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Reha-Kur: Immer mehr psychisch Kranke

Job und Gesundheit Reha-Kur: Immer mehr psychisch Kranke

Immer mehr Berufstätige haben Behandlungsbedarf wegen psychischer Erkrankungen und werden in Reha-Kliniken behandelt. Die Zahl medizinischer Kuren stieg in den vergangenen fünf Jahren um mehr als ein Drittel. Alkoholbehandlungen sind rückläufig, auf Platz 1 liegen weiterhin Rückenerkrankungen.

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Auf Platz eins bei den Reha-Ursachen sind Rückenbeschwerden.

Quelle: dpa

Potsdam. In Brandenburg werden immer mehr Berufstätige wegen psychischer Erkrankungen in Reha-Kliniken behandelt. Um mehr als ein Drittel (34,5 Prozent) stieg die Zahl medizinischer Kuren für diese Krankheitsgruppe in den vergangenen fünf Jahren an, wie die Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg auf MAZ-Anfrage mitteilte. Während im Jahr 2015 rund 5700 Personen medizinische Reha-Kuren wegen psychischer Störungen absolvierten, waren es fünf Jahre davor nur 4256. Jeder fünfte Betroffene hat einen Job in einer Verwaltung.

Brandenburg hat Rücken

Die meisten Kuren werden aber nach wie vor wegen Krankheiten des Muskel−Skelett−Systems und des Bindegewebes verschrieben – 12.399 im Jahr 2015. Dahinter verbergen sich in erster Linie die klassischen Rückenbeschwerden. Vier von zehn dieser Patienten arbeiten in Metallberufen. Der Chefarzt der Reha-Klinik Hohenelse in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin), Manfred Büdenbender, sagte auf Anfrage, Ursachen könnten eine unzureichende Ausheilung von Unfallverletzungen, die Folgen von erkranktem Nervengewebe mit einer Fehlsteuerung des Muskel- und Skelettsystems oder auch Stoffwechselerkrankungen sein. Allzu häufig sei ein Grund mangelnde Bewegung und Belastung.

Auf Platz eins bei den Reha-Ursachen sind Rückenbeschwerden

Auf Platz eins bei den Reha-Ursachen sind Rückenbeschwerden.

Quelle: dpa

Insgesamt stieg in Brandenburg die Zahl verordneter Kuren in den vergangenen sechs Jahren um 5,7 Prozent an – 36.700 Brandenburger waren es 2015. Das Durchschnittsalter der Betroffenen stieg auf 51,4 (2010: 50,0).

Alkoholbehandlungen sind rückläufig

Der Geschäftsführer der Berlin-Brandenburger Rentenversicherung, Stephan Fasshauer, sagte, Ziel jeder Rehabilitation sei es, dass Menschen mit akuten oder chronischen Erkrankungen wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren oder in einen anderen Beruf einsteigen können. Durch die veränderte Arbeitswelt und eine immer älter werdende Gesellschaft würden Reha-Maßnahmen zunehmend wichtiger.

Rückläufig sind in Brandenburg Behandlungen wegen Alkoholabhängigkeit. Knapp 1200 Reha-Leistungen gab es, das ist ein Rückgang um fast 20 Prozent (2010: 1489). Auch Behandlungen wegen Medikamentenmissbrauchs oder Drogen spielen eine geringe Rolle, haben allerdings zugenommen. 232 Fälle gab es. 162 waren es fünf Jahre zuvor, das bedeutet ein Anstieg um 40 Prozent.

Als Problem sieht Geschäftsführer Fasshauser, dass besonders Versicherte mit einem geringen Einkommen in Brandenburg selten solche Rehabilitationsleistungen in Anspruch nehmen. Die Rentenversicherung hat ein Netz an Beratungsstellen eingerichtet, sogenannte Reha-Service-Stellen, die den individuellen Hilfebedarf klären und Hinweise geben, welcher Träger zuständig ist. Der Weg zu einer Rehabilitation führt in der Regel zunächst über den behandelnden Arzt, sagt Stephan Vietsch, Abteilungsleiter der Rentenversicherung. Wichtigste Voraussetzung: In den vergangenen zwei Jahren müssen sechs Monate lang Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt worden sein.

Die Erfolgsquote für die Reha-Kuren in Brandenburg ist gut: Mehr als 80 Prozent der Patienten gaben an, mit einem gebesserten Gesundheitszustand die Klinik verlassen zu haben.

Von Igor Göldner

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