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Die Zukunft von Straße, Schiene und Luft

Clusterwochen in Brandenburg Die Zukunft von Straße, Schiene und Luft

Die Mobilität der Zukunft ist kein Selbstläufer. Deshalb ringen in Brandenburg zahlreiche Unternehmen und Forschungseinrichtungen um innovative Entwicklungen für die intelligente Mobilität von morgen.

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Marius Swoboda von Rolls-Royce steht vor einer speziellen 3-D-Videoprojektion, die für den Test von Flugzeugtriebwerken genutzt wird.

Quelle: Patrick Pleul

Potsdam. Mobilität ist fast ein Synonym für die Entwicklung moderner Gesellschaften geworden. Ein Beispiel: Legten alle Deutschen im Jahr 1950 mit Mofa, Motorrad oder Auto insgesamt 31 Milliarden Kilometer zurück, waren es im Jahr 2006 nicht weniger als 888 Milliarden Kilometer. Alles bewegt sich immer schneller, immer weiter, immer öfter.

Für die Bewegung auf der Schiene, zu Lande und in der Luft werfen sich auch Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Brandenburg ins Zeug. Gemeinsam bilden sie das Cluster Verkehr, Mobilität und Logistik Berlin Brandenburg (VML). Ein Cluster umfasst die gesamte Branche sowie Wissenschaft, Forschung und weitere Partner. Ziel der Brandenburger Clusterpolitik ist eine intensive Vernetzung. Unterstützt werden die Akteure dabei vom Clustermanagement in der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB).

Schon im Oktober 2015 hatten zum Beispiel ehemalige Mitarbeiter am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) das Start-up „Synfioo“ gegründet. Die beiden Geschäftsführer Andreas Meyer und Marian Pufahl wollen mit modernster digitaler Technik für Transportunternehmen freie Bahn schaffen. „Unsere Software ermöglicht den Logistikern, über alle Störungen, die es auf einem Transport geben kann, rechtzeitig Bescheid zu wissen“, sagt „Synfioo“-Mitbegründer Marian Pufahl. Unter diese Störungen fallen der einfache Stau auf der A 9 ebenso wie die Verzögerungen am Eurotunnel in Calais. „Gerade an solchen Übergängen sind die Zeiten eng getaktet und ausgerechnet dort gibt es keine Kommunikation“, so Pufahl. Im Medienpark Babelsberg baut das sieben junge Mitarbeiter umfassende Unternehmen seinen Dienst „Synfioo“ derzeit weiter aus. Es geht nicht nur darum, über mögliche Verzögerungen zu informieren, sondern auch ins Transportgeschehen einzugreifen, etwa, indem der Dienst Fahrern Alternativrouten vorschlägt. Das schafft „Synfioo“, indem es Hunderte Webseiten vom Wetterdienst bis zur ADAC-Stauinfo automatisch durchforstet und entsprechende Schlüsse zieht.

Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) - Partner der Cluster

„Stärken stärken“ – das ist die Leitidee der Brandenburger Wirtschaftsförderpolitik. Das Land konzentriert sich auf neun starke Wachstumscluster, fünf davon gemeinsam mit Berlin. Ziel ist es, Wirtschaft und Wissenschaft zu vernetzen, Wachstum und Innovation zu fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Unterstützt werden diese durch Clustermanagements. Die Managements von acht Clustern sind in der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) angesiedelt. Die WFBB unterstützt die Akteure in den Clustern von der Entwicklung der Masterpläne bis zur konkreten Vernetzung und Initiierung von Verbundprojekten.
Das Clustermanagement ist in der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) angesiedelt. www.wfbb.de

Was „Synfioo“ jetzt schon auf der Straße leistet, soll einmal der Bahntechnologie Campus Havelland (BTC) östlich von Wustermark dem Schienenverkehr bringen. Auf der 34 Hektar großen Fläche des einstigen Rangierbahnhofs soll in den kommenden Jahren ein Praxis- und Erprobungsfeld für Unternehmen und Forschungseinrichtungen entstehen. „Der Landkreis Havelland will 6,4 Millionen Euro Eigenmittel investieren, vom Bund und vom Land kommen 13,3 Millionen“, sagt Geschäftsführer Andreas Guttschau. Forschungseinrichtungen wie die Technische Universität (TU) Berlin, die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und die Technische Hochschule (TH) Wildau (Dahme-Spreewald) pflegen bereits Kontakte mit dem Campus. In Wildau stünde die Forschung schon „bei Fuß“, wie es der Ingenieur Klaus-Martin Melzer, Dekan des Fachbereichs Ingenieur- und Naturwissenschaften an der TH, ausdrückt. In den Labors werden jetzt schon Experimente zur Lärmbelastung oder zu neuen Ortungssystemen gemacht, die die Forscher gerne auf einem echten Güterbahnhof ausprobieren würden.

Tests auf höchstem Niveau, allerdings für die Flugzeuge der Zukunft, werden schon jetzt im Forschungslabor von Rolls-Royce in Dahlewitz (Teltow-Fläming) gemacht. Dort stehen im digitalen Triebwerkslabor die Ingenieure mit ihren 3-D-Brillen vor der Projektion einer Turbine, die sie gemeinsam virtuell bearbeiten. Klaus Höschler, Professor für Flug-Triebwerksdesign an der BTU, und seine zwölf Kollegen arbeiten seit über zehn Jahren mit Rolls-Royce am sogenannten University Technology Centre (UTC) zusammen – auch um solche Konstruktionstechniken voranzutreiben.

Seit September 2016 können sich die Triebwerkskonstrukteure dank sechs hochauflösender Projektoren im Inneren rein virtueller Flugmotoren bewegen und die Darstellung mit Datenpistolen manipulieren. Das System kann zum Beispiel das Triebwerk BR 725 in den Raum zaubern. Das Triebwerk ist der Antrieb des Geschäftsjets „Gulfstream G 650“. „Simulationen miteinander zu vergleichen, kostet erheblich weniger als Prototypen zu bauen“, sagt Firmensprecher Frank-Martin Hein. Mit solchen virtuellen Darstellungen und Simulationen im Computer werden in Cottbus und in Dahlewitz neu entwickelte Triebwerke immer weiter für den Einsatz verbessert.

Von Rüdiger Braun

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