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Spezialisten für den richtigen Durchblick

Clusterwochen in Brandenburg Spezialisten für den richtigen Durchblick

Studierende des neuen Studiengangs Augenoptik/Optische Gerätetechnik der Technischen Hochschule Brandenburg konnten beim Besuch einer Rathenower Firma Einblick in die Produktion nehmen. Der Studiengang kombiniert eine Ingenieurausbildung mit der klassischen Augenoptikerausbildung auf Meisterniveau.

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Die Studenten René Zehnpfund und Annika Keller im Gespräch mit dem Geschäftsführer von Ophthalmica, Stefan Lippold.

Quelle: Friedrich Bungert

Rathenow. Auch bei der letzten Station des Rundgangs durch die Räume der Ophthalmica Brillengläser GmbH & Co. KG in Rathenow (Havelland) sind die Besucher gespannt dabei. Aber hier, bei der Entspiegelung der Brillengläser in hermetisch geschlossenen Vakuumkammern, entziehen sich die Details der Anschauung. „Ein Chemiecocktail aus Metalloxiden wird im Hochvakuum aufgedampft“, erläutert Geschäftsführer Stefan Lippold. Vor den dicken Türen der Druckkammern haben sich 15 Studierende des neu geschaffenen Studiengangs Augenoptik/Optische Gerätetechnik der Technischen Hochschule Brandenburg versammelt. Gerade einmal 400 bis 500 Nanometer dick ist die Metalloxid-Schicht, die dafür sorgt, dass praktisch keine Reflektion mehr an dem Glas stattfindet. Zum Vergleich: ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 80.000 Nanometern.

Die Studierenden sind beeindruckt vom Rundgang durch die Produktionsräume. 30 Beschäftigte arbeiten bei dem Unternehmen Ophthalmica, das 2000 Kunden beliefert, vor allem Augenoptiker in den östlichen Bundesländern. Produziert wird mit modernsten Ultraschall-Waschstraßen und hochpräzisen Schleif- und Poliermaschinen. „Es ist sehr interessant, die verschiedenen Arbeitsschritte kennenzulernen“, sagt Annika Keller, die extra für den neuen Studiengang aus Bremen nach Brandenburg gezogen ist. Er habe an diesem Vormittag viel dazugelernt, meint auch René Zehnpfund, der aus Thale (Sachsen-Anhalt) stammt. Die Gruppe hat alle Schritte der Brillenproduktion kennengelernt, vom Fräsen und Polieren über Reinigungs- und Trocknungsgänge bis zum Färben und Entspiegeln. Zwei bis drei Tage dauert es, bis ein Brillenglas am Ende ausgeliefert werden kann.

Wirtschaftsförderung (WFBB) – Partner der Cluster

„Stärken stärken“ – das ist die Leitidee der Brandenburger Wirtschaftsförderpolitik. Das Land konzentriert sich auf neun starke Wachstumscluster, fünf davon gemeinsam mit Berlin. Ziel ist es, Wirtschaft und Wissenschaft zu vernetzen, Wachstum und Innovation zu fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Unterstützt werden diese durch Clustermanagements. Die Managements von acht Clustern sind in der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) angesiedelt. Die WFBB unterstützt die Akteure in den Clustern von der Entwicklung der Masterpläne bis zur konkreten Vernetzung und Initiierung von Verbundprojekten.

Anne Techen ist Clustermanagerin (stv.) für das Cluster Optik.
Telefon: 0331 73061-424
E-Mail: anne.techen@wfbb.de

Der Unternehmensbesuch ist nur ein Zeichen für die enge Verbindung des neu geschaffenen Studiengangs zu den Branchenunternehmen. An der Auftaktveranstaltung am 20. April im Rittersaal der TH Brandenburg nahmen auch zahlreiche Unternehmen und Partner aus der Region teil, freut sich der frisch berufene Professor Justus Eichstädt, der als Gründungsbeauftragter fungiert. Auch Ophthalmica aus Rathenow war vertreten. Ebenso das Clustermanagement Optik in der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB). Ein Cluster umfasst die gesamte Branche sowie Wissenschaft, Forschung und weitere Partner. Das Cluster Optik ist eines von insgesamt neun Clustern in Brandenburg. Ziel der Brandenburger Clusterpolitik ist eine intensive Vernetzung. Das Clustermanagement unterstützt die Akteure dabei.

Das Studienfach Augenoptik/Optische Gerätetechnik ist bundesweit einmalig. Es kombiniert die Ingenieurausbildung eines Bachelor of Engineering (B. Eng.) mit der klassischen Augenoptikerausbildung auf Meisterniveau. Zwei Tage pro Woche lernen die Studierenden im Bildungszentrum der Augenoptiker- und Optometristen-Innung des Landes Brandenburg in der traditionellen Optikstadt Rathenow, ansonsten an der Hochschule in Brandenburg an der Havel. „Die Kompetenzen der beiden Standorte ergänzen sich“, sagt Eichstädt. Der 34-jährige Rathenower ist selbst gelernter Augenoptiker.

Justus Eichstädt sieht große Perspektiven für den Studiengang. „In der Augenoptik wächst der Bedarf an Leuten, die sich mit der Gerätetechnik auskennen“, erläutert er. Schließlich nimmt die technische Ausstattung bei den Augenoptikern und in den Kliniken zu.

Auch die Branchenunternehmen beobachten den neuen Studiengang mit großem Interesse. „Wir hoffen darauf, dass durch den Studiengang Fachkräfte in die Region gelockt werden – und ins Unternehmen“, sagt etwa Ophthalmica-Geschäftsführer Stefan Lippold. Die gut ausgebildeten Mitarbeiter seien schließlich das wichtigste Kapital der Branche und ihres traditionellen Standorts Rathenow.

Von Ulrich Nettelstroth

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