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„Wir suchen weiter nach einem Rennort“

Kein Hauch von Alaska „Wir suchen weiter nach einem Rennort“

Für viele war es ein fester Termin im Kalender, das Schlittenhunderennen in Großbeeren. Im Interview spricht Wolf-Dieter Polz über die Absage des Wettkampes und die schwierige Suche nach einem geeigneten Rennort in der Region.

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Im vergangenen Jahr wurde in Großbeeren noch ein Schlittenhunderennen ausgetragen, in diesem Winter ist der Wettkampf ausgefallen.

Quelle: foto: lars sittig

Großbeeren. Wolf-Dieter Polz (61) ist seit 15 Jahren der Vorsitzende des Sportvereins Reinrassiger Schlittenhunde Deutschland (SRSD), der seit 2006 einmal im Jahr in Großbeeren ein Rennen organisiert hat. In diesem Jahr ist der Wettkampf allerdings ausgefallen. Polz spricht im Interview über die Gründe für die Absage, die Chancen für eine Rückkehr, die schwierige Suche nach einem neuen Standort und die Gefahren des Klimawandels für den Hundeschlittensport.


MAZ:
Herr Polz, es hat in diesem Jahr zum ersten mal seit 2006 in Großbeeren nicht das Schlittenhunderennen gegeben, das im vergangenen Jahr auch die internationale brandenburgische Meisterschaft und gleichzeitig ein Wertungslauf zur Internationalen Norddeutschen Meisterschaft war. Was ist passiert?

Polz: Der Grund sind Baumaßnahmen auf dem Teil des Geländes, auf dem sich während des Wettkampfwochenendes die Stellplätze für die Musher, die Parkplätze und der Start-Ziel-Bereich befunden haben.

Werden Sie zurückkehren, wenn die Bauarbeiten beendet worden sind?

Polz: Nein, an den bisherigen Wettkampfort werden wir nicht zurückkehren. Dort, wo derzeit gebaut wird, entstehen Sickergruben, deshalb können wir die Rennen dort nicht mehr durchführen. Bisher sind alle Versuche, einen geeigneten neuen Ort hier in der Gegend zu finden, gescheitert.

Was ist daran so schwierig?

Polz: Sie müssen eine Menge Genehmigungen einholen, das geht von den zuständigen Behörden bis zu den Landwirten und Jagdpächtern. Wir hatten in der Nähe von Siethen schon eine Strecke gefunden, aber da hatte die Untere Naturschutzbehörde Einwände. Wenn also jemand einen geeigneten Wettkampfort haben sollte, er kann sich gerne bei uns melden.

Wie muss dieser Ort aussehen?

Polz: Es muss genug Platz für die Musher, die Hunde und ihre Wohnwagen geben, einen Stromanschluss und dazu einen sechs Kilometer langen Rundkurs. Die Strecke sollte möglichst durch viel Wald führen und wenig Schotter- und Asphaltabschnitte haben.

Der SRSD hat in diesem Winter zum traditionellen Großbeerener Termin Ende November in Bitterfeld ein Schlittenhunderennen durchgeführt, dazu kommen demnächst Wettkämpfe im Harz, in Clausthal-Zellerfeld auf Usedom und im Wörlitzer Park. Ist die Karawane weitergezogen?

Polz: So würde ich das nicht ausdrücken, aber wir haben in der Tat in Sachsen-Anhalt einen sehr guten neuen Standort gefunden: In Bitterfeld kamen tausende von Leuten und die Veranstaltung war ein großer Erfolg. Wir befinden uns deshalb ein bisschen in der Bredouille, denn der größte Teil der Vereinsmitglieder kommt aus Berlin und Brandenburg und wir wünschen uns deshalb auch ein Rennen in unserer Heimatregion. Wir halten deshalb weiter die Augen offen und suchen nach einem geeigneten Wettkampfort hier in der Gegend. Wir sind schon traurig, das wir kein Rennen mehr hier in der Region haben.

Unabhängig vom Standort Großbeeren: Die Winter werden immer milder, im vergangenen Jahr herrschten Anfang November noch so hohe Temperaturen, das sie das Rennen auf eine spätere Uhrzeit verschieben und über eine verkürzte Distanz fahren mussten. Sind Schlittenhunderennen zumindest im Flachland durch den Klimawandel gefährdet?

Polz: Unsere Rennen sind von vorneherein so kalkuliert, das wir mit den Trainingswagen die Wettkämpfe fahren. Wir sind natürlich froh, das wir diese Alternative haben – Schnee wäre uns aber lieber. Wenn die Temperaturen allerdings so steigen, dass sie über 15 Grad liegen, dann haben wir ein Problem: Dann lassen wir die Hunde wegen des Tierschutzes nicht laufen. Wir betreiben nun aber mal eine Sportart, in der man mit der Natur leben und mit ihr klar kommen muss.
Interview: Lars Sittig

Von Lars Sittig

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