Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Rettungsversuch gescheitert

Ringen: 1. Bundesliga Rettungsversuch gescheitert

Es ist das endgültige Aus für das Bundesligaringen in Luckenwalde. Ein Versuch von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Sport, den Rückzug des Luckenwalder SC aus der 1. Ringer-Bundesliga rückgängig zu machen, ist kurz vor dem Ziel gescheitert. Wirtschaftliche Gründe gaben den Ausschlag dafür.

Luckenwalde 52.0903895 13.1636906
Google Map of 52.0903895,13.1636906
Luckenwalde Mehr Infos
Nächster Artikel
Große Freude an kleinen Dingen in Luckenwalde

Luckenwalde ohne Bundesligaringen, für viele nicht vorstellbar, aber traurige Gewissheit.

Quelle: Foto: Frank Nessler

Luckenwalde. Die Hoffnung war groß, am Ende ist der Rettungsversuch für das Luckenwalder Bundesligaringen jedoch gescheitert. Das Aus für den 1. Luckenwalder SC ist nach 25 Jahren im Oberhaus des deutschen Ringkampfsportes damit endgültig besiegelt. Bis zum 17. Februar hatte der Deutsche Ringerbund (DRB) den Luckenwaldern die Möglichkeit eingeräumt, ihren vor 14 Tagen erklärten Rückzug aus der Bundesliga noch rückgängig zu machen. Diese Frist ist verstrichen.

Die Entscheidung, nicht von der Möglichkeit des Rückzuges vom Rückzug Gebrauch zu machen, fiel am Mittwochnachmittag. In den zurückliegenden zwei Wochen hatten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Sport nichts unversucht gelassen, um den Verbleib der Luckenwalder Ringer in der 1. Bundesliga doch noch zu sichern. Personelle Fragen konnten geklärt werden. Lange standen die Signale auch auf grün, dass es für die Luckenwalder Ringer in der 1. Bundesliga weitergeht. Die Notbremse musste letztlich aus wirtschaftlichen Gründen gezogen werden. Die finanzielle Lage der Nelson Sport GmbH soll so prekär sein, dass niemand die Verantwortung für einen Weiterbetrieb der Gesellschaft, die die Luckenwalder Bundesligakämpfe ausrichtet, übernehmen wollte. GmbH-Geschäftsführer Bernd Fassbender war am Mittwoch und am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

„Ich bedauere, dass der Rettungsversuch nicht geglückt ist.“ sagte Danny Eichelbaum (CDU), Präsident des Ringerverbandes Brandenburg (RVB). „Mein Dank gilt allen, die versucht haben, den 1. LSC unter den gegebenen schwierigen finanziellen und zeitlichen Bedingungen in der 1. Bundesliga zu halten. Wir haben alles in unserer Macht Stehende unternommen, um den Bundesligabetrieb in Luckenwalde zu retten. Das waren wir den Sportlern, den Sponsoren und den Fans schuldig. Am Ende ist es aber trotz weiterer finanzieller Zusagen leider in der uns zur Verfügung stehenden kurzen Zeit nicht gelungen, den Betrieb der Bundesliga in dieser Saison auf ein stabiles Fundament zu stellen“, erklärte der Landtagsabgeordnete. Für Vereine, wie dem 1. LSC, ist es in strukturschwachen Regionen nach Eichelbaums Worten kaum noch möglich, aus eigener Kraft jedes Jahr einen Etat von mehr als 200 000 Euro für den Bundesligabetrieb zu erwirtschaften. Neben vereinsinternen Fehlern hat hierzu auch das Wettrüsten innerhalb der 1. Bundesliga beigetragen. Das Ergebnis ist, dass nur noch acht Vereine, die ausschließlich aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland kommen, in der 1. Bundesliga mitringen.

„Wir brauchen hier endlich auf Bundesebene Reformen. Die Bundesliga darf nicht Ausbildungsstätte für die Spitzenringer aus anderen Ländern sein. Hierzu muss die Mindestanzahl der deutschen Ringer erhöht werden, damit auch unsere Nachwuchsringer eine Chance haben, im Oberhaus mitzuringen“, sagte Eichelbaum. „Vereinsintern müssen jetzt die angekündigten Maßnahmen für einen Neuanfang im 1. LSC zügig umgesetzt werden. Der Ringerverband Brandenburg steht dem LSC hierzu beratend zur Seite. Die Eliteschule des Sports und der Bundesstützpunkt Nachwuchsringen sind von den Umstrukturierungen nicht betroffen. In Luckenwalde werden auch weiterhin die besten deutschen Nachwuchsringer im Freistil ausgebildet“, erklärte Eichelbaum.

Für seinen CDU-Parteikollegen Sven Petke hat der Rückzug der Luckenwalder Ringer aus der Bundesliga indes noch eine andere Dimension. Er fordert den LSC-Präsidenten Christian Buddeweg wegen der vereinsinternen Kommunikationsprobleme nicht nur zum Rücktritt vom Amt auf, er stellt auch dessen Kompetenz als Geschäftsführer der Städtischen Betriebswerke Luckenwalde (SBL) in Frage. „Buddeweg ist mit der Aufgabe als Vereinsvorsitzender überfordert, er trägt die Verantwortung für den Abstieg. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem die Stadt 800 Jahre feiert. Die Beschädigung hat auch Auswirkungen auf die Position Buddewegs als Geschäftsführer der SBL. Für die CDU stellt sich die Frage, ob Buddeweg nach seinem katastrophalen Managementversagen noch der richtige Mann an der Spitze der SBL ist“, erklärte Petke.

Von Frank Neßler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
MAZ Sportbuzzer
Lindow-Gransee feiert Meisterschaft

Der größte Vereinserfolg der Volleyballer des SV Lindow-Gransee perfekt. Mitte April 2015 konnten sie die Meisterschaft in der 2. Volleyball-Bundesliga fiern.