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Berlin Berlkönig, Uber und Taxi – womit fährt es sich am besten?
Nachrichten Berlin Berlkönig, Uber und Taxi – womit fährt es sich am besten?
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00:20 14.02.2019
Ein Berlkönig-Van der BVG. Quelle: dpa
Berlin

 Egal wie spät es ist: Wer es sich leisten kann, findet in der Hauptstadt ohne große Probleme ein Taxi. Mittlerweile ist die Frage längst nicht mehr, ob man mitgenommen wird, sondern wer einen nach Hause fährt.

Seitdem Uber-Autos wieder legal durch die Straßen fahren und die Berliner Verkehrsbetriebe BVG mit dem Berlkönig ihre eigene Shuttle-Flotte auf den Weg gebracht haben, haben die Städter die Qual der Wahl. Taxi, Uber und Berlkönig sind schnell bestellt – die einzige Voraussetzung ist die jeweilige App. MAZ hat an einem Abend alle drei Varianten getestet.

Mit dem Berlkönig in die Nacht

Kaum ist die Berlkönig-App geöffnet, pulsiert einem auch schon das schwarzgelbe BVG-Herz entgegen. Eine gelbe Stecknadel markiert den eigenen Standort auf der Stadtkarte (Berlin Hauptbahnhof, Ausgang Europaplatz) und fragt, ob man gleich hier starten möchte. Start bestätigen, Ziel eingeben, Ziel bestätigen. Das alles geht in der übersichtlichen App blitzschnell.

Schon wird die nächstmögliche Mitfahrgelegenheit und der Preis für die Fahrt angezeigt. Auch wie der Fahrer des Wagens heißt und aussieht. Ein paar Klicks mehr und der freundlich dreinblickende Mann hat grünes Licht.

Ein kleines, animiertes Auto zeigt auf der Live-Karte, wie sich der Berlkönig dem vereinbarten Sammelpunkt nähert. Im Minutentakt leuchtet ein Update auf: Noch fünf, noch vier, noch drei, noch zwei Minuten in der Kälte ausharren. Wenig später löst sich auch schon ein schwarzer V-Klasse Mercedes aus dem Strom der vorbeirauschenden Autos. Der Wagen sieht aus, als wäre er direkt aus der Waschanlage zum Sammelpunkt gefahren.

Surrend öffnet sich die automatische Schiebetür des Berlkönigs, vom Fahrersitz grüßt ein gut gelaunter, weißhaariger Mann. „Wir müssen noch eine andere nette junge Frau einladen“, sagt der Fahrer und fährt ein paar Meter weiter rechts ran. Eine selbsterklärte Berlkönig-Veteranin klettert auf einen der hinteren Sitze des Wagens. Wenn mehrere Personen zur gleichen Zeit eine ähnliche Route fahren wollen, fahren sie zusammen – wie auch in diesem Fall.

In der App sieht man genau, wo der Berlkönig gerade ist. Quelle: MAZ-EBV

Bis nach Friedrichshain führt der gemeinsame Weg. Die Stimmung im Auto ist fröhlich, die gute Laune des Fahrers steckt an. Auf den letzten zwei Kilometern ist keine Mitfahrerin mehr da. Der Fahrer plaudert munter weiter. Es ist ziemlich unterhaltsam, mit ihm über Gott und die Welt zu quatschen – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein paar anzügliche Kommentare fallen. Nett gemeint, aber ziemlich daneben.

So viel sei an dieser Stelle gesagt: Es ist beruhigend zu wissen, dass alle Berlkönig-Fahrer mit Namen, Foto und dem Kennzeichen ihres Wagens in der App verzeichnet sind. Sollte also wirklich mal etwas passieren, kann man sich direkt an die BVG wenden.

Kurz vor dem Ziel bekommt man eine Nachricht, in der gefragt wird, ob man auch nichts im Auto vergessen habe. Am Boxhagener Platz surrt wieder die automatische Tür, der Fahrer winkt zum Abschied.

Unterwegs mit Uber

Als nächstes soll es nach Kreuzberg gehen, in den Bergmannkiez. Die Uber-App zeigt sofort an, wo ihre Fahrer gerade unterwegs sind. Ein Auto ist nur ein paar Straßen entfernt. Unmittelbar nach der Buchung kommt eine Nachricht: „On my way“, schreibt der Fahrer. Auf seinem Foto sieht er recht jung aus, Mitte 20 vielleicht, die anderen Uber-Mitglieder gaben ihm im Schnitt 4,9 von fünf Sternen.

Auch die Uber-App verfügt über eine Live-Karte. Quelle: MAZ-EBV

Keine fünf Minuten lässt der weiße Toyota Auris auf sich warten. Für Verwirrung sorgt nur die Standortanzeige in der App: Dort ist der Fahrer erst in der Parallelstraße, ein paar Sekunden später soll er wieder ganz woanders sein. Das kleine Auto-Symbol springt in der App hin und her, bis es sich schließlich zielsicher auf den Treffpunkt zubewegt. Der Rücksitz des Toyotas ist etwas unbequemer als der im Berlkönig, außerdem riecht es leicht frittiert. Dafür ist der Fahrer umso netter und sehr zurückhaltend. Von sich aus spricht er eher wenig, trotzdem erzählt er irgendwann, dass er gerade studiert. Am Abend verdiene er sich ein bisschen was mit Uber dazu. Richtig gut laufe das Geschäft allerdings nicht, erzählt er.

Pünktlich und ohne Umwege geht es ans vereinbarte Ziel. Zum Abschied nickt der Fahrer freundlich in den Rückspiegel und wünscht einen schönen Abend. Etwas über 13 Euro hat die sechs Kilometer lange Strecke gekostet, Trinkgeld bekommt der Fahrer über die App. Weiter geht’s.

Nach Hause mit dem Taxi

In der MyTaxi-App gilt dasselbe Prinzip wie bei den anderen Anwendungen: Es gibt eine Live-Karte, auf der sich ein kleines Auto-Symbol der Standortmarkierung nähert. Nach nur einer Minute ist der Wagen auch schon da.

Mit fast 8000 Fahrzeugen hat Berlin Deutschlands größte Taxiflotte. Quelle: Hannah Rüdiger

Es ist wieder ein Toyota, diesmal allerdings in dem typischen Beigeton. Am Steuer sitzt ein müder, aber netter Mann, der seit 25 Jahren auf den Berliner Straßen unterwegs ist. Im Halbkreis um ihn herum leuchten zwei Handys und ein eingebautes Navigationssystem. Eins der Telefone ist nur für MyTaxi bestimmt. Über die App kämen mittlerweile fast so viele Anfragen wie über Funk, sagt er.

Was er von der Uber-Konkurrenz hält? „Ich rege mich nicht so sehr über die auf, aber manches ist schon sehr ärgerlich“, sagt er. Zum Beispiel, wenn die Uber-Fahrzeuge nicht wie vereinbart zur Zentrale zurückkehren, sondern in der Nähe von belebten Plätzen auf Kundschaft warten.

Die App schlägt dem Fahrer vor, über die Stadtautobahn nach Charlottenburg zu fahren. Er ignoriert die stummen Ansagen des Handys und nimmt die schnellere Route mitten durch die Stadt. „Über die Autobahn ist viel länger. Sie hätten dann viel mehr bezahlt“, sagt er. Seinen Toyota navigiert er fast blind durch das abendliche Berlin, er kennt den Weg gut. Als er am Ziel anhält, poppt auf dem Handy-Bildschirm die Rechnung für die Fahrt auf. Mit einem Klick ist die Tour bezahlt.

Wer überzeugt am meisten?

Mit Abstand am günstigsten ist der Berlkönig von A nach B gefahren: Weniger als acht Euro hat die Strecke von etwa sieben Kilometern gekostet. Auch was den Komfort anbelangt, konnte der BVG-Service punkten – allerdings steht und fällt hier alles mit den Fahrern und Mitfahrern. Außerdem fährt der BVG-Service bisher nicht in den Westen der Stadt, was natürlich ein großes Manko ist.

Die Tour mit dem Uber war zwar sehr angenehm, allerdings war die Live-Karte bei mir in der App etwas holprig – was aber auch an einer temporären Störung liegen könnte. Mit 13 Euro für die sechs gefahrenen Kilometer ist der Fahrdienst außerdem fast doppelt so teuer wie der Berlkönig.

Das herkömmliche Taxi war dem Berliner Tarif entsprechend mit zwei Euro pro Kilometer am teuersten. Dafür saß jemand am Steuer, der die Straßen der Stadt und ihre Abkürzungen seit 25 Jahren kennt. Die App funktioniert reibungslos und die Wartezeit war sehr kurz.

Testsieger ist trotzdem der Berlkönig: Gerade für Studenten, die mit mehreren Leuten kurze Strecken zurücklegen wollen, würde ich den Shuttle empfehlen.

Von Hannah Rüdiger

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