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Auto & Verkehr Airbus-Unglück: Es war ein Amok-Flug
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19:39 26.03.2015
Die Absturzstelle in den Alpen. Quelle: Dpa
Washington

Der Co-Pilot der über Frankreich abgestürzten Germanwings-Maschine hat den Airbus mit 150 Menschen an Bord wohl mit voller Absicht auf Todeskurs gebracht. «Es sieht so aus, als ob der Co-Pilot das Flugzeug vorsätzlich zum Absturz gebracht und so zerstört hat», sagte Staatsanwalt Brice Robin am Donnerstag in Marseille. Warum der Mann die Maschine in die Katastrophe steuerte, ist unklar. Hinweise auf einen Terrorakt gibt es laut Ermittlern und Bundesinnenministerium nicht.

Pilot war ausgesperrt

Der 27-jährige Co-Pilot sei zu dem Zeitpunkt allein im Cockpit und der Pilot aus der Kabine ausgesperrt gewesen. Der Pilot hatte nach den neuesten Erkenntnissen zuvor das Cockpit verlassen, um auf die Toilette zu gehen, und das Kommando seinem Kollegen übergeben. Als er zurück ans Steuer wollte, habe er die automatisch verriegelte Kabinentür nicht mehr öffnen können, schilderte der Staatsanwalt.

Die plausibelste Deutung gehe dahin, dass der Co-Pilot vorsätzlich das Öffnen der Tür verhindert habe. Obwohl der Stimmenrekorder bis zuletzt schweres Atmen im Cockpit aufgezeichnet habe, der Mann also am Leben war, habe er auf Ansprache des Towers nicht reagiert. Ein Notruf sei nicht abgesetzt worden.

In den letzten Minuten, bevor der A320 an einer Felswand zerschellte, zeichnete der Rekorder auf, wie der ausgesperrte Kapitän und die Crew von außen gegen die Cockpit-Tür hämmern. Der Copilot habe nichts mehr gesagt, berichtete Robin. In den ersten 20 Minuten nach dem Start haben sich Pilot und Copilot demnach ganz normal unterhalten

Warum?

Peter Goelz, Flugexperte beim US-Sender CNN in Washington, bezeichnet die neuen Erkenntnisse als eine "schrecklich schockierende Enthüllung". Allerdings sei weiterhin unklar, was sich letztlich im Cockpit in den Minuten vor dem Aufprall abgespielt hatte. Das Rätselraten hält an: "Es ist möglich, dass es einen medizinischen Notfall gab. Aber es lässt sich bisher auch nicht ausschließen, dass es sich um einen Selbstmordattentat handelt", so Goelz. Es sei jedenfalls im höchsten Maße seltsam, dass der Co-Pilot während des mehrminütigen Sinkfluges keinerlei Kontakt zum Bodenkontrollzentrum hatte.

Co-Pilot "100 Prozent flugtauglich"

Ermittler durchsuchten auf Ersuchen der französischen Justiz zwei Wohnungen des Co-Piloten Andreas L., der aus Montabaur bei Koblenz stammte. Dort und in einem Haus in Düsseldorf suchten sie nach Hinweisen auf ein Motiv oder Anzeichen für eine psychische Erkrankung.

Bekannt war bereits, dass der Mann seit 2013 Co-Pilot bei Germanwings war. Davor hatte er laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr aber schon seit etlichen Jahren für den Konzern gearbeitet, auch als Flugbegleiter. Vor sechs Jahren habe es eine mehrmonatige Unterbrechung der Pilotenausbildung gegeben, danach sei die Eignung des Mannes nach allen Standards überprüft worden. "Er war 100 Prozent flugtauglich. Ohne jede Auffälligkeit", sagte Spohr.

Dem Piloten selbst sei kein Fehlverhalten vorzuwerfen, er habe "vorbildlich gehandelt". Spohr betonte: "Wir haben volles Vertrauen in unsere Piloten. Sie sind und bleiben die besten der Welt." Er sagte auch: "Wenn ein Mensch 149 Menschen mit in den Tod nimmt, ist das ein anderes Wort als Selbstmord."

Die Luftaufsicht teilte mit, dass es bei den routinemäßigen Sicherheitsüberprüfungen des Co-Piloten keine Auffälligkeiten gab. Zuletzt sei ihm Ende Januar bescheinigt worden, dass gegen ihn keine strafrechtlichen oder extremistischen Sachverhalte vorliegen.

Von Stefan Koch und MAZonline

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