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Berlin Bewegende Mahnwache für getötete Radfahrerin
Nachrichten Berlin Bewegende Mahnwache für getötete Radfahrerin
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21:29 24.01.2018
Hunderte Berliner kamen am Abend zur Mahnwache in Schöneberg. Quelle: Morris Pudwell
Berlin

Der erste tödliche Fahrradunfall des Jahres hat in Berlin tiefe Betroffenheit ausgelöst. Am Dienstagmorgen war eine 52 Jahre alte Radfahrerin in Schöneberg von einem abbiegenden Lastwagen angefahren und getötet worden.

Am Mittwochabend kamen Hunderte Berliner zu einer bewegenden Mahnwache an der Unfallstelle an der Kreuzung von Kolonnenstraße und Hauptstraße zusammen. In einem Meer aus Blumen und Kerzen nahmen Angehörige Abschied. Ein vom Fahrradclub ADFC aufgestelltes Geisterrad erinnert nun an die Verunglückte.

In Berlin-Schöneberg wurde am Dienstag eine Radfahrerin von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt. Zu einer Mahnwache kamen am Mittwochabend Hunderte Menschen.

Verkehrssenatorin verspricht Untersuchungen

Nach dem tödlichen Fahrradunfall werden erneut Forderungen nach wirksamen Schutzmaßnahmen laut. Ein Unfallforscher wies am Mittwoch auf technische Lösungen wie Warnsysteme an den Lastwagen hin. Die Initiative Volksentscheid Fahrrad verlangte den Umbau von Kreuzungen. Die Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) von Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln wollten am Abend über Baumaßnahmen für besseren Fahrradverkehr debattieren.

Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) sicherte umfassende Untersuchungen zu. „Wir werden sehr schnell gucken, welche Maßnahmen anzuordnen sind, damit sich so etwas möglichst nicht wiederholt“, sagte sie am Mittwoch bei einem Besuch der Unfallstelle. Ausschließen könne man derartige Unfälle aber nie ganz, räumte Günther ein, die für die Grünen im Senat ist. Sie wies auf eine Bundesratsinitiative hin, mit der das Land Berlin anregen will, Lastwagen verpflichtend mit sogenannten Abbiegeassistenten für Notfallbremsungen auszurüsten.

Oft ältere Menschen und Frauen unter den Opfern

Der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Siegfried Brockmann, hält den Vorschlag für sinnvoll. Solche Assistenzsysteme, die mit einem Warnsignal oder einer automatischen Bremse gekoppelt sind, seien effektiver als zusätzliche Spiegel. Schon so müssten die Fahrer sehr viele Bereiche im Auge habe. „Wahrnehmungspsychologisch ist das extrem anspruchsvoll“, sagte der Experte.

Laut Brockmann sind bei den Unfällen mit abbiegenden Lastwagen und Fahrradfahrern auffallend oft ältere Menschen und besonders Frauen unter den Opfern. „Also man kann sagen: weibliche Senioren sind ganz besonders von dieser Unfallart betroffen“, sagte Brockmann dem RBB-Sender Radio Eins. Der jüngere und sportliche Radfahrer komme zwar auch in diese Situation, er habe aber oft noch Möglichkeiten, den Unfall abzuwenden, durch eine Vollbremsung oder ein Ausweichen zum Beispiel. „Die Senioren, die verfügen darüber nicht. (...) Weil sie einfach nicht so schnell reagieren können.“

Staatskanzleichef fordert Helmpflicht für Kinder

Doch nicht nur Lkw-Fahrer hat der Senat im Visier. Björn Böhning (SPD), Chef der Senatskanzlei, sorge unlängst mit einem Schreiben an die Umweltsenatsverwaltung für Aufsehen, in dem er höhere Bußgelder für Radler bei schwerwiegenden Verstößen sowie eine Helmpflicht für Kinder forderte. Dies will er mit Hilfe der Bundesratsinitiative ebenfalls durchsetzen.

Laut Böhning soll unerlaubtes Parken in zweiter Reihe ebenso stärker geahndet werden wie die Gehweg-Nutzung von Radlern. Außerdem will er die Fahrradstreifen der Berliner Polizei aufstocken und so Kontrollen verstärken.

Bei der Fahrradlobby stoßen Böhnings Pläne auf Kritik. Die Vorschläge gingen an der Wirklichkeit vorbei, heißt es beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). „Sachlich falsch“ nennt die ADFC-Sprecherin Lara Eckstein Böhnings Forderungen. „Die Helmquote bei Kindern liegt jetzt schon bei 80 Prozent“, sagt sie. „Eine Pflicht würde Radfahrer nur abschrecken. Auch schütze ein Helm nicht vorm Angefahren-Werden, er mildere nur die Folgen.“ Die höheren Bußgelder für Radfahrer lehnt der ADFC ebenfalls ab. Er setzt stattdessen darauf, Falschparker stärker zur Kasse zu bitten und will die Unfallzahlen unter anderem mit Tempo 30 innerorts und elektronischen Abbiege-Assistenten in Lastwagen senken.

Weiterer Unfall am gleichen Tag

Die getötete Radfahrerin vom Dienstag war das erste Todesopfer im Berliner Straßenverkehr in diesem Jahr. 2017 kamen in der Hauptstadt 35 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Unter den Opfern waren 13 Fußgänger und 9 Radfahrer.

Am Dienstagabend wurde ein weiterer Radfahrer durch die Unachtsamkeit eines Laster-Fahrers schwer verletzt. Der 79-Jährige fuhr an einem geparkten Lastwagen vorbei, als der Fahrer seine Tür öffnete, so dass der Rentner dagegen fuhr und Kopfverletzungen erlitt. Zuvor war am vergangenen Freitag eine 22 Jahre alte Radfahrerin von einem abbiegenden Lastwagen lebensgefährlich verletzt worden.

Von MAZonline

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