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„12.000 Euro sind viel Geld“

Meister des Handwerks 2015 „12.000 Euro sind viel Geld“

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) erklärt im Gespräch mit der MAZ die Gründe für die Zweiteilung der Meisterprämie. Zunächst stehen 1,6 Millionen Euro pro Jahr als Fördergeld zur Verfügung.

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Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD).

Quelle: Ministerium

Potsdam. 1,6 Millionen Euro Fördergeld stehen jährlich Meistern zur Verfügung, die sich selbstständig machen wollen. Später wird sogar noch aufgestockt, sagt Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD).


MAZ:
2014 wurde die Meistergründungsprämie angekündigt. Jetzt ist sie da. Warum hat es so lang gedauert?

Albrecht Gerber: Wir mussten für dieses Programm zunächst einmal die haushaltsrechtliche Grundlage schaffen. Erst als das Parlament im Juni den Haushalt 2015/2016 beschlossen hat, war klar, dass wir die finanziellen Mittel haben. Außerdem haben wir einige Punkte intensiv mit den Handwerkskammern abgestimmt, was auch nicht innerhalb eines Tages geht. Insofern hat es bis zum Inkrafttreten nicht ungebührlich lange gedauert.

Die Förderung für Meistergründer beträgt bis zu 12 000 Euro – wie auch in Berlin. Ist die Parallele gewollt?

Gerber: Ja, wir wollten vergleichbare Regelungen haben. Die Zweiteilung der Prämie – 8700 Euro für die Betriebsgründung und dann 3300 Euro für neue Arbeitsplätze oder Lehrstellen – soll den bürokratischen Aufwand für die Handwerksmeister senken. Bei einer Auszahlung der vollen Summe gleich zu Beginn müsste man die Betriebe später noch einmal befragen, ob sie wirklich jemanden eingestellt haben. Wenn nicht, müsste man den Teil des Geldes wieder zurückfordern.

Stichwort Bürokratie: Der Antrag auf die Prämie umfasst zehn Seiten. Ist das nicht ein bisschen zu viel des Guten?

Gerber: Also, 8700 beziehungsweise 12000 Euro sind viel Geld. Da ist doch klar, dass jeder, der so viel Steuergeld haben möchte, etwas vorlegen muss. Und im Vergleich zu anderen Förderin­strumenten ist das immer noch eine schlanke Richtlinie, die übrigens mit den Handwerkskammern so ausgestaltet wurde.

Wie viel Geld ist im Topf?

Gerber: Zunächst stehen pro Jahr 1,6 Millionen Euro zur Verfügung. Wenn dann später damit zu rechnen ist, dass Meister auch Anträge auf den zweiten Prämienteil stellen, erhöhen wir auf 1,9 Millionen Euro im Jahr.

Sie haben kürzlich gemahnt, das Handwerk müsse sich der Digitalisierung stellen. Mutet man den Firmen nicht zu viel zu?

Gerber: Ich kann allen Firmen nur empfehlen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Digitalisierung eröffnet eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten.

Zum Beispiel?

Gerber: Die Möglichkeiten zeigt das vom Land geförderte Innovationszentrum „Moderne Industrie Brandenburg“ in Cottbus an der Brandenburgischen Technischen Universität in einer Modellfabrik auf. Die Experten der BTU kommen auch in die Handwerksbetriebe, um den Modernisierungsbedarf zu analysieren. Ein solcher Innovations-Check kann über unser Programm „Innovationsgutschein“ gefördert werden. Gerade kleinere Unternehmen werden erkennen, dass sich Produktionsprozesse individualisieren lassen und dadurch ein auf Kundenwunsch maßgeschneidertes Arbeiten möglich ist. Das ist gerade für Handwerker, die vom Kundenkontakt leben, sehr interessant.

Ist der traditionsreiche Meisterbrief aus Ihrer Sicht heute überhaupt noch aktuell?

Gerber: Absolut.

Warum?

Gerber: Gute Traditionen werden ja deswegen nicht schlecht, weil sie alt und lang sind. Für viele Betriebe ist es eine gute Werbung, wenn sie von einem Meister geführt werden. Und für viele Kunden ist der Meisterbrief ein wichtiges Argument, genau diesem Betrieb den Auftrag zu geben. Denn ich kann damit rechnen, dass ich es hier mit einem echten Könner zu tun habe, der jahrelang seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat. Wie heißt es doch: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Von Ute Sommer

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