bis zum nächsten Eintauchen in die Unterwasserwelt.

Bei den Submers gibt es freie Plätze. Kontakt: tsc-submers@web.de

Von Lars Sittig

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