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Berlin Das ganz große Chaos beim BVG-Streik bleibt aus
Nachrichten Berlin Das ganz große Chaos beim BVG-Streik bleibt aus
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11:19 15.02.2019
Die Auswirkungen des BVG-Streiks: Auf den Straßen ist es deutlich voller als sonst. Es kommt zu Staus. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Berlin

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) gab am Freitag einen Warnstreik. Busse und Straßenbahnen blieben in den Depots, U-Bahnhöfe verschlossen. In der Hauptstadt waren Hunderttausende Fahrgäste betroffen.

Das große Chaos blieb allerdings zunächst aus. Die S-Bahnsteige waren selbst an Knotenpunkten wie dem Alexanderplatz oder dem Bahnhof Zoo nicht überfüllter als sonst. Viele Berliner schienen sich gut auf den Streik vorbereitet zu haben. Bei bestem Wetter waren viele Radfahrer unterwegs – und an den Bahnsteigen wurde über den Streik gescherzt: „So schlimm wie erwartet, ist es ja gar nicht“, sagte ein Pendler aus Brandenburg/Havel am Bahnhof Charlottenburg. „Ich dachte eigentlich, ich könnte den Streik als Ausrede nutzen, um ein bisschen später zur Arbeit zu kommen.“

Das große Chaos bleibt zunächst aus

Für Frust sorgte der Streik an einigen Stellen trotzdem. Immer wieder ärgerten sich ausländische Gäste, die nicht über den Streik informiert waren. Und am Bahnhof Jungfernheide waren zwar eigens Shuttlebusse vorgesehen, um die Verbindung zum Flughafen Tegel sicherzustellen. Die Busse hielten aber an anderer Stelle als üblich – und verwirrten so einige Vielflieger.

Am Bahnhof Jungfernheide wurden Shuttlebusse zum Flughafen Tegel eingesetzt. Quelle: Ansgar Nehls

Zu dem Streik aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi. „Der Ausstand läuft planmäßig an“, sagte ein Sprecher am Morgen. Insgesamt sollten 14.000 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport die Arbeit niederlegen. Auch die meisten Busse fielen aus.

Der erste große Warnstreik der Berliner Verkehrsbetriebe seit sieben Jahren trifft Pendler hart: Es fahren weder Busse noch U-Bahnen.

Um 12 Uhr endete der Warnstreik. Das Unternehmen erwartet aber, dass der Verkehr dann einige Stunden unregelmäßig ist. Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen.

So sieht es auf den Straßen aus

Besonders im Berufsverkehr am Morgen merkte man den Streik: Auf den Straßen in und rund um Berlin kam und kommt es zu zahlreichen Staus.

S-Bahnen fahren nach Plan

Im Gegensatz zu den U-Bahnen, deren Bahnhöfe mit Gittern verschlossen waren, fuhren die Regionalzüge und die S-Bahn nach Plan. Zusätzliche Züge gab es auf den Linien S1 und S5. In Betrieb blieben auch einige Buslinien am Stadtrand und die Fähren der BVG.

Die U-Bahnsteige sind bis 12 Uhr mit Gittern versperrt. Quelle: Ansgar Nehls

Es war der erste größere Warnstreik bei dem Landesunternehmen seit sieben Jahren. Das Unternehmen und die Berliner Wirtschaft kritisieren, dass Verdi schon nach der zweiten Verhandlungsrunde dazu aufgerufen hat und dass sie Beschäftigten gleich für mehr als acht Stunden die Arbeit niederlegten.

Verdi und der Beamtenbund verlangen, dass für alle rund 14.000 Beschäftigten die 36,5-Stunden-Woche gilt - knapp die Hälfte muss nämlich 39 Stunden ran. Gefordert wird auch Weihnachtsgeld für Neulinge, ein Wegfall der unteren Lohngruppen und schnellere Gehaltssprünge, zudem für Gewerkschaftsmitglieder einmalig 500 Euro. Am 5. März soll wieder verhandelt werden.

Bei Arbeitszeitverkürzung 500 Fahrer mehr notwendig

Im Fall einer Arbeitszeitverkürzung bei den Berliner Verkerhrsbetrieben (BVG) würden nach Angaben der Unternehmens-Chefin 500 zusätzliche Fahrer gebraucht. „Das wäre jetzt für den Moment nicht die richtige Lösung, wenn wir ohnehin in diesem Jahr schon 1100 einstellen wollen“, sagte BVG-Chefin Sigrid Nikutta in der RBB-„Abendshow“ am Donnerstag. Sie lehnt die Gewerkschaftsforderung nach einer Arbeitszeitverkürzung ab.

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Von RND/Ansgar Nehls/dpa

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