Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rechtstipp Muss ich Englisch sprechen, weil mein Chef das will?
Mehr Studium & Beruf Rechtstipp Muss ich Englisch sprechen, weil mein Chef das will?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:01 19.03.2018
Jürgen Markowski ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Quelle: Marion Stephan/Manske & Partner
Berlin

An den meisten Arbeitsplätzen in Deutschland wird Deutsch gesprochen. Doch was, wenn der neue Kunde plötzlich aus dem Ausland kommt? Oder wenn der neue Abteilungsleiter nur Englisch spricht? Darf der Chef dann eine neue Betriebssprache vorschreiben?

Nicht ohne weiteres, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Denn theoretisch gehört die Sprache in einem Betrieb zwar zum Direktionsrecht des Arbeitgebers. Einen plötzlichen Wechsel ins Englische oder Französische darf er von seinen Mitarbeitern aber nur verlangen, wenn das im Arbeitsvertrag ausdrücklich vorgesehen ist.

In solchen Fällen sind Mitarbeiter auch an das gebunden, was sie bei der Bewerbung im Lebenslauf behauptet haben. Wer dort "Englisch: fließend" stehen hatte, sollte also besser tatsächlich keine Probleme mit der Sprache haben.

Doch was, wenn im Lebenslauf keine fließenden Fremdsprachenkenntnisse versprochen waren? Und wenn im Arbeitsvertrag nichts von einem möglichen Sprachwechsel steht? Dann darf der Chef das trotzdem verlangen, sagt Markowski. "Er muss den Mitarbeitern aber entsprechende Fortbildungsmöglichkeiten bieten." Einfach kündigen kann er Mitarbeitern, die den Wechsel nicht mitmachen können oder wollen, deshalb nicht.

Ähnlich ist der Fall auch, wenn Mitarbeiter plötzlich deutlich besser Deutsch sprechen oder schreiben müssen als vorher. Das kann zum Beispiel in der Industrie oder in der Pflege passieren, wenn es neue Dokumentationsvorschriften gibt. Auch dann kann der Arbeitgeber Mitarbeiter, die vielleicht nicht so gut Deutsch sprechen, nicht einfach vor die Tür setzen - sondern muss ihnen erst alle Weiterbildungsmöglichkeiten bieten.

dpa

Drei Wochen im Sommer, außerdem eine Woche im Winter und noch ein paar lange Wochenenden: So nehmen viele Berufstätige ihren Urlaub. Mancher will aber vielleicht auch nur ein paar Stunden lang frei nehmen. Einen Anspruch darauf haben Arbeitnehmer aber nicht.

15.03.2018

Grundsätzlich gilt, dass der Arbeitgeber über den Zustand des Schreibtisch seiner Angestellten bestimmen kann. Auch private Deko und Unordnung fallen darunter. Einige Vorschriften gibt es dennoch.

12.03.2018

Im Krankheitsfall können sich Arbeitnehmer freistellen lassen. Dürfen sie das aber auch, wenn der Partner gesundheitlich angeschlagen ist und eigentlich das Kind betreuen muss? Ein Fachanwalt klärt auf.

09.03.2018