Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Ganz präzise auf und ab

Meister des Handwerks 2016 Ganz präzise auf und ab

Elektrotechnikermeister Ronny Henschke kennt sich mit Aufzügen bis ins kleinste Detail aus. Ihm wird High-Tech anvertraut.

Voriger Artikel
Das perfekte Topping im Blick
Nächster Artikel
Urlaub gibt’s erst nächstes Jahr

Elektrotechnikermeister Ronny Henschke führt regelmäßig Schulungen für Monteure durch.

Quelle: Friedrich Bungert; privat; Fotolia

Brieselang. Aufzüge sind ausgeklügelte Maschinen. „Von der Komplexität sind sie etwa mit einem Auto vergleichbar“, sagt Ronny Henschke. Eine ganze Batterie von Seilen zieht und hält die Kabine, damit sie nicht in den Schacht hinabstürzt. Elektronische Schaltungen sorgen dafür, dass der Fahrstuhl immer bis zum gewünschten Stockwerk fährt, millimetergenau und sanft an der passenden Stelle stoppt und sich die Türen genau dann öffnen und schließen, wenn sie es sollen. Und die Steuerung sorgt zuverlässig dafür, dass der Lift nie mit offenen Türen fährt, versichert Ronny Henschke.

Der 42-Jährige aus Brieselang (Havelland) kennt sich bestens mit der Technik aus. Er arbeitet seit 1999 bei einem mittelständischen Aufzugproduzenten, ist inzwischen für Planung und Inbetriebnahme der Anlagen zuständig und führt regelmäßig Schulungen für die Monteure durch. Und nun kann er sich auch mit einem Meistertitel als Elektrotechniker schmücken – als Jahrgangsbester seines Gewerks. Damit liegt künftig zusätzlich die Ausbildung von Lehrlingen in seiner Hand.

Für Elektronik hat sich Ronny Henschke schon als Kind interessiert. Sein Vater war Facharbeiter für Betriebsmess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (BMSR) und wenn er zu Hause an den elektrischen Anlagen tüftelte, dann durfte der Sohn manchmal mithelfen. „Mein Vater war immer mein Vorbild“, erinnert sich der 42-Jährige. Und in der Schule war er am Physikunterricht sehr interessiert. So war es kein Zufall, dass der in Magdeburg geborene und in den Berliner Bezirken Treptow und Marzahn aufgewachsene Henschke sich nach dem Schulabschluss für eine Lehre als Energieelektroniker entschied.

Einfach nur seine Arbeit machen, das hat Ronny Henschke nie gereicht. Er wollte gefordert sein. Als er nach seiner Ausbildung, die er bei der Betriebstechnik der Berliner Stadtreinigung absolviert hatte, ab 1995 als Elektroinstallateur im Neubau arbeitete, spürte er schnell, dass ihn die Routinetätigkeit nicht ausfüllte. „Immer nur Leitungen ziehen – da fühlte ich mich unterfordert“, berichtet er. Er wurde Kranelektriker, arbeitete zum Beispiel auf Brückenkränen auf einer Werft an der Ostseeküste. Da gab es vielfältige Aufgaben und ganz andere Qualitäten waren gefragt. Henschke musste nicht nur Kabel verlegen, sondern auch die Mechanik der Anlagen begreifen.

Bei Aufzügen greifen elektronische Steuerung und Mechanik ebenfalls eng ineinander. Ist ein Aufzug montiert, müssen zunächst einmal Lernfahrten durchgeführt werden, in denen die Feineinstellung der Steuertechnik vorgenommen wird. Henschke muss die Absprachen mit den Kunden und mit anderen Gewerken wie Stahlbauern, Maurern und Elektrikern treffen und ist für die Tüv-Abnahme zuständig. Und die Technik entwickelt sich immer weiter. So wird die Energieeffizienz für Kunden immer wichtiger. Moderne Seilaufzüge mit hoher Effizienzklasse können bei Lehrfahrten aufwärts sogar Strom erzeugen. Dann ist das Gegengewicht schwerer als die leere Kabine und der Motor kann den beim Bremsen erzeugten elektrischen Strom ins Netz einspeisen. „Da wird die Entwicklung noch weitergehen“, erwartet der frischgebackene Meister.

In der Meisterausbildung, die er dreieinhalb Jahre lang berufsbegleitend immer freitags und sonnabends absolviert hat, konnte Ronny Henschke seinen Horizont als Elektrotechniker noch einmal erweitern und sich in die Satelliten-, Antennen- und Trafotechnik hineinarbeiten. Seine Frau und die zwölfjährige Tochter haben es mit Geduld ertragen, dass sie ihn während der Ausbildung immer nur kurz zu Gesicht bekamen. Umso mehr sind sie jetzt auf den Meistertitel und die Auszeichnung als Jahrgangsbester stolz.

Von Ulrich Nettelstroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Meister des Handwerks
 KONTAKT:


   Handwerkskammer Potsdam

   Charlottenstraße 34-36
   14467 Potsdam

   Telefon: +49 (0)331 3703-0
   Fax:        +49 (0)331 3703-100

   E-Mail:      info@hwkpotsdam.de
   Website:  www.hwk-potsdam.de