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Farbtupfer in der Statistik

Die MAZ stellt ungewöhnliche Vereine vor Farbtupfer in der Statistik

Sie sind Farbtupfer in den Statistiken oder geben Rätsel auf: Vereine mit ungewöhnlichen Namen. Die MAZ stellt einige nicht ganz alltägliche Clubnamen der Region vor – und was sich hinter den Bezeichnungen verbirgt.

Zossen. SV Fichte Baruth: Der Verein sollte sich Ende des zweiten Weltkrieges umbenennen, in Traktor, wie bei ländlichen Vereinen in der DDR üblich. „Das wollten die Baruther aber nicht“, erzählt Werner Höhmberg, der Vereins-Präsident, „irgendeiner kam dann auf die Idee, den Verein Fichte zu nennen.“ Dabei hatte dieser Name einen doppelten Hintergrund. Zum einen den Philosophen Johann Gottlieb Fichte, zum anderen die Baruther Heimat, die geprägt war durch einen hohen Baumbestand, zumeist Fichten. Bis in die 70er Jahre hinein blieb der Verein namenstechnisch unbehelligt, wohl auch, weil eine Zeitlang parallel eine BSG Traktor Baruth bestand. Nach deren Auflösung sollte Fichte sich nun erneut in Traktor umbenennen.

Dem Vereinsmitglied Dieter Ellßel, der zugleich Chef des Trägerbetriebs Milchproduktion war, verdankt der Verein, dass es bei Fichte blieb. „Er hat sich dafür stark gemacht, dass wir weiter Fichte heißen durften. Als Kompromiss führten wir dann aber zusätzlich das Kürzel BSG für Betriebssportgemeinschaft“, erklärt Hömberg. Ellßel selbst spielt heute noch Tischtennis beim SV Fichte. „Wir sind sehr stolz auf unseren Namen. Außer uns gibt es, soweit ich weiß, nur noch in Bielefeld einen Verein, der Fichte heißt“ erzählt Baruths Präsident Höhmberg.

Hinter der SG Luckenwalde/Nuthe-Urstromtal verbirgt sich eine Fußball-Mannschaft mit Kickern der Vereine FSV Luckenwalde, Ruhlsdorfer BC, SV Felgentreu und der SG Woltersdorf, die seit der vergangenen Saison im Spielbetrieb startet. „Es gab schon früher die Idee eines FC Nuthe-Urstromtal“, sagt Sascha Wittig, der Jugendwart des FSV Luckenwalde, „der Name wurde dann bei der Suche nach einer Bezeichnung aufgegriffen, denn drei Vereine gehören zur Gemeinde Nuthe-Urstromtal.“ Dazu käme dann Luckenwalde wegen des FSV. Es gäbe unabhängig von der Spielgemeinschaft Überlegungen eines Jugendfördervereins für die Region, so Wittig, „demnächst soll es auch Gespräche geben, um die Bereitschaft der Vereine zu erkunden.“

Die Abkürzung für Mannschaften von Jugendfördervereinen: JVF – in den Fußball-Landesklassen treffen der BSC Preußen 07 Blankenfelde-Mahlow und die Spgm. Wünsdorf/Sperenberg/Mellensee auf mehrere dieser Nachwuchs-Verbünde, beispielsweise den JFV Fußballunion Niederlausitz oder den JFV Elster-Röder.

Concordia Ludwigsfelde: „Eigentlich ging das kurz und knapp von statten“, schildert Concordias Vereinschef Fred Grohmann die Namensgebung für seinen Verein. Diese Taufe fand, wie bei so vielen, im Jahre 1990 statt. Bis dahin hieß der Verein Turbine, mit dem Trägerbetrieb Rohrleitungsbau Ludwigsfelde. Dessen Ende kam mit der Wende und auch der Verein musste sich in kürzester Zeit neu aufstellen.

Während einer Leitungssitzung kam dann der entscheidende Vorschlag: „Klaus Grüneisen sagte, was haltet ihr davon, wenn wir uns Concordia nennen, das heißt Eintracht“, erinnert sich Grohmann. Der Vorschlag fand sofort Zustimmung.
Heute betreibt der Verein unter anderem die Sportarten Radsport, Tischtennis, Aerobic und Volleyball.

Die Spielgemeinschaft Fläming ist eine fußballerische Liaison der Vereine Viktoria Jüterbog, Zellendorfer SV und FSV Niedergörsdorf. David Kaluza, der Nachwuchskoordinator des Zellendorfer SV: „Der Name ist das Ergebnis einer Diskussion. Kein Verein wollte sich in den Vordergrund stellen, deshalb haben wir einen Namen mit einem regionalen Bezug gewählt, denn alle Ort liegen im Niederen Fläming.“
Die SG, die mit mehreren Teams im Nachwuchsbereich antritt, trifft in der Fußball-Landesklasse Süd der A-Junioren unter anderem auf die Spgm. Wünsdorf/Sperenberg/Mellensee und tritt am Sonnabend beim Rivalen aus dem Altkreis Zossen an (Anstoß: 11 Uhr).

Der Name Spielgemeinschaft Prieros/Netzhoppers Königs Wusterhausen klingt nicht unbedingt ungewöhnlich, aber die Länge der Teambezeichnung ist beachtlich. Stolze 53 Buchstaben wälzen sich ins Spannprotokoll, wenn die Spielgemeinschaft antritt.

Man kann nur hoffen, dass der Name, der ein halbes Programmheft füllt, auch auf dem Spielfeld Programm ist: Sollten die Akteure so lang sein, wie ihre Team-Buchstaben-Schlange, kann das nur von Vorteil sein – die Spielgemeinschaft Prieros/Netzhoppers Königs Wusterhausen tritt in der Volleyball-Landesliga der Herren (Staffel Nord) und trifft dort unter anderen auf den MSV Zossen, mit gerade mal neun Buchstaben in den Statistiken auftaucht.

Frisch auf Stülpe: Das genaue Gründungsdatum hat Ingo-Peter Böhme, der Vereinsvorsitzende von Frisch auf Stülpe nicht parat, mehr als 100 Jahre gibt es ihn aber schon. „Wir haben noch eine Urkunde von 1909, schon mit dem Namen Frisch auf“, berichtet Böhme. Bei „Frisch auf“ handelt es sich um eine alte Grußformel, ähnlich dem bekannteren „Glück auf“ und wurde meistens von Turnern, Wanderern und Arbeitern verwandt. Letzteres dürfte in Stülpe Pate bei der Namensgebung gestanden haben. „Unser Verein war von Anfang an ein Arbeiterverein, einer für die ganz einfachen Leute“, sagt Böhme. In der DDR-Zeit hieß der Verein Traktor, bevor 1990 die Rückbenennung erfolgte.

„Es gab damals praktisch keine Diskussion, Frisch auf war für die Mitglieder die erste Wahl“, so der Vereinsvorsitzende. Der kleine Verein mit rund 60 Mitgliedern besitzt heute eine Fußballabteilung. Dazu wird Volleyball als Freizeitsport angeboten und es gibt eine sehr aktive Frauen-Gymnastikgruppe.

MAZ

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