Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Mauerwerk ist gefragt

Bauen und Wohnen Mauerwerk ist gefragt

In traditioneller Weise Stein auf Stein entstehen auch heute die meisten Häuser. Mauerwerk ist ein bewährter und beliebter Baustoff. Aber es gibt Unterschiede bei den eingesetzten Materialien, seien es nun Ziegel, Kalksandstein oder Porenbeton. Wir erklären, worauf dabei zu achten ist.

Voriger Artikel
Globaler Winter durch Vulkanstaub
Nächster Artikel
Bestatter sind die ersten Helfer

Stein und Mörtel: So hält die Wand dauerhaft.

Quelle: dpa

Potsdam. Schon lange vor der Grundsteinlegung machen sich Bauherren Gedanken, aus welchem Material das Mauerwerk des neuen Hauses bestehen soll. Traditionell ist der Ziegel ein bewährter und beliebter Baustoff. Doch auch Alternativen wie Kalksandstein oder Porenbeton haben eine beachtliche Verbreitung.

Ziegel: Seit Jahrhunderten bewährt

Der seit vielen Jahrhunderten verbreitete Ziegelstein wird aus tonhaltigem Lehm gebrannt. Lochziegel sind zur Gewichtsreduzierung und Verbesserung der Wärmedämmung durchlochte Steine, sie werden heute überwiegend als Planziegel verkauft. Bei diesen sind die obere und untere Auflagefläche plan geschliffen. Dadurch können die Steine zügig und mörtelsparend im Dünnbettverfahren verarbeitet werden. In seinen Eigenschaften ist der Ziegel relativ ausgewogen: Er hat einen guten Schutz gegen Feuchtigkeit, der der Schimmelbildung vorbeugt und auch der Schallschutz ist hoch.

Perfekter Schallschutz mit dem Kalksandstein

Kalksandsteine zeichnen sich vor allem durch ihren sehr guten Schallschutz und ihre hohe statische Belastbarkeit aus, allerdings sind sie sehr schwer. Hierdurch können die Wandstärken dünner ausfallen als bei Mauerwerk aus vielen anderen Materialien. Allerdings ist immer eine zusätzliche Dämmschicht vonnöten um die gesetzlichen Vorgaben zu erreichen. Kalksandstein kommt zwar auch in der Natur vor. Die für den Hausbau verwendeten Steine werden allerdings industriell aus Branntkalk, Sand und Wasser hergestellt. Die Steinrohlinge werden mehrere Stunden Dampfdruck ausgesetzt, um sie auszuhärten.

Porenbeton eignet sich auch für Selbermacher

Steine aus Porenbeton, auch unter dem Herstellernamen Ytong bekannt, sind relativ leicht und deshalb auch gut für den Selberbauer zu verarbeiten. Anders als der Name vermuten lässt, enthält der Stein kein Gramm Beton: Er besteht aus Quarzsand, Zement oder Kalk und Wasser sowie einer kleinen Menge Aluminiumpulver als Treibmittel. Gehärtet wird Porenbeton mit Wasserdampf. Der fertige Stein besteht zu etwa 80 Prozent aus feinen Luftporen. Deshalb ist die Wärmedämmung sehr gut. Wegen des geringen Gewichts erreicht Porenbeton aber nicht die Schallschutzwerte von Kalksandstein.

Alternativen

Zu den weit verbreiteten Mauerwerksteinen gibt es noch etliche Alternativen, etwa Schalungssteine aus Polystyrol. Diese werden zunächst stockwerkweise aufgebaut, der innere Hohlraum wird anschließend zur Stabilisierung mit Beton aufgefüllt. Blähtonsteine bestehen aus kleinen Ton-Kügelchen, bei denen durch Erhitzung die organischen Bestandteile verbrennen - dadurch entstehen gut dämmende kleine Luftkammern. Leichtbetonsteine haben durch Zugabe poröser Zuschlagsstoffe bessere Wärmedämmeigenschaften als reiner Beton. Natursteine sind schwer zu verarbeiten und werden deshalb eher für Verblendungen oder andere optische Akzentsetzungen eingesetzt.

Von Ulrich Nettelstroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Beilagen
So erreichen Sie die MAZ

Alle Ansprechpartner aus Redaktion, Vertrieb, Marketing und Anzeigenabteilung im Überblick mehr