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„Es gab schon Offerten aus der Bundesliga“

Tobias Reichmann über seinen Wechsel zum polnischen Club Kielce und die Zuschauerrolle des DHB-Teams bei der EM „Es gab schon Offerten aus der Bundesliga“

Nationalspieler, Championsleague-Sieger, Deutscher Meister – die Karriere des früheren Rangsdorfers Tobias Reichmann ist reich an Erfolgen und illustren Kapiteln. Im Interview spricht der Handballstar über die Gründe für seinen Wechsel nach Polen, die polnische erste Liga und seine persönliche Situation in der deutschen Nationalmannschaft.

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MAZ: Herr Reichmann, Sie wechseln im Sommer nach Polen, zum KS Vive Kielce. Gab es keine anderen Angebote – müssen Sie jetzt nach Polen gehen?
Tobias Reichmann: Es gab schon noch andere Offerten aus der Bundesliga. Allerdings hatte ich bereits nach der WM 2013 in Spanien ein Gespräch mit Bogdan Wenta, dem aktuellen Trainer von KS Vive Kielce, der mich auch schon während meiner Zeit beim THW Kiel beobachtet hat. Dort hat Wenta sein Interesse an mir bekundet. Während des Final-Four-Turniers der Champions-League gab es dann ein konkretes Angebot. Auch Wetzlar hatte mir ein Angebot gemacht, aber die Offerte von Kielce war nicht zu toppen. Ich wollte unbedingt wieder Champions League spielen, um mich weiterzuentwickeln. Ein Grund war auch, wieder regelmäßig international mit einem Klub zu spielen und das ist vermutlich in Wetzlar in der nahen Zukunft nicht möglich.

MAZ: In der kommenden Saison wird Talant Dujshebaev, dreifacher Champions-League-Sieger und mehrfacher Meister und Pokalsieger in Spanien, Ihren neuen Verein trainieren. Die Verpflichtung dieses Weltklasse-Trainers und der Aspekt, dass viele ehemalige Bundesligaspieler in Kielce spielen, zeigt den Stellenwert des Teams. Können Sie schon was zur Stärke der polnischen Liga sagen? Gerade im Verhältnis zur deutschen Liga?
Reichmann: Grundsätzlich denke ich, dass die polnische Liga nicht mit der deutschen Liga zu vergleichen ist. Die deutsche Liga ist schon stärker einzuschätzen. In Polen gibt es fünf Teams, die oben mitspielen. Kielce und Wisla Plock, die auch regelmäßig in der Champions-League spielen, sind noch etwas stärker als die anderen Mannschaften. Momentan befindet sich die polnische Liga im Aufwind.

Zur Person

Tobias Reichmann
geb.: 27. Mai 1988 in Berlin
Karriere
bis 2002 SV Lok Rangsdorf
2002 - 2008 LHC Cottbus
2008 - 2009 SC Magdeburg Youngsters (2. Bundesliga)
2009 - 2012 THW Kiel
2012 - 2014 HSG Wetzlar
ab Sommer 2014 KS Vive Kielce
(Dreijahresvertrag)
Erfolge: Super-Globe-Sieger (Handball-Weltpokal) 2011, Deutscher Pokalsieger 2011 und 2012, Deutscher Meister 2010 und 2012, Champions-League-Sieger 2010 und 2012
Supercup-Sieger 2011, Aufstieg mit LHC Cottbus in die 2. Liga 2007, U20-Vizeeuropameister 2008, Wetzlars Sportler des Jahres 2012, 5. Platz WM 2013 in Spanien,
KS Vive Kielce
Zehnfacher Polnischer Meister: Zehnfacher Polnischer Pokalsieger:
3. Platz Champions League: 2013

MAZ: Wo sehen Sie die Gründe dafür?
Reichmann: Ein Grund ist sicherlich die Teilnahme von Kielce am Final-Four-Turnier der Champions-League. Auch die polnische Nationalmannschaft gehört immer zur oberen Hälfte. Dies alles trägt dazu bei, dass viele Sponsoren in die Vereine investieren.

MAZ: Sie haben jetzt für drei Jahre unterschrieben. Was sind Ihre Ziele mit dem Club?
Reichmann: Die anderthalb Jahre in Wetzlar gingen schnell vorbei. Deshalb freue ich mich nun, drei Jahre bei einem Spitzenverein zu spielen. Wir wollen sicherlich jede Saison um die Champions-League mitspielen und uns in der europäischen Spitze etablieren. Außerdem wird es spannend sein, sich mit dem anderen Land und der neuen Kultur auseinanderzusetzen.

MAZ: Zu einem anderen Thema: Momentan läuft die Handball-Europameisterschaft in Dänemark. Die deutsche Mannschaft ist nicht dabei. Wie sehr schmerzt das?
Reichmann: Das ist sicherlich sehr traurig. Wenn man bei der WM im vergangenen Jahr dabei war, dann möchte man jedes Jahr ein großes Turnier spielen. Sicher ist es auch für den deutschen Handball kein gutes Zeichen, nicht bei der EM dabei zu sein.

MAZ: Wie ist Ihr aktueller Stand in der Nationalmannschaft? Sie waren in Tunesien bei den zwei Testspielen dabei. Dagegen haben sie beim Vier-Länder-Turnier gefehlt .
Reichmann: In den Planungen von Bundestrainer Martin Heuberger läuft alles auf die Playoff-Spiele im Juni diesen Jahres für die WM 2015 in Katar hinaus. Wir haben einen sehr breiten Kader. Deshalb will der Trainer möglichst viel ausprobieren. Deshalb war ich beim Turnier in Deutschland nicht dabei.

MAZ: Können Sie denn jetzt schon Ihre Chancen für die Nominierung einschätzen?
Reichmann: Natürlich hoffe ich, dass ich dabei bin. Ich wurde vor kurzem auch für das Allstar-Game am 1. Februar in Leipzig, wo es zum Aufeinandertreffen zwischen der Nationalmannschaft und einem Team von internationalen Spielern aus der Bundesliga kommt, berufen. Ich fühle mich topfit.

MAZ: Momentan läuft die EM und die Bundesliga pausiert. Trainieren Sie trotzdem? Wie sieht Ihr Alltag aus?
Reichmann: Wir trainieren seit dem 13. Januar zweimal täglich, um uns auf die Bundesliga vorzubereiten. Am 8. Februar treffen am ersten Spieltag nach der EM-Pause auf den HSV Handball. Der HSV hat viele Spieler für die EM abgeben müssen. Das könnte unsere Chance sein.

MAZ: Zu Ihren außersportlichen Entwicklungen: Sie studieren Sportwissenschaften in Kiel. Wie ging es dann weiter?
Reichmann: Zunächst einmal konnte ich mein Studium in Kiel leider nicht beenden. Ich habe versucht, mein Studium an der Universität in Gießen fortzusetzen. Leider hat das nicht geklappt. Momentan mache ich nur Sport. Sicherlich würde ich gern nochmal eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen. In Polen wird es zunächst darum gehen, die Sprache zu lernen. Das Sportstudium hat schon sehr viel Spaß gemacht. Vielleicht kann ich es dort nochmals aufnehmen.

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