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07:32 29.05.2018
Berlin, 12. September 2017: Razzia gegen eine Bande von Betrügern, die rund 200 Nigerianern illegal EU-Aufenthaltsgenehmigungen besorgt haben soll. Quelle: dpa
Berlin

Nach einem rbb-Bericht sollen in der Berliner Ausländerbehörde jahrelang Hinweise auf einen groß angelegten Betrug mit Scheinehen zwischen Männern aus Nigeria und Frauen aus Portugal ignoriert worden sein.

Im September 2017 hatte die Polizei in Berlin und anderen Städten, darunter auch Potsdam, Wohnungen durchsucht. Hintergrund waren betrügerische Machenschaften um EU-Aufenthaltsgenehmigungen für Männer aus Nigeria. 400 Polizisten waren insgesamt im Einsatz.

In Berlin verhaftete die Polizei vier Frauen im Alter von 46 bis 64 Jahren und einen 50-jährigen Mann. Sie sollen die Köpfe der Schleuserbande sein, die Kontakte nach Portugal hatte und dort die Frauen anwarb. Zehn Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung fielen der Polizei auf. Für die Scheinehen seien eine Reihe von Urkundenfälschungen begangen worden.

Die Bundespolizei, die Berliner Polizei und Europol stellten zahlreiche Beweise sicher, darunter Pässe, EU-Aufenthaltskarten, Handys, Speicherkarten und Computer sowie diverse Unterlagen. 300 000 Euro wurden beschlagnahmt.

Viele Durchsuchungen galten den angeblichen Wohnungen solcher Schein-Ehepaare. Dabei sei es unter anderem darum gegangen, wie die Räumlichkeiten konkret aussehen - ob sie etwa überhaupt für ein Paar geeignet seien, sagte ein Sprecher.

Der Trick mit der Scheinehe

Die nigerianischen Männer hätten für die Scheinehe bis zu 13.000 Euro an die Schleuserbande gezahlt, hieß es. Einen Teil des Geldes sollen die Portugiesinnen erhalten haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelte bereits seit November 2016.

Die Frauen wurden von der Schleusertruppe in Portugal angeworben, wie der Sprecher sagte. Für einige Tage wurden die Portugiesinnen dann nach Berlin geflogen. Gleichzeitig besorgte die Bande nach Angaben der Ermittler gefälschte Eheurkunden aus Nigeria. Dann gingen der Nigerianer und die Portugiesin mit der Urkunde zur Berliner Ausländerbehörde, um sich eine Aufenthaltsbescheinigung für die EU ausstellen zu lassen.

Die Portugiesinnen reisten dann wieder zurück in die Heimat. Um nicht aufzufliegen, wurden laut Bundespolizei falsche Geschichten ausgedacht und bei den Behörden auf Nachfrage präsentiert.

Eine Frau für sieben Männer

Rund 200 Mal soll es sich so oder so ähnlich zwischen Januar 2015 und September 2017 zugetragen haben. Oft mehrmals in einer Woche, wie der Sender berichtet. Zudem soll es sieben Mal um ein und dieselbe Portugiesin gehandelt haben, die jeweils unter anderem Namen einen Antrag für ihren angeblichen nigerianischen Ehemann hat.

Wie der rbb nun erfahren haben will, gab es schon früh Hinweise von Mitarbeitern der Behörde. Demnach sollen Vorgesetzte mehrmals über Unstimmigkeiten bei den Anträgen und der Vergabe von Aufenthaltstiteln informiert worden sein. „Intern gab es Hinweise. Der Verdacht, dass bei diesen Anträgen etwas nicht stimmen kann, wurde mehrmals geäußert und auch an Vorgesetzte weitergeleitet. Passiert ist aber nichts. Trotz der Mahnungen“, wird ein Mitarbeiter der Behörde zitiert.

Von MAZonline

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