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Peinlich, aber meist ungefährlich: Was gegen Blähungen hilft

Gesundheit Peinlich, aber meist ungefährlich: Was gegen Blähungen hilft

Der Mensch pupst, das ist etwas völlig Normales. Trotzdem ist es peinlich, wenn einem in Gesellschaft Gase entweichen. Bei manchen Menschen bilden sich davon auch mehr als üblich. Dahinter kann eine Unverträglichkeit stecken.

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Dr. Bettina Sauer ist Redakteurin bei der Stiftung Warentest.

Quelle: Stiftung Warentest/dpa-tmn

Saarlouis. Blähungen sind zwar peinlich, aber andererseits pupst der Mensch eben, das ist ganz normal. Mit jedem Bissen gelangt nicht nur Nahrung in den Körper, sondern auch Luft. Aus dem Magen entweicht ein Teil davon wieder als Rülpser.

Die restliche Luft wandert weiter in den Darm. Die dort angesiedelten Bakterien produzieren beim Verdauen Wasserstoff, Stickstoff, Kohlendioxid und Methan. Auf diese Gase prallt die Luft, das Gemisch wirbelt durch den Darm und will nach draußen - als Pups.

"Im Prinzip sind Blähungen ein Zeichen dafür, dass der Darm arbeitet", sagt Dagmar Mainz, Sprecherin des Berufsverbands Niedergelassener Gastroenterologen. Acht bis zehn Mal pro Tag entweichen normalerweise Winde aus dem Darm. Ob sie laut oder leise, geruchlos oder nicht geruchlos sind, hängt davon ab, was man gegessen hat.

"Rohkost in Form von Obst und Gemüse, Müsli und Milchprodukte können Blähungen begünstigen", erklärt Mainz. Zu blähenden Nahrungsmittel gehören auch Hülsenfrüchte, Kohl, frisches Brot und Zwiebeln. "Große Mengen kohlensäurehaltiger Getränke können ebenfalls für einen gesteigerten Gasgehalt im Darm sorgen", sagt Ursula Hilpert-Mühlig vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker.

Manche Menschen haben ständig das Gefühl, aufgebläht zu sein und pupsen zu müssen. Treten Blähungen öfter als 20 Mal am Tag auf oder tun sie weh, ist das tatsächlich ein Fall für den

Arzt.

Nicht immer ist die Flatulenz auf eine vermehrte Gasbildung im Verdauungsorgan zurückzuführen. "Es kann auch an einer Unverträglichkeit etwa von Milchzucker oder Fruchtzucker liegen", erläutert Mainz. Milchzucker steckt etwa in Sahne, Quark oder Speiseeis, Fruchtzucker in frischem Obst.

Eine Unverträglichkeit etwa von Milchzucker (Laktoseintoleranz) lässt sich leicht feststellen: Kommt es wiederholt innerhalb einer Stunde nach dem Essen eines Milchprodukts verstärkt zu Blähungen, dann ist eine Unverträglichkeit wahrscheinlich. Betroffenen fehlt das Enzym Laktase, das den Milchzucker im Darm spalten sollte. Wer laktoseintolerant ist, sollte den Konsum von Milchprodukten stark einschränken. "Das macht man aber am besten nicht auf eigene Faust, sondern erst nach der ärztlichen Abklärung, ob die Diagnose tatsächlich stimmt", erläutert Bettina Sauer von der Stiftung Warentest in Berlin. Ähnlich verhält es sich bei der Fructoseintoleranz.

Ist das Pupsen schmerzhaft, dann tragen oft feucht-warme Umschläge auf dem Bauch dazu bei, dass der Magen-Darm-Trakt sich beruhigt. Hilpert-Mühlig empfiehlt bei Blähungen den Vier-Winde-Tee. Dafür Kümmel- sowie Fenchelsamen, Pfefferminzblätter und Kamillenblüten zu gleichen Teilen mischen und mit einem Viertelliter kochendem Wasser aufgießen. Nach fünf bis zehn Minuten das Gemisch durch ein Sieb gießen. "Davon sollten vier Tassen täglich getrunken werden, bis Besserung eintritt", sagt Hilpert-Mühlig. Sie rät außerdem, in Ruhe zu essen und gut zu kauen. Wer hastig isst, schluckt noch mehr Luft als sonst.

Vorbeugend hilft viel Bewegung gegen Blähungen. Das gilt vor allem für jene, die beruflich bedingt viel sitzen müssen. "Hilfreich können auch Übungen sein, die die Bauchmuskeln sanft an- und entspannen", erklärt Mainz. Das kann etwa das Luft-Radfahren im Liegen auf dem Rücken sein.

dpa

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