Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Finanzen Zahlungsmoral laut Schufa weiter hoch
Mehr Finanzen Zahlungsmoral laut Schufa weiter hoch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:26 11.07.2018
Die Verbraucher in Deutschland lassen sich vom Zinstief einer Studie zufolge nicht zu übermäßigen Schulden verführen. Quelle: Jens Kalaene
Wiesbaden

Deutschlands Verbraucher behalten trotz günstiger Kreditzinsen einen kühlen Kopf. "Auch in der Tiefzinsphase haben Verbraucher ihre Finanzen fest im Griff und verschulden sich mit Augenmaß", sagte Schufa-Vorstandschef Michael Freytag anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen "Kredit-Kompasses".

Nach Daten der Auskunftei stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Verbraucherkredite 2017 gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent auf erstmals mehr als 8 Millionen. Im Schnitt waren es 10 272 Euro pro Kredit und damit nur 47 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Am häufigsten nehmen Verbraucher einen Ratenkredit demnach für den Kauf von Autos, Möbeln sowie elektronischen Geräten in Anspruch. Wie schon 2016 zahlten die Bundesbürger im vergangenen Jahr 97,8 Prozent aller Ratenkredite reibungslos zurück. "Das zeigt, dass die Verbraucher sehr zuverlässige Kreditnehmer sind", sagte Freytag. Wenn Menschen mit der Rückzahlung in Verzug gerieten, dann meist wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Scheidung.

Ende des Jahres verzeichnete die Schufa in ihrem Datenbestand insgesamt 17,9 Millionen Ratenkredite, ein Plus von 3,5 Prozent. Die Restschuld je Kredit betrug im Schnitt 11.355 Euro. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr damit um 562 Euro. Aus Sicht Freytags ist dies jedoch kein Anlass zur Sorge. "Die Verbraucher haben sich in den vergangenen Jahren sehr rational verhalten. Wir sehen gute Chancen, dass sich die Entwicklung in absehbarer Zeit so fortsetzt."

Freytag rechnet damit, dass die Zahl der Verbraucherkredite weiter steigen dürfte - allein schon aus demografischen Gründen. "Die Menschen leben immer länger und sind immer länger fit. Auch über 70-Jährige investieren heute in größere Anschaffungen, zum Beispiel in eine neue Küche." Hinzu kämen das robuste Wirtschaftswachstum, die niedrige Arbeitslosigkeit und eine vergleichsweise geringe Inflation. Das alles beflügle den Privatkonsum.

Nach Daten des Marktforschungsinstituts GfK sind die Verbraucher weiter in Kauflaune. Obwohl Ökonomen wegen Trumps protektionistischer Handelspolitik zuletzt ihre Konjunkturprognosen herunterschraubten, rechnen nach wie vor viele Bürger in Deutschland mit höherem Einkommen und sind dementsprechend bereit, Geld auszugeben.

Am liebsten kaufen die Bundesbürger auf Rechnung, wenn sie im Internet shoppen. Bei einer Forsa-Umfrage unter mehr als 2000 Internetnutzern gaben dies 71 Prozent der Online-Shopper an. Darüber hinaus nutzen 66 Prozent den Bezahldienst PayPal, 49 Prozent die Kreditkarte und 41 Prozent die Lastschrift. "An der Beliebtheit des verbraucherfreundlichen Kaufs auf Rechnung wird sich vorerst nichts ändern. Man zahlt erst nach Erhalt der Waren und es werden am wenigsten Daten ausgetauscht", sagte Freytag.

Zwölf Prozent der Internetnutzer gaben an, dass sie schon einmal von Identitätsmissbrauch betroffen waren. Dabei kaufte beispielsweise jemand im Netz in ihrem Namen ein oder gab ihre Kontodaten an. Von Datenmissbrauch seien aber letztlich alle Verbraucher betroffen, weil der Handel die Aufwendungen für Schäden bei seiner Preiskalkulation berücksichtige, sagte der Chef des Meinungsforschungsinstituts, Manfred Güllner.

Die von der Schufa und anderen Auskunfteien gesammelten und bewerteten Daten sind für Millionen Menschen wichtig, die Kredite aufnehmen oder Mietverträge abschließen wollen. Die Schufa-Statistik erfasst keine Dispokredite und Verbindlichkeiten zum Beispiel aus Verträgen mit Mobilfunkanbietern.

dpa

Die Türen der U-Bahn schließen sich und just in diesem Moment fällt einem ein, dass man vergessen hat, den Fahrschein zu knipsen. Das ist besonders ärgerlich, wenn auch noch ein Kontrolleur kommt. Doch was passiert eigentlich, wenn jemand generell umsonst fahren will?

09.07.2018

PIN zu oft falsch eingetippt oder eine gesperrte Karte - meist ziehen Geldautomaten Karten aus Sicherheitsgründen ein. Am besten wenden sich betroffene Kunden direkt an ihre Bank.

09.07.2018

Rewe, Lidl und Edeka wollen bestimmte Plastikprodukte aus dem Sortiment nehmen. Großflächige Maßnahmen wirken: So spart etwa Lidls Verzicht auf Plastiktüten jährlich rund 3500 Tonnen Kunststoff ein. Umweltschützer wünschen sich allerdings noch mehr.

09.07.2018