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Finanzen Unfallversicherung greift nicht bei Verletzung auf Partys
Mehr Finanzen Unfallversicherung greift nicht bei Verletzung auf Partys
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11:17 07.11.2018
Auf einer Uniparty in Mainz kam es zu einem Streit um eine Flasche Bier. Dabei verletzte sich der Mitorganisator schwer. Er klagte, doch die Unfallkasse lehnte die Anerkennung als Arbeitsunfall ab. Quelle: Angelika Warmuth
Mainz/Berlin

Bei auf selbst organisierten Uni-Partys erlittenen Verletzungen greift die studentische Unfallversicherung nicht. Denn es handelt sich um keine Hochschulveranstaltung. Das zeigt eine entsprechende Entscheidung des

Sozialgerichts Mainz (Az.: S 14 U 45/17).

Der Fall: Studenten wollten mit einer Party den Examensball finanzieren. Sie fand in der Universität Mainz statt. Zu später Stunde bemerkte ein Mitorganisator, dass ein Gast unerlaubt eine Bierflasche aus einem der Kühlschränke entnahm. Er forderte ihn auf, die Flasche zurückzustellen. Der Gast rannte weg, der Mann verfolgte und holte ihn ein. Beide rangelten, die Flasche zerbrach, die Männer fielen hin. Bei dem Sturz verletzte sich der Mitorganisator schwer an der Hand. Er klagte.

Doch die Unfallkasse lehnte die Anerkennung als Arbeitsunfall ab. Demnach sei der Mann als Student gesetzlich nicht unfallversichert gewesen. Das sah der Kläger anders. Aus seiner Sicht sehe das Recht Versicherungsschutz für die Verfolger mutmaßlicher Straftäter vor. Er habe einen Dieb gestellt und, wenn auch Monate später, angezeigt.

Das Urteil: Die Klage war erfolglos. Nach Auffassung des Sozialgerichts bestand kein Versicherungsschutz in der studentischen Unfallversicherung. Denn die Party war keine Veranstaltung der Uni.

Zwar gebe es einen Unfallversicherungsschutz für Verfolger von Straftätern. Hierfür müsse allerdings die Verfolgung oder Festnahme eines Verdächtigen wesentlicher Grund der Handlung gewesen sein. Zwar sei die Bierflasche gestohlen worden. Jedoch habe der Kläger den Dieb nach Überzeugung des Gerichts vor allem verfolgt, um die Bierflasche beziehungsweise deren Kaufpreis wiederzuerlangen. Dazu kam, dass er ursprünglich keine Anzeige gegen unbekannt stellen wollte. Außerdem habe er sich bei anderen Kommilitonen nicht nach der Identität des Diebs erkundigt. Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung sei es nicht, private Interessen unter Versicherungsschutz zu stellen.

Aus das Urteil weist die

Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

dpa

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