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Der beste Jungmeister ist auf Draht

Meister des Handwerks 2015 Der beste Jungmeister ist auf Draht

Christian Leest, Elektrotechniker aus Brandenburg an der Havel, hat den besten Abschluss des aktuellen Jahrgangs gemacht. Er ist bereits Chef einer eigenen Firma.

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Auf Draht: Jungmeister Christian Leest.

Quelle: Fotos: Julian Stähle; privat

Brandenburg/Havel.. Wenn Christian Leest seinem zweijährigen Sohn beim Spielen zusieht, dann weiß er, wofür er in den vergangenen Monaten so sehr rangeklotzt hat. Der Elektrotechniker aus Brandenburg an der Havel hat an den Wochenenden für seinen Meisterbrief gepaukt, er hat für seine junge Familie eine Wohnung ausgebaut und ganz nebenbei noch eine Firma gegründet. Morgens um vier Uhr Angebote zu schreiben, um dann pünktlich auf die Baustelle rauszufahren – das sei keine Seltenheit, erzählt der 29-Jährige. Doch es hat sich gelohnt. Seine Firma EIB – Energie, Innovation, Beleuchtung – hat sogar schon einen Angestellten. Die Wohnung ist fertig. Und sein Meisterabschluss ist der beste des ganzen Jahrgangs 2015.

Vor den Prüfungen hat er sich mit einem Kollegen abends zusammengesetzt, um den Stoff durchzuackern. Vor allem der betriebswirtschaftliche Teil war für den Praktiker nicht einfach. Ein „bisschen stolz“ sei er schon, dass er das alles geschafft hat, erzählt Leest. Früher sei er ja „eine faule Bazille“ gewesen, meint er und lacht. Aber irgendwann habe er sich gesagt: „Wie viele Chancen brauchst du denn nun noch?“

Leest hatte zunächst eine Ausbildung in der Finanzbranche gemacht. Aber das war nichts für ihn. Er wechselte zur Elektrotechnik – obwohl im Physikunterricht in der Schule seine „Lampe nie geleuchtet hat“, wie er schmunzelnd erzählt. Die Lehre aber packte ihn. Für ihn als Elektrotechniker sei es immer wieder faszinierend, wenn er in einen Rohbau komme, um Kabel zu verlegen. Alles ist in eine riesige Staubwolke gehüllt – „und wenn dann alles fertig und verputzt ist, sieht man nur noch ein paar Schalter und Steckdosen“.

Eigentlich sollte der Brandenburger den Meister machen, um später seinen Ausbildungsbetrieb vom Chef übernehmen zu können. Doch es kriselte zwischen Leest und seinem Chef und so baute er sich etwas Eigenes auf. „Es lief besser als erwartet“, sagt er. Über zu wenig Arbeit kann er sich nicht beklagen. Bei den Angeboten, die er einreiche, habe er eine gute Zuschlagquote. Vor allem in der Stadt Brandenburg und im näheren Umfeld ist er aktiv. Geht es nach den Plänen von Leest, soll seine Firma EIB in den nächsten Jahren allmählich wachsen und auch die Beschäftigtenzahl steigen. Wenn der Jungmeister auf eine Baustelle fährt, dann in schwarzer Jacke mit leuchtend orangefarbenem Firmenlogo EIB. „Das hat etwas mit einem guten Firmenauftritt zu tun“, sagt er. Genau das sei auf der Meisterschule vermittelt worden.

Von Ute Sommer

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