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Märkische Golden Girls

Leichtathletik Märkische Golden Girls

Alle vier Töchter der Mellenseer Familie Braunert haben den Landesmeistertitel im Kugelstoßen erkämpft – 16 Jahre nach dem ersten Triumph hat sich nun der Kreis geschlossen. Das ungewöhnliche Leichtathletik-Familien-Projekt im Landkreis Teltow-Fläming könnte demnächst mit einem weiteren Kapitel fortgesetzt werden.

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Die märkische Variante der Golden-Girls (v. l.): Die vier Schwestern Charleen, Angelina, Xenia und Nancy Braunert aus Mellensee erkämpften alle die Goldmedaille bei den Landesmeisterschaften im Kugelstoßen.

Quelle: foto: Lars Sittig

Am Mellensee. Nancy Braunert (27) kann sich noch genau an den Julivormittag im Jahr 2001 erinnern, an dem der Startschuss für die ungewöhnliche Familientradition fiel. „Das war in Cottbus, das Wetter war so gemischt und für mich waren die Landesmeisterschaften natürlich ein besonderer und großer Wettkampf“, erinnert sich die Mellenseerin. Die damals elfjährige Leichtathletin aus dem Landkreis Teltow-Fläming wuchtete die Kugel weiter ins Stadionrund als alle Konkurrentinnen aus dem Land Brandenburg und erkämpfte den Titel.

Was in den 16 Jahren danach folgte, ist eine Geschichte, die ihresgleichen sucht: Auch Nancy Braunerts Schwestern Charleen (25 Jahre, Sieg 2004), Xenia (16, 2012) und Angelina (18), die in diesem Sommer in der Altersklasse U 20 triumphierte, erkämpften den Sieg bei der Landesmeisterschaft. „Mit dem Sieg von Angelina hat sich der Kreis geschlossen“, sagt Nancy Braunert. Nein, eine richtig große Party habe es anschließend nicht gegeben, nur ein gemeinsames Grillen – „aber vielleicht hätte man das machen sollen. Es war aber auf jeden Fall ein sehr schönes Gefühl, dass wir das alle geschafft haben.“

Ortstermin in Mellensee, auf dem Sportplatz des RSV, dort, wo alles begann. Passend zum Thema: goldene Herbstsonne. Neben den vier jungen Damen – weit entfernt vom klischeehaften Bild einer Kugelstoßerin – ist auch Frank Henschel gekommen. Der Trainer hatte das Gold-Quartett – eine Art märkische Variante der Golden Girls – von Anfang an betreut. „Natürlich ist das auch für mich eine ganz besondere Geschichte und mich macht diese Bilanz stolz“, sagt der Coach, der seit Jahrzehnten die Nachwuchstalente am Leichtathletik-Stützpunkt in Mellensee trainiert, „alle vier hatten Talent für diese Sportart und trotzdem musste man immer einen individuellen Weg zum Erfolg finden.“ Nancy Braunert sicherte sich sogar von 2001 bis 2005 sechsmal „Kugelgold“ (Halle/Frei) dazu, insgesamt 20 Medaillen bei LM, Charleen kann von 2004 bis 2007 kurioserweise exakt die gleiche Bilanz vorweisen.

Der Erfolg – kein Zufall oder das Ergebnis eines genialen Masterplanes, sondern eher eine Folge des traditionellen Sportangebotes der Kommune im Herzen des Landkreises und der Freizeitgestaltung der Familie Braunert. „Das war nicht geplant, dass wir alle versuchen wollen, Landesmeisterin im Kugelstoßen zu werden. Wir sind einfach alle zur Schularbeitsgemeinschaft Leichtathletik gegangen und das hat sich dann so ergeben“, berichtet Charleen Braunert.

Ihre zweieinhalbjährige Tochter ist mit auf den Sportplatz gekommen, gut möglich, dass sie in die Fußstapfen ihrer Mutter treten wird. „Sie kann auf jeden Fall schon sehr schnell rennen“, sagt Charleen Braunert mit einem Augenzwinkern. Der Reiz der Sportart Leichtathletik, die alle in ihren Bann gezogen hat? Man ist sich einig: Die Individualität, die ständige Herausforderung. „Jeder Trainingstag ist anders“, sagt Xenia Braunert. Sich für die Wettkämpfe fitgetrimmt hatten sich die vier Athletinnen in Mellensee und beim SC im nur wenige Kilometer entfernten Trebbin.

Auch Steffi Braunert, die Mutter des Quartetts, ist natürlich stolz auf die ungewöhnliche Bilanz ihrer Töchter. Fortsetzung nicht ausgeschlossen: „Unser jüngster Sohn ist jetzt acht Jahre alt, vielleicht folgt er seinen Schwestern“, sagt sie und schmunzelt, „aber natürlich nur, wenn er möchte. Wir werden da keinen Druck machen.“

Ihre Karriere als Leichtathletin hat Nancy Braunert inzwischen aus zeitlichen Gründen beendet, obwohl sie der Sportart als Kampfrichterin und Trainerin noch lange treu geblieben war. „Wer weiß“, sagt sie und lächelt, „vielleicht gibt es ja aber noch einmal ein Comeback, jetzt könnten wir ja alle vier bei den Erwachsenen starten, das wäre dann noch einmal ein ganz besondere Ansporn, es zu versuchen.“

Von Lars Sittig

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