Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Gesundheit Erste Gentherapie gegen Erblindung in den USA zugelassen
Mehr Gesundheit Erste Gentherapie gegen Erblindung in den USA zugelassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:32 21.12.2017
In den USA wurde eine Gentherapie zugelassen, die Menschen mit einer bestimmten erblichen Genmutation vor dem Erblinden schützen soll. Quelle: Arno Burgi/dpa-Zentralbild
Anzeige
New York

Erstmals ist in den USA eine Gentherapie gegen eine bestimmte Form der Erblindung zugelassen worden. Mit der Therapie könne ein erblicher, durch eine Genmutation ausgelöster Verlust des Sehvermögens behandelt werden, der in Erblindung enden kann,teilte die US-Arzneimittelbehörde FDA mit.

In den vergangenen Monaten hatte die FDA schon zwei weitere Gentherapien zugelassen, beide zur Krebs-Behandlung. Die neue Zulassung bezeichnete FDA-Chef Scott Gottlieb als "Meilenstein". "Gentherapie wird eine Stütze in der Behandlung und vielleicht auch der Heilung von vielen unserer schlimmsten und hartnäckigsten Krankheiten sein. Wir sind an einem Wendepunkt bei dieser neuen Therapieform."

In den USA haben nach Angaben der FDA bis zu 2000 Menschen eine Mutation in beiden Kopien des RPE65-Gens und einen dadurch ausgelösten schrittweisen Verlust des Sehvermögens. Mit der nun zugelassenen Gentherapie wird das nicht mutierte RPE65-Gen direkt in die Netzhaut-Zellen eingesetzt. Die Therapie wurde zuvor an mehr als 70 Patienten getestet. Medienberichten zufolge könnten die Kosten für die Therapie jedoch extrem hoch sein. Zudem sei noch unklar, wie lange ein positiver Effekt anhält.

Die Augenmedizinerin Birgit Lorenz vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg begrüßte die Zulassung der Gentherapie in den USA als "großen Schritt". Ein entsprechender Antrag für Europa liege derzeit bei der zuständigen Arzneimittelbehörde EMA zur Entscheidung. Die Therapie könne bereits abgestorbene Sinneszellen nicht wiederbeleben, jedoch das weitere Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Nach Angaben des Präsidenten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), Thomas Kohnen, sind mehr als 250 verschiedene genetische Sehstörungen bekannt. Die meisten davon seien glücklicherweise selten, erläuterte der Direktor der Universitätsaugenklinik in Frankfurt am Main vor einiger Zeit. Deutschlandweit gibt es laut DOG etwa 150 bis 200 Patienten der RPE65-Erkrankung.

dpa

Sachsen-Anhalt kennt sehr lange Wege bis zum nächsten Krankenhaus. Ist schnelle und spezialisierte Hilfe nötig, kann das ein Problem sein. Neue technische Möglichkeiten sollen Wege überbrücken.

21.12.2017

An Weihnachten und Silvester steigt der Alkoholkonsum. Man trinkt gern auch mal einen über den Durst. Eine Umfrage zeigt, dass es interessante Unterschiede gibt.

21.12.2017

Das Surfen im Internet gehört mittlerweile zum Alltag. Allerdings kann das zur Sucht werden, wie sich an ganz bestimmten Verhaltensweisen erkennen lässt. Innere Unruhe ist nur eine davon.

21.12.2017
Anzeige