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Künstler mit Asphalt und Beton

Meister des Handwerks 2015 Künstler mit Asphalt und Beton

Christopher Zerbe will für Jugendliche ein Vorbild auf Augenhöhe sein. Der Straßenbauer-Meister ist Ausbilder in seinem Betrieb. Den Meisterbrief hat er mit dem besten Abschluss seines Jahrgangs gemacht.

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Mit schwerem Gerät vertraut: Christopher Zerbe.

Quelle: Julian Stähle

Brück. Die vier Lehrlinge bei der Zerbe Tiefbau GmbH in Brück (Potsdam-Mittelmark) haben einen Ausbilder, der nicht viel älter ist als sie. Christopher Zerbe, 25 Jahre alt und seit dem Sommer mit dem Meistertitel als Straßenbauer-Meister, ist im Betrieb unter anderem für die Nachwuchsarbeit verantwortlich. „Ich erstelle Stellenanzeigen, führe Bewerbungsgespräche und stehe den Lehrlingen jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite“, erklärt er. Die Verantwortung trägt er gerne. Für die Jugendlichen will er ein Vorbild auf Augenhöhe sein.

Christopher Zerbe ist motiviert bei seiner Arbeit. „Wenn man den ganzen Tag pflastert, dann sieht man am Abend, was man getan hat“, sagt er. Noch Jahre später ist die Arbeit Teil des Stadtbilds, auf die der Straßenbauer stolz sein kann. Dabei droht das Pflastern mit Natursteinen zu einer aussterbenden Kunst zu werden, fürchtet Zerbe, denn fähige Fachkräfte sind inzwischen Mangelware. Auch Arbeiten mit Asphalt und Beton wollen gelernt sein, denn die Fahrbahn muss am Ende eine glatte Fläche ohne Unebenheiten sein. Das klappt nur, wenn sauber gearbeitet wird, vor allem dort, wo die erneuerte an die vorhandene Fahrbahndecke stößt.

Die Liebe zum Straßenbau ist dem jungen Meister sozusagen in die Wiege gelegt worden. Sein Großvater hatte sich schon im April 1989 als Tiefbau-Handwerker selbstständig gemacht. Nach der Wende wuchs der Betrieb stetig, 2003 übernahm Guido Zerbe die Leitung. „Mein Vater hat sein Meisterstück in der Nähe von Weimar gepflastert“, berichtet Christopher Zerbe. Eine Kleinpflasterfläche in Segmentbogen-Verband vor einer Kirche in der Innenstadt. Vater und Sohn waren später mehrmals dort, um sich das Werk anzusehen. Das ist bei Christopher Zerbes Meisterstück, einer Ornament-Pflasterung eingefasst von Großpflastersteinen, leider nicht möglich. „Wir haben unsere Meisterstücke in einer Ausbildungshalle erstellt und hinterher wurden sie wieder zurückgebaut“, bedauert Zerbe, der in seinem Gewerk die beste Prüfung abgelegt hat.

In der Firma mit derzeit 40 Beschäftigten ist er als Bauleiter tätig und dient dem Chef, seinem Vater, als Assistent. Selbst einmal im Chefsessel Platz zu nehmen, diese Frage stellt sich nicht so schnell, denn der Vater ist mit 47 Jahren selbst noch jung. So hat der Sohn viel Zeit, in die Aufgabe hineinzuwachsen.

Von Ulrich Nettelstroth

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