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Grabmale: Individualität ist gefragt

Der Trend geht zu einer freien Gestaltung Grabmale: Individualität ist gefragt

Auf Brandenburgs Friedhöfen macht sich Vielfalt breit. Nicht mehr nur Steine und Kreuze in schlichter Form sind zu sehen, sondern auch wieder große Grabanlagen mit freier Gestaltung. Die Friedhöfe öffnen sich den neuen Möglichkeiten, stellt der Verband Deutscher Steinmetze fest.

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Grabmale drücken die Kultur ihrer Zeit aus.

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Kreuze oder Steine in schlichten Formen, mal kantig, mal abgerundet – dieses Bild boten Grabsteine auf Friedhöfen bisher meist. Inzwischen sind auf deutschen Friedhöfen auch immer mehr moderne Formen und außergewöhnliche Gestaltungen zu sehen. „Ein Trend hin zu individuellen Grabmalen ist zu beobachten“, konstatiert der Bundesverband Deutscher Steinmetze in einer Mitteilung. Hinterbliebene wollten stärker mitgestalten als früher, viele sähen die Mitwirkung an der Gestaltung der Grabstelle als Dienst am Verstorbenen und als Teil der Trauerarbeit.

Friedhofssatzungen reglementieren weniger

Auch die Friedhöfe öffnen sich für neue Gestaltungsmöglichkeiten, stellt der Verband fest. Meist sind die Reglementierungen mittlerweile weniger streng als in der Vergangenheit. Zwei schlanke, hohe Säulen, die sich einander zuneigen, eine überdimensionale Sanduhr, ein stark stilisierter griechischer Tempel oder auch nur ein glatter, hoher Stein, durch den ein Riss geht als Zeichen der Verletzung – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch Formen der Vergangenheit werden aufgenommen und teilweise modern kommentiert, etwa barock wirkende Engelsfiguren oder Madonnenfiguren. Oft nimmt das Grabmal Motive aus dem Leben des Verstorbenen auf. Die Gestaltung wird von den Angehörigen gemeinsam mit einem Steinmetz entworfen. Als Material werden vermehrt Natursteine gewählt, die aus der Umgebung des Wohnorts stammen oder aus einer Region, zu der es etwa durch Urlaube eine engere Verbundenheit besteht.

Viele ältere Menschen betonen noch zu Lebzeiten, dass sie im Tod keine Last für ihre Verwandten sein wollen. Gemeint ist damals meistens die Pflege der Grabstelle. Aber gerade das Grab mit einem Grabmal, das Namen und Lebensdaten trägt, ist für Hinterbliebene oft ein wichtiger Anlaufpunkt, um die Erinnerung zu pflegen. Viele Friedhöfe bieten unterschiedliche Grabformen an, die über viele Jahre von Friedhofsgärtner gepflegt werden und auf denen ein individuelles Grab mit einem persönlichen Grabmal möglich ist.

Pflegefrei: Gräberfeld oder Urnenwand

Das kann auch sehr klein sein. Mancherorts werden zum Beispiel pflegefreier Gräber in der Form von flach eingelassenen Grabplatten auf einer Wiese angeboten, die Namen und Daten der Verstorbenen tragen. Blumen können dann an einem zentralen Gedenkstein an einer Seite des Gräberfelds niedergelegt werden. Auf manchen Friedhöfen werden auch Urnenwände eingerichtet. In mehreren Etagen übereinander reihen sich hier die vorne von einer kleinen Grabplatte verschlossenen Fächer für die Urnen. Für einen frischen Blumenstrauß ist davor auf einem kleinen Sims Platz.

Von Ulrich Nettelstroth

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