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Urlaub gibt’s erst nächstes Jahr

Meister des Handwerks 2016 Urlaub gibt’s erst nächstes Jahr

Kfz-Techniker-Meister Michael Malze hat an seinen freien Tagen Buchführung gepaukt. Jetzt ist er in einem Autohaus für den Service zuständig.

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Michael Malze hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt.

Quelle: Friedrich Bungert

Berlin. Fünf Jahre lang hat der Kfz-Mechatroniker Michael Malze nach der Lehre in seinem Beruf gearbeitet. Dann meinte er ungläubig: „Das kann doch jetzt nicht alles sein.“ Er brauchte eine neue Herausforderung. Der Kraftfahrzeugtechniker-Meister sollte es sein. Es dauerte ein bisschen, bis er sich mit seinem Betrieb einig war. Denn der gebürtige Potsdamer hat seine Meisterkurse berufsbegleitend gemacht, brauchte also am Freitag und am Sonnabend Zeit, um die Schulbank zu drücken. Er ist dankbar, dass ihm das ermöglicht wurde. Drei Jahre lang hat er die Wochenenden in seine berufliche Karriere investiert.

„Ich bin selbst ein bisschen erstaunt, dass das so glattging“, meint er rückblickend und lächelt. Das Technische liegt ihm. Das wusste Malze schon nach seinem ersten Schülerpraktikum in einer Kfz-Werkstatt. Da hatte der Potsdamer seinen Traumberuf gefunden. Jetzt, bei den Meisterkursen, lag ihm vor allem das Zahlenwerk, also die Buchführung, im Magen. Malze hat seine 14 Tage Sommerurlaub dafür genutzt, sich penibel auf die Prüfung vorzubereiten. Mit einem entschuldigenden Augenzwinkern erzählt der 29-Jährige: „Die Familie musste meine Launen ertragen.“ Und eine richtige Urlaubsreise gibt es erst im nächsten Jahr. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Sogar mehr als das. Michael Malze ist der beste Kraftfahrzeugtechniker-Meister des Jahres.

Leicht war die Zeit der Meisterkurse nicht. Wenig Zeit für Privates. Rund 7000 Euro kommen an Kursgebühren zusammen, rechnet Malze vor. Er hat das Meister-Bafög als finanzielle Unterstützung genutzt. Trotz all der Anstrengungen kann Michael Malze „nur jedem empfehlen, seinen Meister zu machen“. Die Kurse im Zentrum für Gewerbeförderung in Götz (Potsdam-Mittelmark) der Handwerkskammer Potsdam seien gut, man werde gut auf die Prüfungen vorbereitet. Und: „Man lernt tierisch nette Leute kennen“, sagt der 29-Jährige über seine Meisterklasse. Wenn jemand seine Entscheidung für eine solche Weiterbildung bereuen sollte, „dann hat er etwas falsch gemacht“. Malze jedenfalls weiß, wofür er sich so angestrengt hat: für sein berufliches Vorankommen, für seine Familie, für sein Kind. Der junge Mann wird demnächst Vater.

Kurz gesagt: Der Meister ist „gut fürs Ego“, meint Malze. Familie und Freunde sind einfach wahnsinnig stolz auf das, was der gelernte Kfz-Mechatroniker erreicht hat. Ganz nebenbei macht sich der Titel auch bei der Gehaltszahlung positiv bemerkbar. Malze: „Finanziell lohnt sich das.“ Der Potsdamer arbeitet seit Oktober in der Filiale der Autohaus Dinnebier GmbH in Berlin-Wilmersdorf. An Autos schraubt er nicht mehr. Jetzt sitzt er mit weißem Hemd als Serviceberater an einem Schreibtisch. Er ist Ansprechpartner für Kunden, die ihr Auto zur Reparatur oder Wartung bringen wollen. Malze ist ganz bewusst zu einem größeren mittelständischen Unternehmen gegangen. Hier habe man andere Aufstiegschancen als in kleinen Betrieben, sagt er.

Die Selbstständigkeit kam für ihn nicht infrage. Schließlich seien die Gründungskosten für eine Kfz-Werkstatt nicht ohne, erklärt der Jungmeister. Jetzt seien erst einmal andere Dinge wichtig: Frau und Kind und der Kleingarten, den die Familie seit diesem Sommer hat. Da muss sein betagter Skoda Fabia noch ein bisschen durchhalten. Seine Kollegen würden ihn wegen seines Autos hin und wieder belächeln, erzählt er. „Aber das Auto reicht mir.“ Bisher hat die Karosse ihren Besitzer noch immer zuverlässig von A nach B gebracht. Schließlich ist sie ja auch in den besten Händen.

Von Ute Sommer

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