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Wehmut und Vorfreude

Tennis Wehmut und Vorfreude

Wilfried Frohberg zieht mit dem Potsdamer Tennisclub Rot-Weiss um.

Der 75-Jährige hat die alte Anlage mit aufgebaut. Seine Kinder und Enkelkinder sind dort groß geworden.

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Wilfried Frohberg mit der Vereinschronik.

Potsdam. Wilfried Frohberg ist glücklich und wehmütig zugleich. Der 75-Jährige strahlt, als er den Blick über die neue Anlage des Potsdamer Tennisclubs Rot-Weiss am Bahnhof Rehbrücke schweifen lässt. Aber der Abschied von den alten Plätzen hinter der Stadtsporthalle Heinrich-Mann-Allee fällt ihm nicht leicht. „Die Verbundenheit zur alten Anlage ist groß. Wir haben dort viele Jahre unsere Wochenenden verbracht. Meine Kinder und Enkel sind auf den Plätzen groß geworden“, erzählt er.

Leitungen aus Trümmern geholt

1955 hat Frohberg als angehender Gas-Wasser-Installateur für den Tennisverein Leitungen verlegt. „Teilweise habe ich die Rohre selbst aus Trümmern ausgegraben.“ Später trat Frohberg der BSG Medizin Potsdam bei. Das Tennis-Fieber hatte ihn gepackt. Anfangs hatte er noch keinen eigenen Schläger, die waren in der DDR nur über Kontakte zu bekommen. Später sei er zum Einkaufen nach Prag gefahren. „Am Wenzelsplatz gab es ein Geschäft, in dem wir fast alles an Tennis-Zubehör bekommen haben.“ Frohberg genoss die Zeit auf den zehn Plätzen hinter der Sporthalle. „Wir hatten eine große Kameradschaft. Wer wenig Geld hatte, hat schon mal einen Schein im Schuh gefunden.“

Insgesamt 35 000 Arbeitsstunden hätten die Mitglieder in die Anlage investiert. Frohberg hat immer die selbstgepflanzten Bäume genossen. „Der Standort ist ein Sahnehappen. Die parkähnliche Anlage ist einmalig“, schwärmt er.

Neue Heimat am Bahnhof Rehbrücke

Seit wenigen Tagen ist das Ploppen der Tennisbälle jedoch verhallt. Bald werden dort Wohnungen entstehen. Rot-Weiss Potsdam hatte das Gelände nur gepachtet und wollte sich mit der Stadt nicht auf einen Rechtsstreit einlassen. Mit dem Wissen, dass ein Umzug naht, war kaum noch investiert worden. So waren beispielsweise die Sanitäranlagen veraltet. „Momentan wird auf der alten Anlage alles abgebaut“, sagt Frohberg. Alles, was noch gebraucht werden kann, wird zur neuen Heimstätte gebracht. Die alte Traglufthalle übernimmt die Potsdamer-Sport-Union für das Hockey-Wintertraining.

Nicht alle Vereinsmitglieder seien mit dem Rückzug von dem angestammten Gelände einverstanden gewesen, sagt Frohberg, der nach der Wende sechs Jahre Vereinsvorsitzender war. „Heute sind aber alle glücklich.“ Denn der PTC Rot-Weiss ist nun Eigentümer des neuen Grundstücks. Die Stadt förderte die zehn Außenplätze und das Clubhaus. Der Verein baute die Tennishalle mit drei Plätzen. Dort flitzt selbst Wilfried Frohberg in der Ü70-Mannschaft noch den Bällen in der Halle hinterher. „Ich spiele seit fast sechs Jahrzehnten Tennis. Ich hänge an dem Sport.“ Er freut sich schon auf das erste Match auf den neuen Außenplätzen.

Von Ronny Müller

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