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Gedenken im digitalen Raum

Onlineportale wie Maztrauer eröffnen neue Möglichkeiten Gedenken im digitalen Raum

Im Zeitalter des Web 2.0 ist auch die Trauerkultur im Umbruch. Ganz selbstverständlich erwarten viele Menschen, auch im Web über Todesfälle informiert zu werden. Und nicht nur auf dem Friedhof ist es möglich, seine Trauer zu bekunden, sondern auch an virtuellen Grabstellen im Internet, unter maztrauer.de zum Beispiel.

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Grabmale: Individualität ist gefragt

Mit dem Verlust per Tastatur und Mausklick umgehen: Trauerportale im Internet.

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Der Kommentar folgt direkt unter der Todesanzeige: „Wir sind tief bewegt von der traurigen Nachricht, dass unser Vereinsmitglied nicht mehr unter uns ist.“ Und noch weitere Botschaften folgen. „Du wirst immer in unserem Herzen sein“, schreibt die Enkelin. Nachzulesen ist das alles auf Maztrauer.de, den Trauerseiten der Märkischen Allgemeinen im Internet.

Trauerkultur im Umbruch

Im Zeitalter des Web 2.0 befindet sich auch die Trauerkultur im Umbruch. Traueranzeigen werden heutzutage nicht mehr nur auf Papier gelesen, sondern genauso in digitaler Form. Die Anzeige im Web ergänzt die gedruckte Form und macht sie zusätzlich Menschen zugänglich, die weit entfernt wohnen und die gedruckte Ausgabe einer Zeitung nicht zur Kenntnis nehmen würden. Ein Portal wie Maztrauer bietet aber noch weitere Möglichkeiten. So können Angehörige, Freunde und Bekannte auf eine Traueranzeige mit einer eigenen Nachricht reagieren oder eine virtuelle Kerze zum Andenken an den Verstorbenen anzünden.

Digitale Orte des Gedenkens

Es gibt mittlerweile zahlreiche Online-Portale für die Trauer, auch Online-Friedhöfe genannt. Wie das reale Grab mit Grabmal und Bepflanzung ist auch der virtuelle Friedhof ein Ort des Gedenkens, an den Verstorbenen. Sehr häufig besucht werden die Trauerseiten von Prominenten. Vielen Menschen ist es gerade nach dem Tod von bekannten Persönlichkeiten ein Bedürfnis, ihr Mitgefühl öffentlich auszudrücken. An einer virtuellen Gedenkstätte für den Schlagersänger Udo Jürgens etwa, der im Dezember 2014 gestorben ist, werden noch heute fast jeden Tag digitale Kerzen angezündet und Botschaften hinterlassen.

QR-Codes am Grab führen zum Trauerportal

Immer öfter sind auf Grabmalen QR-Codes zu sehen. Wer das Symbol mit dem Smartphone einscannt, erhält aus dem Internet mehr Informationen zu dem Verstorbenen, als auf einen Grabstein passen. Oft wird er auch auf ein Trauerportal weitergeleitet, wo er beispielsweise eine virtuelle Kerze entzünden kann. Bei Gräbern von Prominenten sind solche QR-Codes schon oft zu sehen, aber auch darüber hinaus finden sie mehr und mehr Verbreitung. Das Datenfeld kann entweder in den Grabstein selbst eingearbeitet werden oder separat als niedriger Sockelstein ausgeführt werden, der möglichst aus dem gleichen Material wie das Grabmal besteht.

Von Ulrich Nettelstroth

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