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„Nur zuschauen zu können, fällt natürlich schwer“

Wasserski „Nur zuschauen zu können, fällt natürlich schwer“

Andreas Leonhardt , mehrfacher Wasserski-Europameister, über den Sturz in eine Gletscherspalte und ein Geschenk des Wettergottes.

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Andreas Leonhardt, Geschäftsführer des Wasserskiparkes Zossen.

Horstfelde. Andreas Leonhardt hat in seiner Laufbahn eine Vielzahl deutsche Meisterschaften und Europameistertitel erkämpft. Nach einer schweren Verletzung ist der Geschäftsführer des Wasserskiparkes Zossen derzeit aber nicht einsatzfähig. Im Interview spricht der 41-Jährige über die Schwierigkeit, nicht auf den Brettern stehen zu können, die für ihn die Welt bedeuten, den Sturz in eine Gletscherspalte, das drohende Karriere-Ende und ein Geschenk des Wettergottes.

Herr Leonhardt, am Wochenende wurde im Wasserskipark wieder ein großer Wettkampf ausgetragen. Wie schwer fällt es, nicht selber fahren zu können, sondern zuschauen zu müssen.

Andreas Leonhardt: Es ist sehr schwer, selber nicht aufs Wasser zu können, obwohl ich kein Wakeboarder bin, sondern klassisch Wasserski hinter einem Boot fahre. Aber nur zuschauen zu können, fällt natürlich insgesamt schwer.

Sie haben sich bei einem Skiunfall eine schwere Fußverletzung zugezogen. Was ist passiert?

Leonhardt: Ich bin bei einem Ski-Urlaub in eine Gletscherspalte gefallen und habe mir dabei das rechte Sprunggelenk gebrochen. Letztendlich hatte ich Glück im Unglück, denn bei dem Sturz in sechs Meter Tiefe hätte Schlimmeres passieren können, aber Wasserski fahren ist halt nicht möglich.

Werden Sie irgendwann wieder fahren können?

Leonhardt: Das ist schwer zu sagen. Ich versuche, optimistisch zu denken, auch, weil ich in der Vergangenheit schon einmal eine schwere Verletzung überstanden habe: Mit 17 hatte ich einen sehr schweren Mopedunfall, nach dem gesagt wurde, ich könne froh sein, wenn ich überhaupt wieder laufen könne, inzwischen habe ich viele Wasserski-Europameistertitel gewonnen. So gesehen hat man Hoffnung, irgendwann wieder auf das Wasser zurückzukehren, aber die Gesundheit geht natürlich vor. Selbst wenn man fahren könnte: Ob es überhaupt möglich wäre, noch einmal anzugreifen, ist fraglich, denn man wird ja auch älter.

Der Wasserskipark war am Wochenende beim Teamwettbewerb der Wakeboarder wieder sehr voll. Sie sind auch Landesleistungsstützpunkt, das Projekt ist eine echte Erfolgsgeschichte. Die Zahl der Zweifler muss groß gewesen sein, als Sie damals auf die Idee kamen, in einem stillgelegten Kiessee im großen Stil Wasserski fahren zu wollen.

Leonhardt: Klar gab es damals genug Leute, die gesagt haben, die Idee ist viel zu verrückt. Zumal ich vorher eigentlich das gleiche Projekt in Werder geplant hatte, es aber in letzter Sekunde scheiterte und ich viel Geld und Mühe umsonst investiert hatte. Ich selber habe immer an das Projekt geglaubt und wir sind natürlich froh, dass alles so funktioniert. Ohne den Rückhalt und die Unterstützung meiner Frau – die selber erfolgreich Wasserski gefahren ist – und der Familie hätte ich das aber nie geschafft. Es ist zwar ein Job, der gerade im Sommer sieben Tage in der Woche viel Kraft und Zeit kostet, dazu sind wir sehr wetterabhängig, aber es ist sehr schön, Menschen eine Freude machen zu können.

Wie war der diesjährige Sommer aus Sicht eines Wasserskipark-Betreibers?

Leonhardt: Durchwachsen. Schlechter als das vergangene Jahr, das einen fantastischen August hatte.

Dann muss das vergangene Wochenende genau richtig gekommen sein.

Leonhardt: Ja, wir waren auch sehr froh und erleichtert, das war wie ein Geschenk des Wettergottes. Die ganze Woche war bereits ganz gut, denn viele Starter sind noch einmal trainieren gekommen auf der Anlage. Noch solch ein Wochenende würde uns sehr gut passen, denn wir müssen in der warmen Jahreszeit genug Geld erwirtschaften, um für die Wintermonate vorzusorgen.
Interview: Lars Sittig

Von Lars Sittig

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