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Vom Kunstreigenfahrer zum Radballer

Radball/SG Stern Luckenwalde Vom Kunstreigenfahrer zum Radballer

Hans-Jürgen Lehmann ist seit mehr als sechs Jahrzehnten mit der SG Stern Luckenwalde verbunden. Er ist stets ein gern gesehener Gast bei Heimturnieren der Radballer und eine treue Seele des Vereins.

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Versäumt nur selten ein Turnier der Luckenwalder Radballer: Hans-Jürgen Lehmann.

Quelle: Frank Neßler

Luckenwalde. Hans-Jürgen Lehmann ist im wahrsten Sinne eine treue Seele. Der 73-Jährige verpasst ganz selten ein Heimturnier der Radballer der SG Stern Luckenwalde. Es ist der Verein, dem sein Herz seit mehr als 60 Jahren gehört. „1956 bin ich zur SG Stern gekommen“, sagt Lehmann, „ein Mädchen aus der Nachbarschaft hat dort trainiert. Ich bin einfach mal mitgegangen.“ Und Lehmann ist mehr als sechs Jahrzehnte lang dem Verein treu geblieben.

„Es hat mich zum Radball hingezogen“

Die Sektion Radball der SG Stern war 1956 gerade einmal sechs Jahre jung. Damals wie heute gehen zwei Zweierteams auf einer Hallenfläche von 14x11 Metern auf Torejagd. Obwohl von der SG Stern bereits 1957 die DDR-Jugendmeisterschaften im Hallenradsport ausgetragen wurden, verschrieb sich Hans-Jürgen Lehmann zunächst dem Reigenfahren, einer Disziplin des Einradfahrens oder Figurenfahrens. „Aber irgendwie hat es mich zum Radball hingezogen. Ich habe immer zugeguckt, wenn damals die Männer unseres Vereins trainierten“, erinnert sich Lehmann. Aus der Neugier wurde Leidenschaft. Lehmann sattelte um und wurde Radballer. „Es hat sich so ergeben“, sagt der 73-Jährige. Mit den Jahren gehörten auch immer wieder Funktionärstätigkeiten zu seinen Aufgaben. Lehmann übernahm zunächst als Jugendchef im Verein Verantwortung. Unterstützt von Jürgen Lamprecht und Wolfgang Albrecht sowie weiteren Vorstandsmitgliedern hielt Hans-Jürgen Lehmann „den Haufen zusammen“, wie er sagt.

Schleichend begann zu dieser Zeit der Übergang der SG Stern Luckenwalde zum reinen Radballverein. Zwar gab es noch einige Frauen und Mädchen, die das Kunstradfahren trainierten, aber die wurden mit den Jahren immer weniger. „Man kennt das ja, Familie und Beruf sind wichtiger, da kommt der Sport zu kurz“, sagt Lehmann. In den 70er und 80er Jahren wurden die Sektionen für Kunstradfahren und Kunstreigen der SG Stern geschlossen. Übrig blieb der Radball.

Mit der Bahn zu Wettkämpfen gefahren

Ein Knackpunkt war der plötzliche Tod des langjährigen SG Stern-Vorsitzenden Gerhard Krebs. „Ab da musste ich mich richtig ins Vereinsleben einbringen, um den Trainings- und Wettkampfbetrieb aufrecht zu erhalten“, erklärt Lehmann. Keine einfache Aufgabe in Zeiten, als es noch keine modernen Kommunikationsmittel gab und zu Wettkämpfen mit der Bahn gefahren wurde. „Dass der Radsport in Luckenwalde in dieser Zeit weitergeführt wurde, ist unser Verdienst“, sagt Lehmann, der seine Mitstreiter Lamprecht und Albrecht in diesem Zusammenhang unbedingt mit erwähnt haben möchte.

Wie in anderen Sportvereinen auch, war die politische Wende Anfang der 90er Jahre bei der SG Stern eine weitere Zäsur. Die Schulsporthalle in der Jüterboger Straße stand den Luckenwalder Radballern nicht mehr zur Verfügung. Der Eigentümer meldete Ansprüche an. Mit dem Umzug in die Turnhalle des Seelenbinder-Stadion haben die Luckenwalder Radballer eine neue Heimstätte gefunden.

Für Hans-Jürgen Lehmann brachen ebenfalls neue Zeiten an. Mit Schließung des Luckenwalder Wälzlagerwerkes verlor der Schlosser seine Arbeit. Nach Intermezzos als Klempner und Schweißer in verschiedenen Unternehmen wurde er Lagerist bei einem Logistiker in der Region. Weil er schichtarbeitsbedingt jedoch immer weniger Zeit hatte, zog er sich langsam aus dem Vorstand der SG Stern zurück. Bei seinen Nachfolgern wusste und weiß er die Luckenwalder Radballer jedoch in guten Händen.

Von Frank Neßler

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