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Treue nicht nur zum eigenen Weg

Meister des Handwerks 2015 Treue nicht nur zum eigenen Weg

Zu selten führt der Wille zum Meisterbrief auch zum eigenen Unternehmen. Die vergleichsweise geringe Zahl der Gründungen und Übernahmen vorhandener Betriebe alarmiert die Handwerkskammer schon seit Längerem. Fleischerei-Meister Jörg Ribbe ist den Schritt gegangen, auch um seine Kreativität durchsetzen zu können.

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Die Kunden wissen die Qualität zu schätzen, die seine Frau Sandra und Fleischer-Meister Jörg Ribbe anbieten.

Quelle: privat

Wusterhausen. Vielleicht hat er schon auf Kindesbeinen geahnt, dass er das Geschäft einmal selbst betreiben wird. „Ich bin ja damit aufgewachsen, irgendwo immer dabei gewesen“, erzählt Jörg Ribbe von seiner Zeit als Heranwachsender in der Familienfleischerei, die schon sein Ur-Ur-Opa in Wusterhausen (Ostprignitz-Ruppin) eröffnet hatte. Im vergangenen Sommer war es dann soweit: Der heute 30-Jährige übernahm den 1874 gegründeten Betrieb von Vater Klaus, der nun ein wenig kürzer treten will.

Gezielt darauf hingearbeitet hat der neue Metzgereibesitzer schon vor mehr als zehn Jahren, als er in Berlin eine Fleischer-Lehre begann. Schon ein Jahr nach dem erfolgreichen Abschluss nahm Ribbe dann, bereits im Familienbetrieb arbeitend, die Meisterausbildung an einer Berliner Abendschule auf. „Das war für mich eigentlich gar keine Frage“, sagt der Wusterhausener zu seinen Motiven damals, die Mühen einer Weiterbildung auf sich zu nehmen.

Im Vorfeld der Übernahme des Betriebs mit einer zweiten Filiale in Kyritz, angeschlossener Schlachterei und 16 Beschäftigten gab es dann aber doch jenseits der Qualifikation einiges zu tun: Eintragung in die Handwerksrolle, die Klärung der vielen rechtlichen und Versicherungsfragen, die Beziehungen mit den Geschäftspartnern der auch als Dienstleister tätigen Schlachterei, die Bestimmungen für den angeschlossenen Catering-Service und das zu vermietende Partyhaus – da fiel einiges an. Der in die Selbstständigkeit strebende Fleischer war froh um die Unterstützung der Handwerkskammer in diesen Tagen, deren Berater ihm mehrmals in Wusterhausen zur Seite standen.

Das ist die bürokratische Seite. Fast noch wichtiger ist aber, das Unternehmen stabil am Markt zu halten. Nach einem Leitungswechsel in einer Fleischerei kann es auch vorkommen, dass Kunden wegbleiben. „Da gab es bei uns keine Probleme, die Kundschaft weiß die Qualität zu schätzen“, so Ribbe. Das ist das A und O. Die etwa 1000 Einkäufer pro Woche in beiden Filialen halten Fleisch und Wurst aus der eigenen Schlachterei und den zumeist von Bauern aus der Region zugekauften Waren die Treue. Das gleiche gilt für viele Jäger aus der Region, die geschossenes Wild von dem Betrieb weiterverarbeiten lassen.

Der neue Fleischerei-Besitzer will nach einem Umbau der Stamm-Produktion in Wusterhausen das vom Vater übernommene Konzept erst einmal fortsetzen, weiß aber auch um die Freiheit, die er als unabhängiger Unternehmer hat, seine Ideen zu verwirklichen. „Ich würde jedem empfehlen den Schritt zu wagen, wenn sich die Chance bietet“, rät Ribbe. Nur mit diesem Mut könne man „die eigene Kreativität auch umsetzen“.

Von Gerald Dietz

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