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Politik verhilft zu Teilnehmerrekord

Gute-Laune-Lauf in Ruhlsdorf Politik verhilft zu Teilnehmerrekord

Dank gelebter Integration gab es eine internationale Kulisse bei der vierten Auflage des Gute-Laune-Laufes in Ruhlsdorf. Doch das war nicht der einzige Aspekt, der zum Gelingen der Veranstaltung beitrug.

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Sport bringt die Integration voran, dies zeigte sich beim diesjährigen Gute-Laune-Lauf in Ruhlsdorf.

Quelle: Privat

Ruhlsdorf. Der Gute-Laune-Lauf in Ruhlsdorf stand in diesem Jahr im Zeichen der Weltpolitik. Flüchtlinge, die derzeit in Heimen der Region untergebracht sind, bescherten der vierten Auflage der Veranstaltung nicht nur einen neuen Teilnehmerrekord, Organisatoren und Stammläufer erfüllten auch den Begriff der Integration mit Leben. Sport zu treiben, das kommt den wenigsten Flüchtlingen in den Sinn. Sie sind in Deutschland zwar sicher, aber in den Heimen vorerst zum Nichtstun verurteilt. Am Samstag kam etwas Abwechslung in ihren Alltag. 50 gut gelaunte Menschen aus den Übergangsheimen der Region sorgten in Ruhlsdorf für eine internationale Kulisse. Als die traditionellen Teilnehmer der letzten Jahre dazukamen, drohte das Anmeldebüro des Dorfvereins zu bersten.

Bürgermeisterin verspricht spontan Unterstützung

Nuthe-Urstromtals Bürgermeisterin Monika Nestler war in ihrer Begrüßung fasziniert von der großen Teilnahme. Sie sagte spontan eine finanzielle Entlastung für den Ruhlsdorfer Dorfverein zu, der mit diesem Event ein Zeichen gesetzt hat, das weit über das Niveau des dörflichen Sporttreibens hinausgeht.

13 Familienstaffeln mit je einem Kind bis acht Jahre wetteiferten mit viel Fantasie in der Hauptsache um den schönsten Staffelstab. Die Begeisterung war so stark, dass die sportlich ehrgeizigen diesmal das Nachsehen hatten. Die Familien Zengeler und Grimm um die LLG-Sportlerinnen Angelina und Martha werden für ihre besondere Schnelligkeit eine Extra-Ehrung erfahren. Der große Ehrgeiz so manchen Erwachsenen wie etwa des Woltersdorfers Dietmar Große oder des Berkenbrückers Lukas Gerstengarbe nutzten für den Gang aufs Treppchen nichts. Auch die Syrierin Haifa kämpfte ergebnislos um die Familienehre mit zwei Staffeln, die auch Noteinsatz Lorenz Reck nicht ausgleichen konnte.

Die Zwei-Kilometer-Runde, sonst den Kindern vorbehalten, ging diesmal an einen Erwachsenen: Der 20-jährige Syrier Rawad Khlie lief nach 8:28 Minuten ins Ziel. Mit Abstand folgten ihm Ex-Leichtathlet Jason Lau aus Woltersdorf (9:20 min) und Youngster Roman Schröder von der LLG Luckenwalde 9:40 Minuten. Auf der Fünf-Kilometer-Strecke setzte sich erwartungsgemäß die Verwandtschaft von Laufwettkampf-Organisatorin Katja Prill durch. Der auch bei der LLG Luckenwalde immer stärker werdende 15-jährige Lucas Prill gewann in 20:20 Minuten. Zweiter wurde Stephan Schrader (20:48 min) vor Rajko Prill (21:12 min).

Schnellste Langstreckler des Kreises Teltow-Fläming nicht aufzuhalten

Die 9,5 Kilometer-Strecke war, und das ist eine Seltenheit bei freizeitorientierten Läufen, klar in der Hand der derzeit schnellsten Langstreckler des Kreises Teltow-Fläming. Daniel Schröder vom SC Trebbin siegte in 35:47 min vor LLG-Oldie Ingo Nötzel in gut 36 Minuten und dem Luckenwalder Nachwuchstalent Pascal Buß. Der diesjährige Ruhlsdorfer Gute-Laune-Lauf schrieb auch so manche besondere Geschichte. So erleichterte die Amerikanerin Nicole Arcilla aus Phildelphia, die immerhin die zehn Kilometer als 16-Jährige in 38 Minuten schaffte und im Jahr 2003 den Boston-Marathon in 3:20 Stunden absolvierte, dem angehenden syrischen Juristen Khaleed Alasaad aus dem Hennickendorfer Heim die 9,5 Kilometer, die er statt der geplanten fünf Kilometer in Angriff nahm.

Dass Syrer sowieso gut zu Fuß sind, zeigten schließlich Abed Al Hakeem in 35:47 min und bei den Frauen Hala Al-Khabaz in 36:08 min beim Walken über fünf Kilometer. Vielleicht hätten sie den strengen Blicken eines Schiedsrichters während der olympischen Spiele von Zeitnehmer Christoph Höhne nicht Stand gehalten, doch schnell waren sie allenthalben, das musste auch die gute Claudia Rheinländer nach 42:48 min. anerkennen.

Fleißige Mitarbeiterinnen des Dorfvereins verdienen sich Sonderlob

Eine unglaublich gute Zeit legte Geher-Profi Uwe Tolle vor, der über 9,5 Kilometer nach 58:59 Minuten über das Tempo manchen Läufers nur lächeln konnte. Weniger lächelten allerdings zum Schluss einige besonders fleißige Mitarbeiterinnen des Ruhlsdorfer Dorfvereins. Sie schafften es dennoch, mit jeder Menge Geduld die vielen Unwägbarkeiten bei Laufanmeldungen und Ergebnisauswertung und haben sich ein Sonderlob verdient, denn sie haben das Lachen auf allen Gesichtern erst möglich gemacht.

Geldspenden, Transporthilfen, aber auch Einladungen zum Essen oder Geschenke von Sportausrüstung zeigen auch die überaus positive Einstellung der Bevölkerung gegenüber den Menschen in den Übergangswohnheimen der Region. Dass der Ruhlsdorfer Gute-Laune-Lauf einmal das Ausmaß von fast 200 Teilnehmern mit zahlreichen Menschen aus aller Welt erreichen würde, hätten wohl weder Sport-Insider noch die Integrationsprofis von Kreis und Stadt kaum für möglich gehalten.

Von Frank Neßler

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