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Inventar im Foyer der Benke-Sporthalle

Serie treue Seele Inventar im Foyer der Benke-Sporthalle

Gundel Nowak und Werner Bremer engagieren sich seit Langem in der Handball-Abteilung des SV Lok Rangsdorf. Einmal gab es einen Rücktritt vom Rücktritt.

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Harte Klänge und viel Gefühl

„Wir bekommen auch viel Positives zurück“, Gundel Nowak und Werner Bremer.

Quelle: foto: lars Sittig

Rangsdorf. Schon der Vormittag heute wird wieder ganz im Zeichen des Handballs stehen: Bouletten braten, Kuchen backen. Das Übliche eben, wenn der SV Lok Rangsdorf spielt, wenn das Ehrenamt ruft. „Da steckt eine Menge Arbeit dahinter, die manch einer gar nicht sieht“, sagt Gundel Nowak (62) und schmunzelt, „am Sonnabendvormittag stehe ich eigentlich die ganze Zeit in der Küche.“ Ihr Lebensgefährte Werner Bremer (66) nickt, auch er hat in den Stunden vor dem Spiel ein straffes Programm zu absolvieren.

Seit mehr als zehn Jahren bilden beide ein eingespieltes Gespann im Foyer der Erwin-Benke-Sporthalle, vorwiegend, wenn die Männermannschaften des SVL um Punkte kämpfen: Werner Bremer verkauft die Eintrittskarten, Gundel Nowak steht hinter dem Imbissstand, vor allem die legendären Bouletten sind seit langem ein Renner.

Die erste Reaktion bei der Anfrage für einen Zeitungs-Artikel war Ablehnung, die typische Abwehrhaltung der Kandidaten für die Serie „Treue Seele“, die in der zweiten oder dritten Reihe seit langem unauffällig ihren Dienst verrichten: „Warum wir? Da gibt es so viele, die es mindestens genauso verdient hätten.“ Dann aber doch, ein Termin bei der Lebensgemeinschaft Bremer/Nowak, nur einen guten Abwurf von der Sporthalle entfernt, man ist dem SV Lok auch räumlich sehr nah. Ungewöhnlich: Beide sind keine Vereinsmitglieder.

Begonnen hat alles 2003. „Damals hat mich mein Sohn Christian gefragt“, erinnert sich Gundel Nowak, „ob ich nicht die Versorgung übernehmen wolle. Ich kann bei meinen Söhnen nicht nein sagen, wenn sie mich um etwas bitten“, sagt sie und lacht, „und ich habe Verkäuferin gelernt, das hat also gepasst.“ Werner Bremer griff ihr von Anfang unter die Arme, 2004 übernahm er zusätzlich den Verkauf der Tickets. Nur eine kurze, einmonatige Unterbrechung gab es, als wegen der Betreuung ihrer Enkeltochter Familie, Beruf und Ehrenamt nicht unter einen Hut zu bringen waren. Dann aber bot sich wieder das gewohnte Bild in der Arena: Werner Bremer und Gundel Nowak hielten die Stellung im Eingangsbereich, die Söhne Ralf und Christian gingen auf Torejagd, die Enkel amüsierten sich in der Sporthalle.

Am heutigen Sonnabendabend, wenn die Duelle in der Benke-Halle beendet sind, wenn sich der Trubel längst gelegt hat, werden Gundel Nowak und Werner Bremer wieder mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sein: Getränkekästen in den heimischen Keller bringen, die Backbleche säubern, oft kommen die beiden erst am Sonntagvormittag dazu, die Nachbereitungen abzuschließen.

Der Countdown für den nächsten Einsatz läuft dann schon. Brötchen müssen bestellt, Fleisch und Getränke gekauft werden. Unter anderem. „Trotz aller Arbeit“, sagt Werner Bremer, „ist es etwas sehr Schönes, gemeinsam so etwas zu machen. Wir bekommen auch viel Positives zurück.“

Im vergangenen Jahr wäre das Engagement trotz aller Liebe zum SV Lok aber fast geendet. „Ich habe damals mal eine Pause gebraucht“, erinnert sich Gundel Nowak, „und sogar schon vom Verein ein Abschiedsgeschenk bekommen. Auch viele Fans haben sich bedankt, das war sehr schön.“

Am Ende aber gab es einen Rücktritt vom Rücktritt, wieder einmal siegte das Ehrenamt: „Es hat sich aber kein Nachfolger gefunden, da habe ich gesagt: Bevor ihr ohne jemanden dasteht, machen wir weiter.“

Von Lars Sittig

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