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Das perfekte Topping im Blick

Meister des Handwerks 2016 Das perfekte Topping im Blick

Dachdeckermeister Sven Marquardt war auf großen Baustellen Vorarbeiter. Jetzt ist er selbstständiger Unternehmer.

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Dachdeckermeister Sven Marquardt mag es, an der frischen Luft zu arbeiten.

Quelle: Friedrich Bungert; Privat

Eberswalde. Als Angestellter hat es der Dachdecker Sven Marquardt weit gebracht. Bis zum Vorarbeiter ist er aufgestiegen. „Ich hatte 15 Leute unter mir und habe die Arbeit auf Großbaustellen in Berlin und in Hamburg geleitet“, sagt Marquardt, der in Eberswalde (Barnim) zu Hause ist. Jetzt muss er kleinere Brötchen backen – und macht es gern. Mitte August hat der frisch gekürte Dachdeckermeister seine eigene Firma an den Start gebracht: SM-Bedachung in Britz bei Eberswalde. Er wollte die Selbstständigkeit. Unbedingt. „Alles allein stemmen. Frei leben“, wie der 40-Jährige sagt. Aus diesem Grund hat er seinen Meister gemacht. „Als mir nach der letzten Prüfung im Mai gesagt wurde: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben bestanden! – da habe ich nur gedacht: Genau dafür hast du gekämpft.“ Was Sven Marquardt damals noch nicht wusste: Er hatte nicht nur bestanden, sondern auch noch die besten Meisterprüfungen seines Jahrgangs abgelegt.

Marquardt hat lange für seinen Traum gekämpft. Einen Teil der Meisterkurse absolvierte er schon im Jahr 2011. Dann gab es auch mal Unterbrechungen, beispielsweise wegen wechselnder Arbeitgeber. Aber der Ostbrandenburger hat durchgehalten. Nach dem Abschluss der Meisterkurse wollte er eigentlich noch bis zum nächsten Jahr mit seiner Firmengründung warten, um nicht gleich mit einem Sommerloch im Auftragsbuch zu starten. Doch ein Kollege von ihm suchte eine Urlaubsvertretung. Und so ging es schon deutlich früher mit dem Ein-Mann-Unternehmen SM-Bedachung los.

Der Jungmeister schwärmt vom großen Zusammenhalt in seiner Meisterklasse: „Wir haben ein Bombenverhältnis untereinander. Da springt einer für den anderen ein.“ Das bedeutet auch, dass sich die Meister gern mal zusammentun, um größere Aufträge annehmen zu können. „Die Zeiten sind vorbei, in denen man dem anderen nicht das Schwarze unter dem Nagel gönnt“, betont Marquardt.

Inzwischen hat er für seinen Betrieb schon Aufträge bis ins nächste Jahr hinein. „Man ist nie ohne Arbeit“, sagt er. Hilfreich für den Handwerker ist nicht nur die Meistergründungsprämie, die einen ersten Zuschuss von 8700 Euro bringt. Er profitiert von einer engen Zusammenarbeit mit einem Zimmerer im nahen Bernau. Gemeinsam können die beiden komplette Dacharbeiten anbieten.

„Ich habe meinen Traumberuf gefunden“, sagt der 40-Jährige zufrieden. Er ist auf dem Dorf groß geworden. Für ihn war es normal, mit anzupacken: „Ich habe früher schon mit meinem Vater Dächer geteert.“ Seinem „alten Herrn“ habe er viel zu verdanken, meint Marquardt rückblickend. In der Lehre wusste Sven Marquardt vom ersten Tag an, dass der Beruf des Dachdeckers das Richtige für ihn ist. Seinem Lehrmeister habe er schon damals erzählt, dass er irgendwann mal den Meister machen möchte.

Seine Berufung kann der Barnimer nicht mal im Urlaub ablegen. Er berichtet von einem Besuch des Weihnachtsmarktes in Wernigerode. Während die Familie die Stände des Weihnachtsmarktes erkundete, hatte er nur Augen für die Dächer der Fachwerkhäuser im Harzer Städtchen. Der Dachdeckermeister achtet eben auf die Arbeit der Kollegen. Dafür lohnt es sich, den Blick nach oben zu richten.

Das ändert sich natürlich, wenn Sven Marquardt mal wieder mit seinem Rennrad durch die Region fährt. Einmal rund um den Werbellinsee ist eine Tour von 60 Kilometern, erzählt er. Die nehme er ganz gern in Angriff, um sich zu entspannen und den Kopf freizubekommen. „Eigentlich“, sagt er, „ist meine Selbstständigkeit genau so geworden wie gedacht.“

Obwohl: vielleicht etwas stressiger als geplant, meint der Meister aus Eberswalde und lacht. Das Besondere an seinem Beruf sei die Abwechslung. Der Kundenstamm, den er sich aufbaut. Die Kollegen und Bauleute, mit denen er auf der Baustelle arbeitet. Und die Freude der Bauherren, wenn die Arbeit zu deren Zufriedenheit getan ist. „Man hat mit seinen Händen das geleistet, was anderen Spaß macht.“ Darauf kommt es dem Dachdeckermeister Sven Marquardt in seinem Berufsleben an.

Von Ute Sommer

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