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„Ich war angenehm überrascht von Tim Wieses sportlichem Auftritt“

Wrestling „Ich war angenehm überrascht von Tim Wieses sportlichem Auftritt“

Der Ludwigsfelder Wrestling-Trainer André Schumacher über ein ungewöhnliches Debüt und den Reiz der Sportart

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André Schumacher

Quelle: foto: lars sittig

Ludwigsfelde. André Schumacher gehört zu den Gründungsmitgliedern des World Wrestling Fan-Clubs Ludwigsfelde, lange Zeit war er Vorsitzender des WWF. Im Interview spricht der 35-Jährige über das Profidebüt des Ex-Fußball-Nationaltorhüters Tim Wiese als Wrestler, das Verhältnis von Show und Sport im Ring und wie vorher der Sieger festgelegt wird.

Tim Wieses Premierenkampf als Wrestling-Profi ist unter großer Beachtung ausgetragen worden, was denkt man bei den Ludwigsfelder Wrestlern über seinen Einstieg?

André Schumacher: Ich muss sagen, ich war angenehm überrascht von Tim Wieses sportlichem Auftritt. Wir waren im Vorfeld sehr gespannt, aber skeptisch, weil er zwar viel Leidenschaft gezeigt hat, aber die Vorbereitungszeit für ein Ring-Debüt sehr kurz war. Wir haben uns dann aber gesagt, wir lassen ihn erst mal kämpfen und schauen mal, was dann dabei rauskommt.

Und was ist herausgekommen?

Schumacher: Er hat gezeigt, dass er durchaus hart gearbeitet hat und über Talent verfügt. Dass war keine Weltklasseleistung, aber solides Basis-Wrestling. Nur seine Rolle im Ring, die Darstellung seines Charakters, muss er noch besser entwickeln.

Dass er eine Art Figur spielt, dürfte Skeptiker bestätigen, die bemängeln, das Wrestling nur Show und kaum Wettkampf ist. Dazu kommt: Es hieß im Vorfeld, Wiese stehe schon vorher als Sieger fest, das sei so abgesprochen: wie muss man sich das vorstellen?

Schumacher: Zu Punkt eins: Natürlich ist Wrestling eine Mischung aus Sport und Show, auch wenn das Verhältnis in vielen Ligen unterschiedlich ist. Ich denke, weltweitweit gesehen liegt der Durchschnitt bei jeweils 50 Prozent. Der Ausgang des Kampfes wird aber nicht einfach von irgendjemandem festgelegt, dafür sind eine ganze Reihe von Kriterien entscheidend.

Welche?

Schumacher: Die schauspielerische Leistung, die sportliche Entwicklung, die Fähigkeiten, der Trainingsfleiß, das Standing in der Liga und bei den Fans – Dinge also, für die man hart trainieren und arbeiten muss. Dazu kommt als Grundvoraussetzung: Man muss topfit sein, um den körperlichen Anforderungen gewachsen zu sein. Jeder, der das nicht glaubt, kann gerne bei uns vorbeischauen und das ausprobieren.

Hat Tim Wiese verdient gewonnen, wenn man diese Kriterien zur Bewertung heranzieht?

Schumacher: Er war zwar nicht der Beste im Ring, aber er hat deshalb verdient gewonnen, weil sein Team besser war, seine beiden Partner waren sehr gut und haben neben einer Menge Erfahrung auch einen hohen Platz in der Rangliste. Man darf nicht vergessen: Wrestling ist ein Mannschaftssport. Das schließt sowohl die Partner als auch die Gegner im Ring ein.

Tim Wiese war als deutscher Fußball-Nationaltorhüter Weltspitze, wie weit kann er im Wrestling kommen?

Schumacher: Es in die US-amerikanischen Ligen zu schaffen, wird sicher sehr, sehr schwierig. Wenn er aber Spaß an der Sache findet und damit zurechtkommt, dass beim Fußball viel mehr Geld gezahlt wird, kann er schon weit kommen – seine Popularität ist ein Vorteil.

Was reizt Sie in Ludwigsfelde nun schon seit vielen Jahren, diesen Sport auszuüben?

Schumacher: Ich habe vorher im Amateurtheater gespielt und Judo gemacht, beim Wrestling kann man beides verbinden. Dazu kommt, dass ich in Ludwigsfelde schon seit vielen Jahren tolle Mitstreiter gefunden habe, dass wir eine große Familie sind. Und beim Wrestling hat man ganz engen Kontakt zum Publikum, das ist etwas ganz anderes, als in einem Fußballstadion zu spielen.
Interview: Lars Sittig

Von Lars Sittig

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