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Stehenbleiben ist keine Lösung

Meister des Handwerks 2016 Stehenbleiben ist keine Lösung

Fahrzeuglackierer Patrick Schmidt ist der beste Meister der Maler und Lackierer in diesem Jahr. Er arbeitet bei Autoservice Schröder in Werder (Havel).

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Farbe gehört zu seinem Beruf dazu: Lackierermeister Patrick Schmidt.

Quelle: Friedrich Bungert

Werder (Havel). Patrick Schmidt sieht sich nicht als der große Künstler, der mit Airbrush wunderbare Gemälde auf Motorhauben und Autotüren zaubert. Ihn machen Wille und präzise Arbeit zu einem Meister seines Fachs. Zu einem ausgezeichneten Meister: Der Fahrzeuglackierer Patrick Schmidt ist der beste Meister der Maler und Lackierer in diesem Jahr. Er arbeitet bei der Autoservice Schröder GmbH in Werder an der Havel (Potsdam-Mittelmark). „Ich bin ein Mensch, der ungern stehen bleibt im Leben“, sagt der 24-Jährige.

So reifte in ihm die Idee, seinen Meister zu machen. Als er seine Zukunftspläne mit seinem Chef besprechen wollte, erlebte Schmidt eine große Überraschung. „Genau an dem Tag fragte er mich, ob ich nicht den Meister machen will“, erinnert sich der junge Mann aus Werder. Er sollte sich um die Ausbildung der Fahrzeuglackierer kümmern, die künftig ihr Handwerk in der Autoservice Schröder GmbH erlernen. So die Pläne des Geschäftsführers Nils Schröder. Natürlich wurden sich die beiden schnell einig. 2015 begann Schmidt mit seinen Meisterkursen. Zwei Teile absolvierte er berufsbegleitend, zwei Teile in Vollzeit. Vom Betrieb habe er große Unterstützung bekommen, berichtet der Jungmeister. Dafür ist er sehr dankbar: „Ich kann mir keinen besseren Chef vorstellen.“

Der Vater von Patrick Schmidt ist Maurermeister. Er ist begeistert von der Leistung seines Sohnes. Der wiederum ist „ein bisschen stolz, dass ich das jetzt auch bin – Meister“. Manchmal aber habe er schon gezweifelt, ob er denn auch alles schaffe. „Andere wissen gar nicht, wie schwer es ist, das durchzuziehen“, berichtet er. Selbst die Pausen bei der Arbeit habe er zum Pauken genutzt: Schnell einen Happen gegessen und dann auch schon Hefter raus. Lernen. Sein Credo: „Wenn ich mich schon mal hinsetze, dann will ich auch bestehen.“ Meisterprüfungen habe man schließlich nicht an jedem Tag.

Wenn der Druck besonders groß war, hat er sich seinen Angelkram geschnappt und ist ans Wasser gefahren. „So kann ich entspannen und habe meine Ruhe“, sagt Schmidt. Wofür sonst noch sein Herz schlägt, verrät ein Blick auf seine tätowierten Arme. Vor etwa vier Jahren hat er sich das erste Tattoo stechen lassen. Daraus wurde dann fast so etwas wie eine Sucht. Immer mehr kamen dazu. Kirschblüten zum Beispiel, weil der Werderaner japanische Motive mag. Und natürlich Kois, die japanischen Karpfen. Die Tattoos auf dem linken Arm sind im Chicano-Style gehalten. Darin versteckt sind einige sehr persönliche Botschaften. Eine Liebeserklärung an seine Freundin, mit der er gerade nach Geltow gezogen ist. Und eine Erinnerung an seine Mutter. Sie ist in diesem Jahr verstorben, kurz nachdem ihr Sohn seine letzte Meisterprüfung bestanden hatte.

Es war ein schwieriges Jahr für Patrick Schmidt. „Eigentlich“, sagt er, „bin ich zufrieden, wenn es vorbei ist“. Was ihm auf jeden Fall bleibt, ist sein Meisterbrief – immerhin mit dem besten Abschluss dieses Jahrgangs. Die Aufforderung „Carpe diem“, also „Nutze den Tag“, hat sich der Jungmeister auch als Tattoo stechen lassen. Im Moment nutzt er viel seiner Zeit, um sich um den Fahrzeuglackierer-Azubi im Betrieb zu kümmern. „Unser Lehrling fängt gerade erst an“, sagt Schmidt und denkt lächelnd an seine ersten Tage in einer Potsdamer Karosseriewerkstatt zurück, in der er seine Ausbildung gemacht hat. „Anfangs konnte ich nichts. Nicht mal spachteln oder schleifen.“ Man müsse sich eben Mühe geben, weiß der 24-Jährige. Und mit Blick auf „seinen Auszubildenden“ sagt er: „Mal sehen, wie er sich entwickelt.“

Von Ute Sommer

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