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Ein idealer Repräsentant des Clusters Metall

Clusterwochen in Brandenburg Ein idealer Repräsentant des Clusters Metall

Das Unternehmen Alutrim in Kyritz hat einen erfolgreichen Wandel gemeistert. Vor 25 Jahren wurden hier Abschirmhauben für Bildröhren hergestellt. Inzwischen hat sich das Unternehmen als Zulieferer für Zierteile und Werkzeuge für die Autoindustrie und Haushaltsgerätehersteller einen Namen gemacht.

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Fingerabdrücke an Edelstahlfronten von Haushaltsgeräten könnten dank einer Entwicklung von Alutrim schon bald der Vergangenheit angehören.

Quelle: Fotolia

Kyritz.

2012 stiegen neue Gesellschafter und als weiterer Geschäftsführer Lutz Klinkner ins Unternehmen ein und das Werk in Kyritz schloss sich mit Standorten in Fuqing in China, Dayton in den USA sowie dem neugegründeten Entwicklungsstandort in Lindau zur „Alutrim Group“ zusammen. Seitdem hat die Alutrim GmbH ihre Belegschaft von einstmals rund 50 Mitarbeitern auf inzwischen über 100 verdoppelt. Und die Firma wächst weiter. „In Kyritz suchen wir in den nächsten zwölf Monaten und auch danach Mitarbeiter in allen Bereichen, von der Produktion über die Qualitätskontrolle bis zu Ingenieuren für die Entwicklung, aber auch Azubis“, sagt Klinkner. Kein Wunder, dass die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) in dem erfolgreichen Unternehmen einen idealen Repräsentanten des Clusters Metall im Land Brandenburg sieht. Ein Cluster umfasst die gesamte Branche sowie Wissenschaft, Forschung und weitere Partner. Metall ist eines von insgesamt neun Cluster im Land Brandenburg.

Wirtschaftsförderung (WFBB) – Partner der Cluster

„Stärken stärken“ – das ist die Leitidee der Brandenburger Wirtschaftsförderpolitik. Das Land konzentriert sich auf neun starke Wachstumscluster, fünf davon gemeinsam mit Berlin. Ziel ist es, Wirtschaft und Wissenschaft zu vernetzen, Wachstum und Innovation zu fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Unterstützt werden diese durch Clustermanagements. Die Managements von acht Clustern sind in der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) angesiedelt. Die WFBB unterstützt die Akteure in den Clustern von der Entwicklung der Masterpläne bis zur konkreten Vernetzung und Initiierung von Verbundprojekten.

Das Clustermanagement ist in der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) angesiedelt. www.wfbb.de














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Die Firma arbeitet heute gleich auf mehreren Gebieten an innovativen Entwicklungen. Auf acht Feldern hat sie Forschungsarbeiten laufen. Eines der aktuellsten Vorhaben: Metallische Oberflächen zu entwickeln, die wie das Display eines Smartphones, durch Berührung Funktionen auslösen können - sei es die Heizung hochzustellen, das Licht anzuschalten oder die Autotür zu verriegeln. Details des Projekts hält „Alutrim“ vorläufig aber noch geheim. Schon länger in Arbeit sind dagegen hauchdünne Metallbeschichtungen, die das lästige Problem der Fingerabdrücke auf Edelmetallen vermeiden. Gerade Hersteller für Haushaltsgeräte drängten „Alutrim“ immer wieder zur Verwendung solcher sogenannter „Antifingerprintlacke“.

„Edelstahl sieht sehr edel aus, hat aber das Problem, dass sich Fingerabdrücke nur schwer entfernen lassen“, sagt Geschäftsführer Lutz Klinkner. „Sie brauchen im Endeffekt immer einen Fettlöser, um die Oberfläche wieder sauber zu bekommen.“ Eine Ausnahme gibt es: Metalle, die mit einer nur nanometerdicken Schickt des Antifingerprintlacks beschichtet sind. Da das Auftragen des Lackes auf fertige Teile von externen Dienstleistern zu teuer käme, arbeitet „Alutrim“ schon seit Ende 2015 daran, beschichtete Teile selbst zu produzieren. Die Schwierigkeit: Die Beschichtung muss in der Produktion extremen Verformungen des Materials standhalten.

„Stellen Sie sich eine flache Frisbeescheibe aus Metall vor, die mit einem Stempel in eine engere Form gepresst wird, um die Form eines Kochtopfs anzunehmen“, sagt Klinkner. „Das Metall zieht sich dabei natürlich enorm in die Länge.“ Dies beschreibe grob die Art, wie „Alutrim“ seine Teile durch Tiefziehen erzeuge und welchen Verformungen ein Lack auf ihnen ohne Brüche aushalten müsse. „Für Aluminium haben wir solche Beschichtungen schon“, sagt Klinkner. „Für Edelstahl noch nicht.“ Ziel von „Alutrim“ sei es, die Beschichtung zur möglichst breiten Anwendung zu bringen. Dafür hat die Firma eigens Testwerkzeuge gebaut, die eine hohe Verformung garantieren. Vor allem geht es darum, die richtige Zusammensetzung der Beschichtung zu finden, um sie möglichst elastisch zu machen. Ziel von „Alutrim“ ist es zur Hälfte für Autohersteller, zur anderen Hälfte für Haushaltsgerätehersteller produzieren.

Dass „Alutrim“ nicht wie andere Hersteller in Billiglohnländer abgewandert sei, hänge nicht nur mit der Kompetenz zusammen, die man in der Region im Metallbau finde. „Uns war es wichtig Produkte und Technologien anzubieten, die anspruchsvoll genug sind, um trotz der höheren Kosten in Deutschland fertigen zu können und den Standort in Brandenburg zu erhalten und auszubauen.“ Insofern sei man in Brandenburg bestens aufgehoben – und die Ausgründung vor einem Vierteljahrhundert habe sich als die richtige Entscheidung gezeigt.

Von Rüdiger Braun

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