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Erbse macht der Spreewaldgurke Konkurrenz

Clusterwoche in Brandenburg Erbse macht der Spreewaldgurke Konkurrenz

3500 Unternehmen gehören in Brandenburg zur Ernährungswirtschaft. Das Spektrum reicht vom Bauernhof über Forschungseinrichtungen bis hin zu international agierenden Unternehmen. Sie setzen auf Regionalität und Innovation. Zum Beispiel mit einer Ernährungsberatung via Smartphone-App.

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Mithilfe des Smartphones wird Ernährungsberatung noch effizienter.

Quelle: Fotolia

Potsdam. Slow-Food, Super-Food und Veganismus: Der Markt an Ernährungstrends und Diäten wird immer undurchdringlicher, gleichzeitig nehmen Übergewicht und Essstörungen zu. Immer mehr Menschen suchen deshalb Rat bei Ernährungsberatern. Für das Miteinander von Patient und Ernährungsexperten hat das Start-up Oviva das digitale Zeitalter eingeläutet.

Es bietet ein Hybrid-Modell aus analoger und digitaler Ernährungsberatung an, bei dem Ernährungsberater und Patient via Smartphone-App intensiver und umfänglicher als bisher kommunizieren. „Unsere eigens entwickelte Technologie bietet der Ernährungsfachkraft eine einfach zu bedienende Software zur Verwaltung und Dokumentation ihrer Patientendaten“, erklärt Oviva-Geschäftsführer Kai Eberhardt. Zudem erleichtere die App dem Patienten das mühsame Führen von Ernährungstagebüchern, indem er beispielsweise Mahlzeiten per Foto dokumentieren und an seine Beraterin weiterleiten kann. Auch Online-Waagen und Aktivitäts-Tracker lassen sich mit der App verbinden. Die bereits erzielten Erfolge sind für den Patienten sichtbar und motivieren so zum Weitermachen. Seit einem guten Jahr hat das Schweizer Unternehmen seine deutsche Niederlassung in Potsdam. In Brandenburg habe einfach das „Gesamtpaket“ gestimmt, begründet Eberhardt die Wahl des Firmensitzes. Neben der guten verkehrstechnischen Anbindung und dem guten Angebot an IT-Fachkräften gab die Nähe zu Lehr- und Forschungseinrichtungen wie der Universität Potsdam und dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) den Ausschlag für die brandenburgische Landeshauptstadt. Inzwischen habe er auch mithilfe des Clusters Ernährungswirtschaft ein gutes Netzwerk in der Region aufbauen können, so Eberhardt. Das Cluster biete eine gute Plattform für alle Akteure der Ernährungswirtschaft in der Hauptstadtregion. Ein Cluster umfasst die gesamte Branche sowie Wissenschaft, Forschung und weitere Partner. Das Clustermanagement für die Ernährungswirtschaft ist in der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) angesiedelt.

Wirtschaftsförderung (WFBB) – Partner der Cluster

„Stärken stärken“ – das ist die Leitidee der Brandenburger Wirtschaftsförderpolitik. Das Land konzentriert sich auf neun starke Wachstumscluster, fünf davon gemeinsam mit Berlin. Ziel ist es, Wirtschaft und Wissenschaft zu vernetzen, Wachstum und Innovation zu fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Unterstützt werden diese durch Clustermanagements. Die Managements von acht Clustern sind in der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) angesiedelt. Die WFBB unterstützt die Akteure in den Clustern von der Entwicklung der Masterpläne bis zur konkreten Vernetzung und Initiierung von Verbundprojekten.

Das Clustermanagement ist in der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) angesiedelt.
www.wfbb.de


Detmar Leitow ist Clustermanager für das Cluster Ernährungswirtschaft
Telefon: 0331 73061-227
E-Mail: detmar.leitow @wfbb.de

Das Clustermanagement versteht sich als Impulsgeber, Initiator und Moderator zugleich. Keine leichte Aufgabe bei rund 3500 Unternehmen in der Branche, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Spektrum der Clustermitglieder reicht vom kleinen Bauernhof über Forschungseinrichtungen bis hin zu international agierenden Unternehmen. Doch Berührungspunkte gibt es genug. Die Digitalisierung sei ein Thema, das in fast allen Unternehmen auf der Tagesordnung stehe, so Clustermanager Detmar Leitow. Hier kann das Cluster den Erfahrungsaustausch in Gang setzen und zugleich Experten aus anderen Clustern an Bord holen, die ihre spezielle fachliche Sicht in den Prozess einbringen. Davon profitieren am Ende beide Seiten.

Deshalb steht die clusterübergreifende Zusammenarbeit immer häufiger auf dem Plan. So kommen die Fachleute aus dem Cluster Kunststoff und Chemie ins Spiel, wenn es um Reststoffverwertungen oder leichte, umweltfreundliche Verpackungen geht. Gemeinsam mit den Logistik-Spezialisten werden innovative Frachtraumkonzepte entwickelt.

Bei aller Innovation dreht sich die Clusterarbeit manchmal jedoch auch um „alte Hüte“. Die Regionalität ist so ein altes Thema, das in neuen Facetten immer wieder auf der Tagesordnung steht. Immer mehr Verbraucher möchten wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Regionale Produkte genießen dabei einen besonders guten Ruf in Sachen Qualität, Transparenz und Nachhaltigkeit. Im Land gibt es viele kleine Unternehmen, die genau solche Lebensmittel produzieren. Mit der im Aufbau befindlichen Online-Plattform Marktgenuss sollen für diese kleinen Unternehmen jetzt auch neue Vertriebswege geschaffen werden. Aufgebaut wird die Plattform von Unternehmen der Ernährungswirtschaft im Land. Es soll gerade für kleinere Produzenten von Lebensmitteln Alternativen zum regionalen Absatz ihrer Produkte schaffen.

Und die Zukunft der Ernährungswirtschaft? Hier sieht Clustermanager Detmar Leitow ganz neue Produkte heranwachsen, die aktuell kaum jemand auf dem Schirm hat: zum Beispiel heimische Hülsenfrüchte wie die Erbse. In den Laboren des Instituts für Getreideverarbeitung (IGV) werden daraus bereits Lebensmittel hergestellt, die einen hohen Anteil an pflanzlichem Eiweiß ausweisen und darüber hinaus noch gluten- und allergenfrei sind. Im vergangenen Jahr wurden die sogenannten Extrudate bereits mit dem Brandenburger Innovationspreis der Ernährungswirtschaft ausgezeichnet. Derzeit befindet sich proteinhaltiges Mehl aus Erbsen in der Küche der Reha-Klinik „Hoher Fläming“ Bad Belzig im Praxistest.

Von Bettina Schipke

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